Grazer Grundschulkongress 2026
6. - 8. Juli 2026 | Graz, Österreich
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
| Datum: Montag, 06.07.2026 | |
| 13:00 - 14:00 | CheckIn Ort: PHSt_Vorraum Aula |
| 14:00 - 14:30 | Opening Ort: PHSt_Aula |
| 14:30 - 15:30 | Keynote 1: Prof. (i.R.) Dr. Petra Hüttis-Graff: Das Lernen beobachten Ort: PHSt_Aula |
| 16:00 - 16:30 | Symposium 18a Ort: PHSt_A01.05 |
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Die Rolle metakognitiver Fähigkeiten im mathematischen Lernprozess - Implikationen eines psychologischen Konzepts für die Mathematikdidaktik Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass metakognitive Fähigkeiten, oft als „thinking about thinking“ beschrieben, entscheidend für effektives Lernen und schulischen Erfolg sind. Sie ermöglichen es Schüler:innen, Fehler zu erkennen, Lernstrategien zu reflektieren und ihre Herangehensweise zur Lösung eines Problems aktiv anzupassen (Guo, 2022). Das Symposium beleuchtet aus komplementären Perspektiven die Bedeutung metakognitiver Prozesse in der arithmetischen Kompetenzentwicklung und liefert sowohl theoretische als auch empirische Impulse für Forschung und Praxis. Aus neurokognitiver Sicht zeigt S. Vogel, dass metakognitive Regulation – insbesondere Überwachung und Steuerung – zentrale Mechanismen für erfolgreiche mathematische Lernprozesse darstellt. Mittels behavioraler und bildgebender Methoden (fMRI, EEG) wird deutlich, dass diese regulativen Komponenten eng mit Mathematikleistung und Lernfortschritt verbunden sind (Jacobs et al., 2024). Schließlich werden erste Befunde vorgestellt, die metakognitive Prozesse in spezifischen neuronalen Netzwerken verorten, was neue Ansatzpunkte für eine evidenzbasierte Förderung mathematischer Kompetenzen eröffnet . Im zweiten Beitrag erweitert J. Sitte diese Perspektive um didaktische und entwicklungsbezogene Aspekte. Sie betont die prädiktive Validität der aufgabenspezifischen metakognitiven Überwachung für arithmetische Leistungen bei Grundschulkindern und verweist auf domänenübergreifende Zusammenhänge, etwa zur Rechtschreibung (Bellon et al., 2019; 2020). Zudem hebt sie hervor, dass metakognitive Fähigkeiten Kindern helfen, Interferenzen zwischen alltagsnahen und mathematisch intendierten Konzepten zu erkennen und zu regulieren – ein wesentlicher Faktor beim Erwerb grundlegender arithmetischer Vorstellungen (Meier et al., 2022; Stricker et al., 2021). Die daraus abgeleiteten didaktischen Implikationen unterstreichen die Notwendigkeit, metakognitive Prozesse systematisch in Lernumgebungen der Primarstufe zu integrieren. S. Taghizade schließt im dritten Beitrag daran mit einer EEG-Studie an, die untersucht, wie Kinder im Alter von 10–12 Jahren ihr eigenes Abschneiden bei multiplikativen Aufgaben einschätzen und wie sich diese Überwachung im Gehirn widerspiegelt. Aufbauend auf früheren Befunden mit Erwachsenen werden Zusammenhänge zwischen Fehlerverarbeitung, Reaktionszeiten, Vertrauen und neuronalen Korrelaten (Ne/Pe) geprüft. Die Studie adressiert eine entscheidende Entwicklungsphase der Metakognition und verspricht neue Einsichten in die neurokognitive Architektur des Monitorings im arithmetischen Problemlösen (Bellon et al., 2020). Gemeinsam verdeutlichen die Beiträge, dass metakognitive Fähigkeiten nicht nur Prädiktoren mathematischer Kompetenz, sondern integrale Bestandteile des Lernprozesses sind. Sie betonen die Notwendigkeit einer interdisziplinären Verzahnung von Neurowissenschaft, Psychologie und Fachdidaktik, um Lernprozesse wirksam zu unterstützen und mathematisches Lernen evidenzbasiert weiterzuentwickeln. Beiträge des Symposiums Metakognition aus neurokognitiver Perspektive: Relevanz für schulisches Lernen Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass metakognitive Fähigkeiten, oft als „thinking about thinking“ beschrieben, entscheidend für effektives Lernen und schulischen Erfolg sind. Sie ermöglichen es Schüler:innen, Fehler zu erkennen, Lernstrategien zu reflektieren und ihre Herangehensweise zur Lösung eines Problems aktiv anzupassen (Guo, 2022). Trotz der anerkannten Bedeutung metakognitiver Prozesse im Schul- und Lernkontext gibt es erst in den letzten Jahren intensive Bestrebungen, die (neuro-)kognitiven Mechanismen der Metakognition im mathematischen Kontext zu untersuchen. Im Rahmen dieses Vortrags werde ich auf diese Entwicklungen eingehen und aktuelle (neuro-) kognitive Studienbefunde aus der Metakognitionsforschung diskutieren, die insbesondere die Relevanz der beiden regulierenden kognitiven Komponenten der Metakognition in den Vordergrund rücken: Überwachung und Steuerung. Überwachung bezeichnet die Fähigkeit, den eigenen Wissensstand oder die eigene Leistung während der Bearbeitung einer Aufgabe einzuschätzen, während Steuerung die gezielte Anpassung von Strategien auf Basis dieser Einschätzung beschreibt. Zur Verdeutlichung dieser Aspekte werde ich sowohl behaviorale als auch neurowissenschaftliche Studien, darunter funktionelle Magnetresonanzstudien (fMRI) und Elektroenzephalografie (EEG), mit Kindern und Erwachsenen vorstellen, die die neuronalen Korrelate dieser Regulierungsprozesse im Kontext mathematischer Problemstellungen untersuchen. Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten Zusammenhang zwischen metakognitiven Regulierungsprozessen, Mathematikleistung und Lernfortschritt und belegen die zentrale Bedeutung dieser Fähigkeiten (z.B., Jacobs et al., 2024). Zudem liefern die Studien erste Hinweise auf die (neuro-)kognitiven Mechanismen, die diesen Prozessen zugrunde liegen, und ermöglichen somit ein besseres Verständnis ihrer Wirkungsweise (z.B., Thagizadeh et al., in prep). Letztlich bietet die Verbindung dieser Forschungserkenntnisse und schulischer Praxis ein vielversprechendes Fundament, um Lernprozesse besser zu verstehen und Lernkompetenzen gezielt zu fördern. Metakognition im arithmetischen Lernen: Prädiktive Befunde und didaktische Implikationen Aktuelle wissenschaftliche Befunde zeigen, dass metakognitive Fähigkeiten eine zentrale Rolle für das arithmetische Lernen besitzen. Sie ermöglichen es Kindern, ihre Lösungswege einzuschätzen, Fehler zu identifizieren und Strategien zielgerichtet anzupassen (Ahmad et al., 2018). Besonders die aufgabenspezifische metakognitive Überwachung erweist sich als prädiktiv valide für spätere Rechenleistungen und leistet somit einen maßgeblichen Beitrag zur Entwicklung arithmetischer Kompetenzen (Bellon et al., 2019). Darüber hinaus lassen sich domänenübergreifende Effekte beobachten, etwa der Zusammenhang zwischen metakognitiven Fähigkeiten im Bereich der Arithmetik und der Rechtschreibleistung (Bellon et al., 2020). Zunehmend rückt die Rolle der Metakognition zudem bei der Bewältigung von Interferenzen – Konflikten zwischen alltagsnaiven Vorstellungen und mathematisch intendierten Konzepten – in den Fokus. Solche Interferenzeffekte beeinträchtigen insbesondere das Verständnis grundlegender arithmetischer Inhalte und treten häufig an konzeptuellen Übergängen auf, etwa im Stellenwertverständnis oder beim Aufbau von Operationsvorstellungen. Erste Befunde deuten darauf hin, dass Kinder mit ausgeprägteren metakognitiven Fähigkeiten diese Interferenzen besser identifizieren und regulieren können, was sich positiv auf die Konzeptentwicklung und Rechenleistung auswirkt (Meier et al., 2022; Stricker et al., 2021). Im Vortrag wird herausgearbeitet, inwieweit die genannten neuro- und kognitionswissenschaftlichen Befunde bereits in der Mathematikdidaktik rezipiert sind und welche Implikationen sich für die Gestaltung arithmetischer Lernprozesse in der Primarstufe ergeben. Abschließend wird ein längsschnittlich angelegtes Forschungsvorhaben vorgestellt, das den Einfluss metakognitiver Fähigkeiten auf die arithmetische Kompetenzentwicklung im Grundschulalter untersucht. Metacognitive Monitoring in Arithmetic Problem-Solving: An EEG Study with Children Age 10-12 Metacognitive monitoring, the ability to evaluate one’s own performance, is crucial for effective learning. (Rinne & Mazzocco, 2014). However, less is known about its neurocognitive mechanisms in the academic context, such as multistep problem-solving, like Mathematics, especially with children. In this study, for the first time in this context, we examine how children aged 10–12 years (N = 40) monitor their performance while solving multiplication problems and how this is reflected in their brain activity. Children complete paper-and-pencil tasks assessing arithmetic and reading fluency, followed by an electroencephalogram (EEG) session. During EEG recording, participants verify a multiplication answer and then rate their confidence in their answer on a 6-point Likert scale from “not sure” to “sure.” We have collected data from 15 children and expect to complete the sample by the symposium dates. Our prior research with a similar adult design showed a significant association between online arithmetic performance (error rates and reaction time) and monitoring (confidence). At the neural level, error-related potentials (Ne/Pe) systematically varied with confidence, reflecting monitoring during arithmetic problem solving. We will analyze the children’s data to explore whether similar patterns at both the behavioral and neural levels emerge. Since this age range is critical for the development of metacognition(Bellon et al., 2020), this research could help shed light on the underlying neurocognitive architecture that supports monitoring abilities, which are vital for error detection and learning multistep problem solving, such as in arithmetic. |
| 16:00 - 16:30 | Symposium 3a Ort: PHSt_A02.06 |
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Die Selektionsfunktion der österreichischen Volksschule und die Rolle von Noten beim Übergang in die weiterführenden Schulen in verschiedenen regionalen und sozialen Kontexten Ungleichheiten bei Bildungsentscheidungen, insbesondere beim Übergang zwischen Primar- und Sekundarstufe, sind ein viel beforschtes Feld (Pessl-Falkensteiner et al., 2023). Gleichzeitig liegen – insbesondere für Österreich – bislang nur wenige empirische Daten über die konkreten schulischen Praktiken während dieser Übergangsphase sowie über die Orientierungen und Entscheidungskriterien von Schüler:innen und Eltern vor. Diese Praktiken entstehen nicht isoliert, sondern werden durch formale Vorgaben und institutionelle Selektionsmechanismen gerahmt. Dabei spielen die Noten in der Volksschule eine wichtige Rolle an dieser zentralen Schaltstelle des Bildungssystems. So lässt sich im städtischen Raum ein Volksschul-Numerus-Clausus für die begehrten weiterführende Schulen beobachten. Darüber hinaus wird die Verteilung durch Aufnahmeprüfungen bzw. schulprofilspezifische Eignungsanforderungen und durch ressourcenbedingte Beschränkungen der verfügbaren Plätze geregelt. Sozialräumliche Disparitäten führen dazu, dass Grundschulen sehr unterschiedliche Voraussetzungen für den Übergang bereitstellen. Daneben strukturiert die Angebotsstruktur weiterführender Schulen in den verschiedenen Bildungsräumen (Stošić, 2012) die Handlungsspielräume und Praktiken der beteiligten Akteur:innen wesentlich mit. Studien zeigen wiederholt, dass Kinder aus Familien mit umfangreicheren kulturellen, sozialen und ökonomischen Ressourcen im Bildungssystem erfolgreicher sind. Grundschulen können diese Unterschiede nur begrenzt ausgleichen, da ihre Arbeit stark vom sozialen und räumlichen Umfeld des jeweiligen Standorts