Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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2C: Ausbildungspersonal Ort: Gebäude O - 0.07 - Seminarraum Chair der Sitzung: Hannes Ranke | |
| Präsentation 2 | |
Überbetriebliche Ausbilder:innen in der Bauwirtschaft – berufsdidaktisch unterqualifiziert? Technische Universität Dresden, Deutschland Die überbetriebliche Ausbildung (ÜBA) bildet neben der betrieblichen und berufsschulischen ein zentrales Element der Fachkräftesicherung in der Bauwirtschaft. Seit 2024 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF, seit 2025 BMBFSFJ) unter Begleitung des BIBB mit der Initiative INex-ÜBA den Ausbau überbetrieblicher Berufsbildungsstätten (ÜBS) zu exzellenten Lehr- und Lernorten. Das INex-ÜBA Verbundprojekt „Exzellent Ausbilden in der Bauwirtschaft“ (ExA-BAU) adressiert insbesondere die Qualifizierung des aktuellen und zukünftigen Ausbildungspersonals zur Planung und Umsetzung arbeitsaufgabenbezogener und kompetenzförderlicher überbetrieblicher Lehr-Lern-Arrangements. Die hierfür erforderliche Expertise umfasst die Analyse, Auswahl und Strukturierung arbeits- und bildungsrelevanter Inhalte sowie die professionelle Inszenierung und Steuerung von Lehr-Lern-Prozessen. Formal definieren die Sozialkassen der Bauwirtschaft (SOKA-BAU) das Basis-Qualifikationsniveau (vgl. SOKA-BAU 2021, S. 10) des Ausbildungspersonals. Die Mindestanforderungen (Meister, Geprüfter Polier oder gleich-/höherwertige Abschlüsse mit Berufspraxis und Ausbildereignungsnachweis nach AEVO) beinhalten lediglich die Beachtung grundlegender didaktischer Prinzipien (vgl. BIBB 2023, S. 6). Berufsdidaktische Weiterbildungen sind nicht vorgesehen. Die AEVO ist zudem auf eine qualifizierte Ausbildertätigkeit im Betrieb zugeschnitten, welche sich nur auf Arbeitsaufgaben beziehen kann, die betriebliche Geschäftsfelder zur Verfügung stellen. In der ÜBA können und sollten diese Grenzen aufgrund der Unabhängigkeit von betrieblichen Zwängen und Aufträgen zugunsten einer Ausbildung aufgehoben werden, die berufsbezogenes Wissen systematisch vertieft und zugleich technologische Entwicklungen aufnimmt (vgl. Franke & Sachse 2024, S. 10). Folglich besteht eine Diskrepanz zwischen den erweiterten berufsdidaktischen Anforderungen der ÜBA und der formal geforderten Qualifikation des Ausbildungspersonals. Vor diesem Hintergrund und im Sinne des Anspruchs des ExA-BAU-Projekts, die Qualität der ÜBA u.a. durch exzellentes Ausbildungspersonal zu steigern, bedarf es der Konzeption eines (Weiter-)Bildungsangebots zur didaktisch-methodischen Qualifizierung. Dies setzt voraus, dass (1) Qualifizierungswege, Motive und Rollenbilder des Ausbildungspersonals, (2) deren Verständnis zur Funktion der ÜBA innerhalb der dualen Ausbildung sowie (3) deren aktuelle didaktisch methodische Gestaltung von Lehrunterweisungen empirisch erfasst sind. Um diese Lücke zu schließen wird ein methodenkombinierender Ansatz gewählt. Dieser ermöglicht es zuverlässigere Aussagen (Kaufhold 2016) zur didaktischen Expertise und den Einstellungen des Ausbildungspersonals zu gewinnen. Die Positionen (1) und (2) werden mittels Fragebogen erhoben, Position (3) über die Beobachtung einzelner Lehrunterweisungen in Kombination mit Interviews. Die Kombination ermöglicht Aussagen zur berufsdidaktischen Kompetenz und zur Reflexivität des didaktisch methodischen Handelns. Die Analyse erfolgt im Abgleich mit der Theorie des arbeitsaufgabenbezogenen Lehrens und Lernens (Niethammer 2006, Niethammer & Schweder 2016). Die Fragebogendaten dienen der Kontextualisierung und berufsbiografischen Einordnung der erhobenen Expertise. Der Beitrag stellt den theoretischen Rahmen, das Forschungsdesign sowie die Operationalisierung des Kompetenzbegriffs vor und eröffnet eine Diskussion über Implikationen für die Professionalisierung des Ausbildungspersonals in den ÜBS. Literatur BIBB (2023). Empfehlung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung vom 20. Juni 2023 zum Rahmenplan der Ausbilder-Eignungsverordnung. In Bundesministerium der Justiz (2023). Bundesanzeiger vom 14.07.2023. Verfügbar unter https://www.bibb.de/dokumente/pdf/HA135.pdf (Zugriff am: 13.02.2026) Franke, D. & Sachse, H. (2024). Überbetriebliche Unterweisung im Handwerk - Zahlen und Analysen zur Inanspruchnahme im Jahr 2023. Verfügbar unter: https://3adac78d-79cf-4c7c-a7a5-38ddad9b4c73.filesusr.com/ugd/208946_bc74747f9aaf493e89c6d54dec4e8421.pdf (Zugriff am: 17.03.2026). Kaufhold, M. (2006). Kompetenz und Kompetenzerfassung - Analyse und Beurteilung von Verfahren der Kompetenzerfassung. VS Verlag für Sozialwissenschaften. Niethammer, M. (2006). Berufliches Lehren und Lernen in Korrelation zur chemiebezogenen Facharbeit. Ansprüche und Gestaltungsansätze. wbv. Niethammer, M. & Schweder, M. (2016). Handelnd lernen. Situationsaufgaben als Ausgangspunkt berufsschulischen Unterrichts und universitärer Lehrerbildung. In B. Mahrin (Hg.), Wertschätzung Kommunikation Kooperation Perspektiven von Professionalität in Lehrkräftebildung, Berufsbildung und Erwerbsarbeit Festschrift zum 60. Geburtstag von Prof. Dr. Johannes Meyser, (S. 30–40). Universitätsverlag. https://doi.org/10.14279/depositonce-5660 SOKA-BAU (2021). Mindest-Qualitätsanforderungen für überbetriebliche Ausbildungsstätten. | |

