Veranstaltungsprogramm
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Tagesübersicht |
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3B: Lernfabriken Ort: Gebäude O - 0.018 - Seminarraum Chair der Sitzung: Lars Windelband | |
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Lernfabriken als Lernräume der beruflichen Bildung- Eine empirische Analyse von Kompetenzentwicklung und Innovationsverhalten 1: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Deutschland; 2: Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd (PH Gmünd), Deutschland; 3: Technische Universität Hamburg (TUHH), Deutschland Theoretischer Rahmen und Ziel der Studie Lernfabriken simulieren komplexe, realitätsnahe Arbeits- und Produktionsprozesse. Sie richten sich an verschiedene Zielgruppen, darunter Schüler, Auszubildende, Studierende und Fachkräfte in der Weiterbildung. Besonders in der beruflichen Bildung etablieren sich Lernfabriken als Schlüsselelemente (Behrendt et al., 2022). Abele et al. (2024) und Faßhauer et al. (2021) definieren vier wesentliche Merkmale von Lernfabriken: die Abbildung authentischer Arbeitsprozesse unter Berücksichtigung technischer und organisatorischer Aspekte, eine dynamische Arbeitsumgebung entlang einer realen Wertschöpfungskette, die Produktion eines realen Produkts sowie ein umfassendes didaktisches Konzept zur Integration in Lehr- und Lernarrangements. Lernfabriken ermöglichen die Entwicklung primärer Kompetenzen im Umgang mit Arbeitsaufgaben und -objekten sowie sozialer und prozessualer Kompetenzen, beispielsweise Teamarbeit und Prozessverständnis (Weyand et al., 2023; Petrusch et al., 2023). Sie bereiten Lernende auf die aktive Mitgestaltung vernetzter, digitalisierter Arbeitswelten vor (Schröder & Dehnbostel, 2021). Trotz des wachsenden Interesses an Lernfabriken besteht eine Forschungslücke. Während zahlreiche Studien die Konzeption und Implementierung von Lernfabriken in den Unterricht untersuchen (z.B. Faßhauer et al., 2021; Tvenge et al., 2020), fehlen systematische, empirisch fundierte Untersuchungen zu Lernfabriken als komplexe Lernumgebungen und neue Lernräume für die berufliche Bildung. Zudem sind die Anforderungen an Lehrkräfte, die in Lernfabriken unterrichten, insbesondere in Westeuropa, kaum erforscht. Hier setzt die Hypothese an, dass Lernfabriken als Kompetenz- und Innovationstreiber für die gesamte Institution fungieren können (Windelband et al., 2022). Ziel dieses Beitrags ist es daher, das Potenzial von Lernfabriken zur Förderung von Kompetenzentwicklung und Innovation auf individueller und institutioneller Ebene zu analysieren. Zudem werden die Einstellungen und Methoden von Lehrkräften im Hinblick auf die Verbindung zwischen Arbeit und beruflicher Bildung untersucht. Methode Im Rahmen einer bundesweiten Online-Befragung wurden Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen in Deutschland (N = 329) mittels eines quantitativen Fragebogens mit validierten Skalen befragt. Es wurde gezielt zwischen Lehrkräften, die in Lernfabriken tätig sind, und solchen ohne diese Tätigkeit unterschieden. Die verwendeten Skalen umfassen: (a) ein entwickeltes und in einer Vorstudie validiertes Instrument zur Bewertung von Ausstattung, Betriebsabläufen und didaktischen Konzepten (Autor(en), 2024), (b) die berufliche Weiterentwicklung von Lehrkräften (Evers et al., 2016), (c) die Verbindung zwischen Arbeit und Bildung (Anselmann & Vetter, 2022), (d) innovatives Arbeitsverhalten (Messmann & Mulder, 2020) und (e) der Vergleich zwischen wichtigen und erreichten Kompetenzen (Antera et al., 2022). Ergebnisse Die Faktorenanalysen der verwendeten Skalen zeigten die intendierte Struktur. Für das Instrument zur Bewertung von Ausstattung, Betriebsabläufen und didaktischen Konzepten wurde eine konfirmatorische Faktorenanalyse mit Mplus berechnet (RMSEA .10, CFI .90, SRMR .04). Alle Skalen wiesen zufriedenstellende Cronbachs-Alpha-Werte zwischen .81 und .95 auf. Die deskriptiven Analysen bieten erste Einblicke in Lernfabriken als Lernräume. Dabei zeigen sich signifikante Unterschiede zwischen Lehrkräften, die in Lernfabriken tätig sind, und solchen, die nicht beteiligt sind. Der Scheffé-Post-hoc-Test zeigt eine signifikante Differenz (p = .03) zwischen den Gruppen hinsichtlich der Konnektivität zwischen Arbeit und Bildung sowie des innovativen Arbeitsverhaltens. Auch die Selbsteinschätzung der eigenen Kompetenzen unterscheidet sich signifikant zwischen den Gruppen. Für die nachhaltige Integration von Lernfabriken in den Schulalltag ist deren feste Verankerung in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften essenziell. Lernfabriken fördern vernetztes Denken, Arbeiten und Kooperieren in Produktionssystemen und tragen zur Entwicklung von Organisation, Personal und Unterricht bei. Zudem steigert die aktive Teilnahme von Lehrkräften in Lernfabriken deren berufliche Weiterentwicklung, Innovationsverhalten und Konnektivität zur Arbeitswelt, was einen klaren Mehrwert für die Lehrkräfte darstellt. Vor diesem Hintergrund leistet der Beitrag einen spezifischen Beitrag zu den zentralen Fragestellungen der gtw-Tagung 2026, indem er Lernfabriken als innovative Lernräume im Spannungsfeld von technologischer Transformation, beruflicher Facharbeit und didaktischer Weiterentwicklung verortet. Die Ergebnisse greifen damit zentrale Tagungsthemen wie die Gestaltung zukunftsfähiger Lernorte, die Professionalisierung des Bildungspersonals sowie die Weiterentwicklung gewerblich-technischer Bildung im Kontext von Digitalisierung und Innovation auf und tragen zu deren empirischer Fundierung bei. | |