geprägt ist. Während die Grundschule im Diskurs häufig als „Schule für alle“ und als Ort der Förderung verstanden wird, wird ihre Allokations- und Selektionsfunktion (Fend, 2006) wenig thematisiert. Aufgrund der strukturellen Rahmenbedingungen der österreichischen Volksschule – der kurzen Dauer von vier Jahren und dem frühen Übergang in eine selektive Sekundarstufe – kommt ihr jedoch eine zentrale Rolle in der Reproduktion bestehender Ungleichheiten zu (Breidenstein, 2020). Das Symposium richtet den Blick darauf, welche Selektionskriterien beim Übergang wirksam werden und welche Rolle insbesondere Noten spielen. Auf Basis von Daten aus zwei Forschungsprojekten werden Ähnlichkeiten und Unterschiede kontrastiv analysiert: Welche Rolle spielen Angebotsstrukturen und damit in Verbindung stehende Bewertungen von Schulen im lokalen Schulmarkt? Welche Orientierungen und Praktiken lassen sich bei den unterschiedlichen Akteursgruppen beobachten? Und wie gehen Lehrer*innen der Primar- sowie der Sekundarstufe mit den Herausforderungen und Spannungsverhältnissen in Hinblick auf Übergang und Selektion um? Beiträge des Symposiums Volksschullehrpersonen zwischen Fördern und Auslesen - Bewältigungsversuche der Selektionsaufgabe Lehrpersonen der Volksschule wird in der frühen Übergangsentscheidung in die weiterführenden Schulen eine zentrale Rolle zugewiesen: Durch ihre Notenvergabe gestalten sie den weiteren Bildungsweg, v.a. im städtischen Raum, maßgeblich mit. Die widersprüchliche Aufgabe von Förderung und Selektion (Helsper, 2022) zeigt sich an dieser zentralen Schaltstelle des Bildungssystems besonders deutlich. Sie müssen ihre Schüler:innen auf die weiterführenden Schulen vorbereiten, das Lern- und Arbeitsverhaltens der Kinder mit einer Note bewerten und Schüler:innen und Eltern über die weiterführenden Schulen beraten. Mittlerweile steht im Lehrplan der Volksschule explizit die Aufgabe der „Bildungs-, Berufs- und Lebensorientierung“ als übergreifendes Thema. Noten sollen in diesem frühen Selektionsprozess mehrere Funktionen (Sacher, 2014) übernehmen, u.a. sollen sie Schüler:innen und Eltern informieren und die damit zusammenhängenden Bildungsentscheidungen legitimieren. Die konkreten Praktiken in einzelnen Schulen und die Perspektive der Lehrpersonen sind noch wenig erforscht. Im Rahmen des Forschungsprojekts „Schulübergreifende Kooperationsformen“ wurden Interviews mit 30 Klassenlehrpersonen der 4. Schulstufe in acht städtischen Volksschulen in Tirol geführt. In diesem Beitrag wird der Blick auf die Handlungsanforderungen und Bewältigungsstrategien von Lehrpersonen in dieser Übergangsphase gelegt: Welche Belastungen zeigen sich im Zusammenhang mit der Aufgabe von Förderung und Auslese? Wie erleben sie die Zusammenarbeit mit den Eltern? Wie werden sie von der Schulleitung in dieser Übergangsphase unterstützt? Die Daten zeigen, dass die Übergangsphase von den interviewten Lehrpersonen individuell sehr unterschiedlich erlebt wird. Auch die Selektionsfunktion der Noten variiert an den einzelnen Schulstandorten deutlich. Als belastend erleben Lehrpersonen u.a. den Druck von schulwahlaktiven Eltern oder den Motivationseinbruch der Schüler:innen, wenn sie nicht in ihre Wunschschule kommen. Übergangslogiken im Vergleich: Wie regionale Kontexte die Bedeutung von Noten bei der Schulwahl prägen Dieser Beitrag widmet sich der Frage, wie Übergänge von der Volksschule in die Sekundarstufe I in verschiedenen Bildungsräumen (Stošić, 2012; Fernandez & Zehetner, 2025) gestaltet, erlebt und gerahmt werden. Der Fokus liegt insbesondere darauf, welche Bedeutung Noten als formales Kriterium je nach regionalem und sozialem Kontext entfalten. Untersucht wird aber auch die Rolle darüber hinaus gehender Wahl- und Selektionskriterien sowie unterschiedlicher institutioneller Beratungspraktiken und schulischer Angebotsstrukturen. Grundlage ist eine qualitative Längsschnittstudie mit 208 Schüler:innen, 131 Eltern sowie Lehr- und Leitungspersonen an 9 Volksschulen und 12 Schulen der Sekundarstufe I in städtischen, kleinstädtischen und ländlichen Regionen der Steiermark. Die Auswertung erfolgt aus einer Mehrebenenperspektive und nach den Prinzipien der Grounded Theory (Berg & Milmeister, 2011). Die Ergebnisse zeigen vier unterschiedliche Übergangslogiken. In privilegierten urbanen Räumen gilt der Besuch des Gymnasiums als selbstverständlich und statusstabilisierend, Während die Mittelschule als Schulform abgewertet wird. Noten sind hier von zentraler, statussichernder Bedeutung. In kleinstädtischen Regionen orientiert sich Schulwahl stärker an wahrgenommenen Begabungen und Schulprofilen, wodurch Noten deutlich an Bedeutung verlieren. In peripheren ländlichen Gebieten erfolgt der Übergang überwiegend in die nächstgelegene Mittelschule, die meist als einzige Option angesehen wird. Schulwahl erscheint kaum als aktiver Entscheidungsprozess, weshalb Noten eine untergeordnete Rolle spielen oder gar nicht thematisiert werden. In benachteiligten städtischen Quartieren schließlich wird die Entscheidung stark durch räumliche Nähe und begrenztes Wissen über schulische Optionen geprägt; Beratungsangebote erreichen viele Familien nicht ausreichend, sodass Entscheidungen häufig auf fragmentarischem Wissen beruhen. Gute Noten stellen Grundlage für Hoffnungen auf Bildungsaufstieg dar, die jedoch im Übergang nicht selten enttäuscht werden. Selektion im Übergangsprozess aus der Perspektive der Sekundarstufe: Implizte und explizite Auswahlkriterien in städtischen Bildungsräumen Der dritte Beitrag des Symposiums widmet sich der Perspektive von Lehrer:innen und Schulleitungen der Sekundarstufe, insbesondere in urbanen Gebieten. In Hinblick auf Selektionspraktiken spielen hier die Definition von