Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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2B: Transformation KFZ & Metall Ort: Gebäude O - 0.07 - Seminarraum Chair der Sitzung: Matthias Becker | |
| Präsentation 3 | |
Prozess- und Systemverständnis in der dualen Mechatroniker-Ausbildung: Die Rolle betrieblich Ausbildender Pädagogische Hochschule Karlsruhe, Deutschland Technologische Transformationsprozesse prägen die betrieblichen Arbeits- und Lernkontexte im Ausbildungsberuf Mechatroniker/in. Diese Entwicklungen schaffen neue Anforderungen an das Verständnis von Prozessen und Systemen, da Auszubildende zunehmend mit komplexen, technologiegetriebenen Arbeitsabläufen konfrontiert werden (Windelband & Fasshauer, 2019, S. 157–158). Der Terminus „Prozess- und Systemverständnis“ findet in der berufsbildungswissenschaftlichen Diskussion häufig Verwendung. Wie er berufsspezifisch operationalisiert werden kann, ist in vielen Fällen noch nicht hinreichend definiert (Zinke, 2019, S. 8). Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Was ist Prozess- und Systemverständnis im Berufsbild Mechatroniker/-in und wie entsteht es? Der Beitrag zielt darauf ab, das berufsbildungswissenschaftliche Begriffsverständnis im betrieblichen Ausbildungshandeln greifbar und praxisrelevant zu machen, wobei die Perspektive der betrieblich Ausbildenden im Fokus steht. Datengrundlage der Dissertation bilden 60 leitfadengestützte Interviews aus fünf Personengruppen (Betrieblich Ausbildende, Auszubildende, HR‑Fachkräfte, Facharbeitende, Berufsschullehrende). Die Datenerhebung erfolgt nach den Prinzipien der Expertinnen- und Experteninterviews (Gläser & Laudel, 2010) und wird qualitativ-hermeneutisch mittels zusammenfassender Inhaltsanalyse (Mayring, 2022) in MAXQDA ausgewertet. Zentral ist die deduktiv-induktive Entwicklung eines Kategoriensystems, das Verständnisebenen von Prozessen und Systemen sowie Gruppenvergleiche abbildet. Erste Ergebnisse zeigen, dass betrieblich Ausbildende Prozess- und Systemverständnis auf technischer, digitaler und betrieblicher Ebene erfassen, verinnerlichen und gezielt an Auszubildende vermitteln. Digitale Technologien strukturieren Arbeits- und Lernprozesse neu und verändern sowohl fachliche Anforderungen als auch die didaktische Umsetzung, etwa im Zusammenspiel von Auszubildenden mit digitalen Fertigungssystemen. Dies wird exemplarisch an Projekten der additiven Fertigung verdeutlicht. Implikationen für praxisnahe Ausbildungsansätze werden diskutiert. Die Analyse zeigt, dass Prozess- und Systemverständnis nicht isoliert entsteht, sondern in der Interaktion zwischen Ausbildenden, Auszubildenden und betrieblichen Strukturen verankert ist. Damit trägt der Beitrag zur berufsbildungswissenschaftlichen Diskussion komplexer Arbeits- und Prozesszusammenhänge bei und verdeutlicht die Rolle betrieblich Ausbildender im Spannungsfeld zwischen Beruf, Betrieb und Didaktik. Es ergeben sich Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung praxisnaher Ausbildungsansätze, deren Fokus weiterhin auf den betrieblich Ausbildenden liegt. Zugleich werden Impulse für zukünftige Forschung zum Prozess- und Systemverständnis verdeutlicht. Diese lassen sich beispielhaft an additiven Fertigungsverfahren sowie am Wandel betrieblicher Produktionsprozesse einschließlich ihrer didaktischen Umsetzung nachvollziehen. Eine umfassende Modellentwicklung zum Prozess- und Systemverständnis ohne Festlegung auf ein spezifisches Berufsbild oder eine Berufsgruppe steht darüber hinaus weiterhin aus. | |