Auswahlkriterien, auch jenseits von Noten, deren Vermittlung und Legitimation sowie die konkrete Anwendung eine Rolle, jeweils im Zusammenspiel mit formalen Rahmenbedingungen und Vorgaben der Schulerhalter. Gleichzeitig geht es in der Sekundarstufe auch darum, mit den Folgen (unterschiedlicher) Wahl- und Selektionsprozesse umzugehen und die damit verbundene Lenkung und Auswahl von Schülergruppen und ihre Auswirkung auf die Unterrichtsgestaltung praktisch zu bearbeiten. Diese verschiedenen Aspekte werden in Auseinandersetzung mit empirischem Material aus beiden Projekten untersucht: Welche Entwürfe und Bewertungen von Noten und Selektion im Übergangsprozess finden sich bei Lehrpersonen und Schulleitungen der Sekundarstufe? Welche expliziten und impliziten Selektionskriterien werden in den jeweiligen Schulen angewandt, und welche Auswirkungen haben diese? Und wie gehen Schulen der Sekundarstufe mit den Ergebnissen unterschiedlicher Selektionsprozesse und damit verbundenen Herausforderungen um – etwa großer Heterogenität oder (unerwarteten) Problemen und Defiziten. Berücksichtigt werden qualitative Daten von Interviews mit Lehrpersonen und Schulleitungen aus steirischen und Tiroler Schulen (Mittelschulen und Gymnasien), die in Hinblick auf zentrale Probleme, Ähnlichkeiten und Unterschiede befragt werden. Dabei zeigen sich sowohl in den steirischen als auch in den Tiroler Schulen eine hohe Bedeutung von Noten der Volksschule für die begehrten Schulen, was als „Volksschul-Numerus Clausus“ verstanden werden kann. Gleichzeitig zeigen die Interviews mit Schulleiter:nnen und Lehrpersonen v.a. von den beteiligten Gymnasien eine deutliche Infragestellung der Noten des Volksschulzeugnisses, wobei vor allem derenfehlende Aussagekraft kritisiert wird. |
| 16:00 - 16:30 | Einzelbeitrag 17 Ort: PHSt_A02.12 |
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Projekt FoPs im Rückblick - Ergebnisse, Erfahrungen, Erkenntnisse 1: Pädagogische Hochschule Wien; 2: Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Niederösterreich; 3: Universität Wien Das Projekt FoPs – Forschendes Lernen in der Primarstufe – ist ein Entwicklungs- und Forschungsprojekt der KPH Wien/Niederösterreich, der PH Wien und der Universität Wien, AECC Chemie, mit der Laufzeit von 2021 bis 2026. Ziel war die Entwicklung und Evaluation von Unterrichtsmaterial für den naturwissenschaftlichen Sachunterricht zu einer konkreten Sache aus der Alltagswelt der Schüler:innen mit den Schwerpunkten Forschendes Lernen, Denk- und Arbeitsweisen und sprachliche Förderung. Themen, die behandelt werden, sind z.B. die Suppe, der Schnee, der Klassenraum oder auch das Kochsalz. Das Material für Schüler:innen ist dreiteilig, dabei stellt Teil A die Einleitung in das Thema dar und ist für alle gedacht. Teil B und C enthalten dieselben Forschungsfragen, unterscheiden sich allerdings in der Offenheit bezüglich Forschenden Lernens. Bei Teil B ist die Durchführung der Untersuchungen vorgegeben, die Interpretation wird von den Schüler:innen übernommen. Teil C dagegen enthält nur die Forschungsfrage – die Schüler:innen entscheiden selbst über die Methode, mit der sie dieser nachgehen wollen. Damit ist eine wirkungsvolle Differenzierung innerhalb des Sachunterrichts möglich. Den Lehrpersonen steht umfangreiches Begleitmaterial zur Verfügung. Dieses enthält unter anderem eine fachliche Klärung, Lösungsvorschläge und sprachliche Unterstützungsmaßnahmen wie Satzanfänge, Tippkarten oder Wortspeicher. Evaluiert wurden die Materialien einem Design-Based Research Ansatz folgend mithilfe verschiedener Methoden: Unterrichtsbeobachtung, Lehrpersonen-Interviews sowie schriftliche Befragung von Studierenden (n =100). In unserem Beitrag wird ein umfassender Rückblick auf das Projekt gegeben und konkret auf die schriftliche Befragung zu zwei Themen eingegangen. Mit der Diskussion der Erkenntnisse und dem Aufzeigen der Relevanz für die Grundschulforschung schließt unser Beitrag. |
| 16:00 - 16:30 | Einzelbeitrag 90 Ort: PHSt_A02.14 |
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Zukunft der Lehrer:innenfortbildung: Wirksamkeit digitaler Formate für die Professionalisierung KPH Wien/Niederösterreich, Österreich Digitale Lehrformate sind im Hochschulkontext und in der Fortbildung unverzichtbar. An der KPH Wien/Niederösterreich wird der digitalen Gestaltung von Fortbildungen hohe Bedeutung für die Professionalisierung insbesondere von Grundschullehrer:innen beigemessen. Die Digitalisierung bietet Chancen und Herausforderungen, die gezielte Unterstützung für Grundschullehrpersonen erfordern. Das Forschungsprojekt untersucht digitale Fortbildungen an der KPH Wien/Niederösterreich (ca. 200 pro Studienjahr, ohne SCHILF/SCHÜLF). Im Fokus stehen Begriffsklärung, Design, Gelingensfaktoren, Wirksamkeit und Motivation. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Welche Wirkungen zeigen digitale Fortbildungsformate für Lehrpersonen?“ Digitale Formate stehen im Vordergrund (einteilige, mehrteilige und modulare Fortbildungen). Das Projekt begann im Sommersemester 2025 mit der Planung, der Begriffsklärung und einem Literature Review. Von Wintersemester 2025 bis Sommersemester 2026 folgen theoretische Verortung, Forschungsdesign, Messinstrumenterstellung und eine Pilotstudie. Im Wintersemester 2026/27 erfolgt die Befragung der Teilnehmenden (zwei Messzeitpunkte, t1 und t2), Referent:innen (t1) und planenden Mitarbeiter:innen (t0) mittels Online-Fragebogen. Ziel ist es, Merkmale wirksamer digitaler Angebote zu identifizieren und diese in die Gestaltung künftiger Formate im Einklang mit dem Bundesqualitätsrahmen für Fort- und Weiterbildung (BMBWF, 2021) einfließen zu lassen. Das Projekt trägt zudem zur Umsetzung des Ziel- und Leistungsplans 2025–2027 der KPH bei, insbesondere zur Entwicklung bedarfsgerechter Fortbildungsangebote. |
| 16:00 - 16:30 | Einzelbeitrag 5 Ort: PHSt_A02.16 |
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Die Eignung authentischer Vignetten zur Förderung reflexiver und handlungsorientierter Kompetenzen von (angehenden) Lehrpersonen im inklusiven Kontext Pädagogische Hochschule Kärnten, Österreich Lehrkräfte in hochgradig heterogenen inklusiven Klassen stehen vor komplexen pädagogischen und ethischen Herausforderungen. Basierend auf Interviews mit erfahrenen Grundschullehrkräften zeigt eine Vorstudie, dass Belastungen weit über Disziplinprobleme hinausgehen: Begrenzte Handlungsspielräume, unzureichende Ressourcen und vielgestaltigen Anforderungen durch beanspruchende Schüler:innensituationen erzeugen ein Spannungsfeld zwischen professioneller Verantwortung und realen Möglichkeiten. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende qualitative Studie die Eignung neu entwickelter Unterrichtsvignetten als Lern- und Reflexionsinstrument in der Lehrer:innenbildung. Leitfragen sind:
In Gruppengesprächen mit Lehramtsstudierenden der Primarstufenausbildung (N = 52) wird analysiert, inwieweit die Vignetten zur Entwicklung zentraler professionsbezogener Kompetenzen beitragen – insbesondere zur gezielten Beobachtung komplexer Unterrichtssituationen, zur reflektierten Beurteilung von Handlungsoptionen sowie zur Befähigung zukünftiger Lehrpersonen, differenzierte und möglichst wirksame Entscheidungen im inklusiven Unterricht zu treffen (Combe & Kolbe, 2008). Das methodische Vorgehen kombiniert inhaltsanalytische und vignettenspezifische Codierungen entlang von sieben Dimensionen (Authentizität, kognitive Aktivierung, Handlungsorientierung, Begründungsqualität, Transfer, Emotionen/Haltungen, Unterstützungsbedarf). Erste Ergebnisse zeigen, dass Vignetten Beobachtungs- und Urteilsprozesse anregen und den Studierenden helfen, pädagogische Dilemmata als Lernanlässe zu begreifen. Die Studie leistet damit einen Beitrag zur Diskussion, wie Beobachtung, Beurteilung und Befähigung in der Lehrer:innenbildung zusammenwirken können, um zukünftige Lehrkräfte auf die vielfältigen Anforderungen inklusiver Bildung vorzubereiten. |
| 16:00 - 16:30 | Symposium 1a Ort: PHSt_A01.04 |
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Von der Beobachtung zur Befähigung: Innovative Wege in der Lesediagnostik und -förderung Das Symposium vereint aktuelle didaktische Ansätze und digitale Methoden, um evidenzbasierte Lesediagnostik und -förderung im Grundschulbereich zu stärken. Die vier Beiträge widmen sich interdisziplinären Perspektiven und untersuchen die Möglichkeiten, individuelles Leseverständnis und Lesekompetenz in heterogenen und inklusiven Lernsettings zu fördern. Damit greift das Symposium die zentralen Themen der Konferenz „B³: Beobachten – Beurteilen – Befähigen“ auf und beleuchtet innovative Methoden zur Beobachtung und Beurteilung von Lernprozessen sowie zur Befähigung von Lehrkräften und Schüler*innen, um den Herausforderungen einer zunehmend heterogenen Bildungslandschaft gerecht zu werden. Der erste Beitrag zeigt, wie Open Educational Practice (OEP) und digitale Förderdiagnostik durch ko-kreativ entwickelte Open Educational Resources (OER) die datenbasierte Leseförderung unterstützen. Die Plattform Levumi.de dient dabei als Beispiel für die Verbindung von Diagnostik und interaktiven Fördermaterialien. Im zweiten Beitrag wird das Grammatikfähigkeiten Gruppenscreening (GraF GruS) vorgestellt, ein ökonomisches Instrument zur Erfassung rezeptiver grammatischer Kompetenzen im Gruppensetting. Es bietet Lehrkräften eine praxisnahe Möglichkeit, Sprachverständnis als Grundlage für Lesekompetenz zu beurteilen und gezielt zu fördern. Der dritte Beitrag präsentiert Ergebnisse einer Mixed-Methods-Studie zur differenzierten Leseförderung mit digitalen Medien. Dabei werden Chancen und Herausforderungen evidenzbasierter Ansätze diskutiert, die Diversität in Klassen berücksichtigen und individuelles Leseverständnis fördern. Abschließend wird im vierten Beitrag eine Design-Based-Research-basierte Fortbildungsreihe zur digitalen Lesediagnostik und -förderung vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen, wie Lehrkräfte durch gezielte Fortbildung befähigt werden, digitale Tools effektiv einzusetzen und individuelle Förderentscheidungen zu treffen. Das Symposium bietet eine umfassende Perspektive auf die Verbindung von Diagnostik, Differenzierung und digitaler Förderung und zeigt praxisrelevante Wege auf, wie Beobachten, Beurteilen und Befähigen im Grundschulbereich nachhaltig von der Fortbildung bis in die Klasse umgesetzt werden können. Beiträge des Symposiums Open Educational Practice trifft digitale Förderdiagnostik: Ko-kreative Entwicklung interaktiver OER-Tools für die Leseförderung Digitale Open Educational Resources (OER) bieten das Potenzial, praxistaugliche, frei zugängliche und flexibel adaptierbare Materialien bereitzustellen, die Lehrkräfte bei der Gestaltung evidenzbasierter und individualisierter Lehr- und Lernprozesse unterstützen. Ihre Qualität wird durch transparente Entwicklungsprozesse, systematische wissenschaftliche Prüfung und kontinuierliche Rückmeldungen aus der Praxis gesichert. Im Sinne der Open Educational Practice (OEP) entsteht Qualität dabei nicht durch eine einmalige Erstellung, sondern durch einen offenen, iterativen Entwicklungsprozess, in dem Lehrkräfte, Studierende und Forschende gemeinsam an der Verbesserung und Weiterentwicklung der Ressourcen arbeiten. Während im deutschsprachigen Raum zahlreiche Unterrichtsmaterialien als OER verfügbar sind (Klar et al., 2024), existieren im Bereich der digitalen Förderdiagnostik bislang nur wenige offene Ressourcen (Jungjohann, 2024). Der Vortrag beleuchtet, wie OEP zur digitalen Beurteilung und Befähigung in der datenbasierten Leseförderung beiträgt. Zunächst wird die universitäre OER-Plattform Levumi.de vorgestellt. Anhand aktueller grundschulbezogener Forschungsergebnisse werden die konzeptuell verbundenen OER-Tests zur Lernverlaufsdiagnostik in den Bereichen Lesen, Rechtschreiben und Sprachverständnis sowie die OER-Lesefördermaterialien Levumis Leseabenteuer (Jungjohann et al., 2020) präsentiert. Darauf aufbauend werden interaktive Aufgabenformate zur Förderung von Lesekompetenzen und Lesemotivation vorgestellt, die im Rahmen hochschuldidaktischer Seminare nach dem Prinzip der OEP ko-kreativ entwickelt wurden. Alle Materialien sind frei über das OpenMoodle der Technischen Universität Dortmund verfügbar und können unmittelbar in der schulischen Praxis adaptiert und genutzt werden. Abschließend wird diskutiert, wie OEP zur Professionalisierung von Lehrkräften beiträgt, welche Möglichkeiten der qualitätssichernden Rückkopplung aus der Praxis bestehen und welche Hürden bei der Umsetzung und Adaption von OER auftreten. Ohne Sprachverständnis kein Leseverständnis – Identifikation rezeptiver Grammatikschwierigkeiten in der Schuleingangsphase mittels GraF GruS Grammatikfähigkeiten sind entscheidend für Kommunikationsfähigkeit, Literalität und schulischen Erfolg (Ulrich, 2017). Die Diagnose von rezeptiven Grammatikschwierigkeiten bei jungen Kindern ist jedoch herausfordernd, da diese in spontaner Sprache oft unentdeckt bleiben und das Sprachverständnis erheblich beeinträchtigen können (Spreer et al., 2019). Bevor Lehrkräfte grammatische Schlüsselkompetenzen adäquat und individuell fördern können, sollten sie diese zunächst mittels standardisierter Instrumente erheben. Im Kindergarten- bzw. Schulalltag ist dies im Einzelsetting aber schwer umsetzbar, weshalb Gruppenverfahren notwendig erscheinen (Lüke et al., 2016). Für die Einschätzung rezeptiver grammatischer Fähigkeiten gibt es für den Kindergarten- und Grundschulkontext bislang kaum ökonomisch einsetzbare standardisierte Gruppenverfahren, die keinerlei Schriftsprachkompetenzen der zu testenden Kinder voraussetzen. Im Fokus dieses Beitrags steht das Grammatikfähigkeiten Gruppenscreening (GraF GruS), was Pädagog*innen hierfür eine Lösung bietet. Im Beitrag skizzieren wir den Aufbau des Verfahrens, welches zukünftig der Erfassung rezeptiver grammatischer Kompetenzen im Gruppensetting (Zielgruppen: Kinder von 4-8 Jahren) dienen soll. Wir stellen zudem Ergebnisse der Validierung, die derzeit im Kindergarten (n=60) und im Januar/Februar 2026 in Schulen (n=200) sowohl in Graz als auch Berlin durchgeführt werden, vor. Zur Überprüfung der Validität des Instruments werden Lehrpersoneneinschätzungen, zwei etablierte Verfahren zur Erfassung grammatischer Fähigkeiten sowie ein Verfahren zur Erfassung des Leseverständnisses mit verschiedenen Teilstichproben eingesetzt. Ziel ist es, die Validität des GraF GruS zu evaluieren und seine Eignung für den Einsatz im schulischen Kontext zu bestätigen. Mit dem finalen GraF GruS soll Lehrkräften ein praxisnahes, ökonomisches Erhebungsinstrument zur Verfügung stehen, um rezeptive grammatische Fähigkeiten in Syntax und Morphologie zu beurteilen und gezielte Fördermaßnahmen für Kinder mit Schwierigkeiten zu ermöglichen. Differenzierung, evidenzbasierte Ansätze und digitale Medien - zu viel und doch zu wenig? Ergebnisse einer Mixed-Method-Studie zur differenzierten Leseförderung in der Primarstufe Ausreichende Lesefähigkeit und digitale Kompetenzen befähigen zu einer selbstbestimmten Lebensgestaltung im 21. Jahrhundert (European Commission. Directorate General for Education, Youth, Sport and Culture., 2019). Deshalb bedarf es bereits in der Primarstufe einer Vermittlung dieser Kompetenzen, die die individuellen Voraussetzungen der Schüler*innen berücksichtigt. Digitale Tools verfügen dafür über ein grundlegendes Potenzial (Seifert, 2020). Das vorgestellte Projekt versucht lesedidaktische und digitale Ansätze in einem innovativen Unterrichtsformat zu kombinieren. Dabei geht der Beitrag der Frage nach, welche Chancen und Herausforderungen sich im digitalen Kontext bei einer evidenzbasierten differenzierten Unterrichtsgestaltung in der dritten Schulstufe eröffnen. Im vorliegenden Beitrag kommt ein Mixed-Methods-Ansatz (QUAN + QUAL) in einem parallelen Design zum Einsatz, wobei eine dreigeteilte Interventionsgruppe (N=708) und eine Kontrollgruppe (N=204) zwischen November 2024 bis März 2025 begleitet wurden. Jede Subgruppe erhielt das gleiche differenzierte digitale Unterrichtsmaterial, jedoch mit unterschiedlichen Leseförderansätzen: Lesestrategien (n=225), Wortschatzarbeit (n=220) und Audiofunktion (n=259). Das Leseverständnis wurde im Pre-Post-Design mit dem GraLeV (Grazer Leseverständnistest, Paleczek et al., 2023) erhoben. Zusätzlich wurden 37 Stundenbeobachtungen ausgewertet, 34 Interviews mit den beteiligten Lehrpersonen durchgeführt sowie 150 Bildschirmaufnahmen und 603 Fragebögen mit den Schüler*innen erhoben. Die Präsentation wird Ergebnisse basierend auf den unterschiedlichen Daten liefern und es wird diskutiert, wie ein auf digitalen und evidenzbasierten leseförderlichen Elementen gestützter Unterricht, der die Diversität in Klassen berücksichtigt und eine individuelle Förderung des Leseverständnisses ermöglicht, unterstützt werden kann. Zwischen Anspruch und Schulrealität: Eine DBR-basierte Fortbildungsreihe zur digitalen Lesediagnostik und -förderung in der Primarstufe Basale Lesefertigkeiten wie das Automatisieren von Rekodier- und Dekodierprozessen sowie teilweise Prozesse des Leseverständnisses können durch den Einsatz digitaler Tools gefördert werden (Silverman et al., 2024). Potenziale liegen auch in der digitalen Erhebung des Lernverlaufs, des individuellen Schüler*innenfeedbacks und der Lesediagnostik (Jungjohann et al., 2018). Um diese Möglichkeiten im täglichen Leseunterricht der Primarstufe wirksam nutzen zu können, benötigen Lehrkräfte fachspezifische, technologische und organisatorische Kompetenzen, die eine gezielte Integration digitaler Technologien in den Leseunterricht ermöglichen (European Commission, 2017). Derzeit fühlen sich nur etwa 40 % der Lehrkräfte ausreichend dazu befähigt, digitale Tools in den Unterricht fachspezifisch zu integrieren (OECD, 2019). Im Rahmen eines Design-Based-Research-Ansatzes wurde eine mehrteilige Fortbildungsreihe zur digitalen Lesediagnose und -förderung für Grundschullehrkräfte entwickelt, erprobt und evaluiert. Die Evaluation folgte einem Mixed-Methods-Design mit quantitativen Pre-Post-Erhebungen, leitfadengestützten Interviews und Fallvignetten. Ziel ist es, den Kompetenzzuwachs der Teilnehmenden, die Qualität der Förderentscheidungen sowie Veränderungen in der Nutzung digitaler Tools im Unterricht zu untersuchen. Die Ergebnisse geben Aufschluss darüber, inwiefern die Fortbildung zur Steigerung der wahrgenommenen Handlungssicherheit, zur Erhöhung der Nutzungsfrequenz digitaler Medien und zur passgenaueren individuellen Förderung beiträgt. Damit liefert die Studie praxisrelevante Erkenntnisse für die nachhaltige Implementierung digitaler Leseförderung in der Grundschule. |
| 16:00 - 16:30 | Symposium 2a Ort: PHSt_A01.17 |
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Worldcafé der Talente: Wie man Stärken in der Praxis fördern kann Das Symposium setzt sich in Form eines Worldcafés in vielfältiger Weise mit dem Befähigen von Schüler*innen aber auch Pädagog*innen auseinander. Um Teilnehmer*innen zur aktiven, kritischen Auseinandersetzung und zum Dialog über Begabungs- und Begabtenförderung anzuregen und individuelle Vertiefungen in die Thematik zu ermöglichen, werden die Einzelbeiträge des Symposiums gemäß der Methode des World-Cafés präsentiert, wobei jeder Beitrag mit einer Präsentation eingeleitet wird, welche gleichzeitig Input und Impuls für die Diskussion der jeweiligen Thematik darstellt. In den Beiträgen werden eine innovative, asynchrone Fortbildungsreihe zu Kernthemen der Begabungs- und Begabtenförderung und praxiserprobte Konzepte zur Erkundung von Potenzialen Lernender für den schulischen Kontext und Projekte zur Förderung von MINT-Kompetenzen von Schüler*innen präsentiert. Beitrag A stellt das Thema Begabungs- und Begabtenförderung umfassend dar, indem Begabung als mehrdimensionales, dynamisches Konzept (Resch & Rogl, 2019) definiert wird und zentrale Kernthemen der Begabungs- und Begabtenförderung (Vock & Preckel, 2021) systematisch angeführt und erläutert werden. Diese Ausführungen bilden die literaturbasierte Grundlage sowohl für die Darstellung der Fortbildungsreihe als auch für das zugehörige Praxisforschungsprojekt. Zugleich schaffen die Kernthemen die theoretische Basis für die praxiserprobten Konzepte und Projekte, die in den folgenden Beiträgen aufgegriffen werden: Beitrag B gibt Einblicke in ein Konzept inklusive Evaluation, das an Schulstandorten implementiert werden kann, um vielfältige Begabungen zu erkunden und zu fördern, Beitrag C ergänzt dies durch eine Darstellung von MINT-Projekten sowie zugehörigen Evaluationsergebnisse und zeigt auf, wie stärkenorientierte Förderung in diesem Bereich konkret umgesetzt werden kann. Insgesamt zielt das Symposium darauf ab, zu verdeutlichen, dass Pädagog*innen eine zentrale Rolle in den Bildungsbiografien junger Menschen einnehmen und dass Begabungsförderung ein wesentliches Bildungsanliegen des österreichischen Bildungssystems darstellt (BMB, o. J.; BMBWF, 2017). Gemäß dem Grundsatzerlass zur Begabungs- und Begabtenförderung richtet sich Begabungsförderung, die auch die Begabtenförderung einschließt, darauf, alle Schüler*innen in der ganzheitlichen Entwicklung ihrer Persönlichkeit und ihrer Leistungspotenziale zu unterstützen, zu begleiten und gezielt zu fördern. Im Sinne der Chancengerechtigkeit hat die Schule die grundsätzliche Aufgabe, jede*n Lernende*n in der Potenzialentwicklung zu fördern. Diesen Intentionen folgend, soll das Symposium Teilnehmer*innen Wege aufzeigen, wie Lernende durch eine begabungsförderliche Lernkultur in der Entfaltung ihrer Fähigkeiten und der Erweiterung ihres Wissens individualisiert unterstützt werden können. Beiträge des Symposiums Hören – Lernen – Fördern: Podcasts in der Lehrer*innenfortbildung als Motor auf dem Weg zur begabungsfördernden Schule Dieser Beitrag präsentiert mit dem Podcastformat ein innovatives, online-asynchrones mediendidaktisches Konzept der Lehrer*innenbildung, das den Anforderungen einer Erweiterung moderner Lehr- und Lerntechnologien im Bildungsbereich gerecht wird (OECD, 2023; BMB, 2025). Es werden Beispiele, in denen Folgen einer Podcastreihe und weitere theoriebasierte sowie praxisorientierte Angebote, welche die Auseinandersetzung von Fortbildungsteilnehmer*innen mit Expert*innenwissen zur Begabungs- und Begabtenförderung (Preckel & Vock, 2021) sowie die Entwicklung von Praxisideen anregen sollen, vorgestellt. Dieses Format zielt darauf ab, dass sich Teilnehmer*innen in digitalen Lernumgebungen – den Prinzipien von Medien- (Kerres, 2020) bzw. Hochschuldidaktik (DsH, o.J.) folgend – selbstreguliert Wissen aneignen, wobei gleichzeitig eine Flexibilisierung von Lernorten und -zeiten, eine Anpassung der Inhalte an individuelle Voraussetzungen, die Berücksichtigung von Interessen und ein Fokussieren auf Praxisbedarfe ermöglicht werden soll. Ergebnisse von Inhaltsanalysen qualitativer, erhobener Daten aus Onlinefragebögen (n=76) sowie deskriptive Auswertungen von quantitativen Daten, die mittels Online-Evaluationsbögen (n=37) zu insgesamt vier Podcastfortbildungen erhoben wurden, zeigen, dass die Teilnehmenden Wissen zu den Fortbildungsinhalten erwarben und geben darüber Aufschluss, welche Inhalte sich die Personen aneigneten. Darüber hinaus ermöglichen die Resultate Einblicke, welche themenbezogene Schlüsse und Maßnahmen für die Praxis abgeleitet wurden. Zudem zeigen die Resultate, dass die Befragten bei Rückmeldungen zum mediendidaktischen Format überwiegend auf dessen Flexibilität, Praxisbezogenheit und Förderung ihres individualisierten Lernens Bezug nahmen. BMB (2025). Digitalisierung von Studium und Lehre. Der Steirische Hochschulraum. Kerres, M. (2020). Mediendidaktik. In U. Sander, von Gross, F. & Hugger, K. - U. (Hrsg.), Handbuch Medienpädagogik, Springer. OECD (2023), Shaping Digital Education. Preckel, F. & Vock, M. (2021). Hochbegabung. Hogrefe. Begabungs- und Begabtenförderung im Talentegarten Der Talentegarten ist ein innovatives Lehr- und Lernkonzept, das auf Howard Gardners Theorie der Multiplen Intelligenzen (2005) und einem mehrdimensionalen Begabungsmodell (iPEGE, 2009) basiert und Kinder in ihrer kognitiven, sozialen und emotionalen Entwicklung ganzheitlich befähigen soll. In einer vorbereiteten, anregungsreichen Umgebung sollen Schüler*innen ihre individuellen Stärken in unterschiedlichen Intelligenzbereichen entdecken und entfalten. Die kindgerechte Raumgestaltung sowie das selbstbestimmte Lernen tragen zur Förderung Selbstwirksamkeit und intrinsischer Motivation bei (Ryan & Deci, 2000). Die offene Lernform hat zum Ziel, zum eigenständigen Denken anzuregen, die Entwicklung persönlicher Lernstrategien zu unterstützen und Verantwortungsübernahme zu stärken (Fischer, 2008). Dadurch entstehen nachhaltige Lernprozesse, die sowohl kognitive Kompetenzen als auch emotionale Bindung an das Lernen vertiefen. Kreativ gestaltete Stationen sprechen verschiedene Intelligenzbereiche an: Das Lagerfeuer der zündenden Ideen fördert interpersonale, das Zelt der traumhaften Einfälle intrapersonale Intelligenz. Die Bewegungswiese stärkt körperlich-kinästhetische, der Wasserfall der Kunst visuell-räumliche Fähigkeiten, während der Baum der Geschichten sprachliche Kreativität anregt. Ergänzend fördern die Blumen der Zahlen, die Tiere der Natur und der Regenbogen der Musik logisch-mathematische, naturalistische und musikalische Begabungen. Ziel des Talentegartens ist es, Lernräume zu schaffen, in denen Kinder sich als kompetent und wirksam erleben. Evaluationen zeigen, dass das Konzept positive Emotionen hervorruft, Motivation und Selbststeuerung stärkt und damit einen wirksamen Beitrag zur Befähigung von Schüler*innen leistet. Gardner, H. (2005). Abschied vom IQ: Die Rahmen-Theorie der vielfachen Intelligenzen (4. Aufl). Klett-Cotta. iPEGE (2009). Professionelle Begabtenförderung. Empfehlungen zur Qualifizierung von Fachkräften in der Begabtenförderung. ÖZBF. MINT Kompetenzen - Entdecken von MINT Potenzialen und Interessen sowie Maßnahmen zur Erweiterung MINT bezogener Fähigkeiten Um Schüler*innen für die erfolgreiche Auseinandersetzung mit zukünftigen Anforderungen zu befähigen, werden häufig MINT-Kompetenzen als ein spezieller, zukunftsrelevanter Bereich genannt (vgl. aktueller MINT-Strategieplan der Europäischen Kommission, 2025). Die Schaffung einer gemeinsamen MINT-Strategie in der Steiermark (Science Garden, 2025) ist ein Resultat dieser besonderen Aufmerksamkeit. Eine besondere Herausforderung bei der (nicht nur) landesweit angestrebten Erhöhung der MINT-Kompetenzen ist es jedoch, ALLE Kinder im Sinne einer breiten Begabungs- und Begabtenförderung zu erreichen und nicht nur bei besonders MINT-interessierten und begabten Kindern Leistungsexzellenz zu erreichen (vgl. Resch & Rogl, 2019). Hier ist gerade die frühe MINT-Förderung zum Aufbau eines positiven Fähigkeitsselbstkonzepts besonders relevant, denn jegliche Form von 'begabten' oder sogar 'exzellenten' Handlungen beginnt zunächst mit einer aktiven Zuwendung zum Gegenstand (vgl. Ziegler, 2005). Im aktuellen Beitrag wird zunächst, basierend auf empirischen Ergebnissen aus verschiedenen Evaluationsstudien zu MINT-Projekten, die Relevanz von überfachlichen Kompetenzen für die Förderung von Leistung und Kompetenzen aufbauend auf MINT relevanten Portenzialen diskutiert. Hier kommen - gerade in Bezug auf Geschlechtsunterschiede im MINT-Interesse - Aspekten wie Selbstwirksamkeit und Selbstkonzept oder auch der Gestaltung von MINT-Aufgaben (im Sinne der Life Sciences) eine besondere Bedeutung zu. Darüber hinaus werden zwei aktuelle Projekte vorgestellt, welche einerseits darauf abzielen Kinder der Grundstufe 2 und ihre Lehrpersonen mit Zukunftstechnologien vertraut zu machen und insbesondere das Interesse sich mit diesen weiter auseinanderzusetzen, zu fördern. Das zweite Projekt zeigt eine Umsetzungsstrategie in der Südoststeiermark, welche sich schulstandortübergreifend in Kooperation mit der regionalen Industrie die Förderung von MINT-Kompetenzen "From Small to Tall" zum Ziel gesetzt hat. |
| 16:00 - 16:30 | Einzelbeitrag 1 Ort: PHSt_A02.17 |
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Auswirkungen farbiger Silbenmarkierung auf die Lesegeschwindigkeit Freie Universität Bozen, Italien Die Silbe als sublexikalische Einheit spielt im Schriftspracherwerb eine besondere Rolle. Als gängige Markierung in Erstlesetexten hat sich vor dem Hintergrund eines „naiven Silbenmodells“ (Hinney 2014, S. 152 ff.) der sog. farbige Silbentrenner etabliert, der ursprünglich der im Mildenberger Verlag erscheinenden Silbenfibel „ABC der Tiere“ entstammt. Durch die konsequente Markierung sämtlicher Wörter im Text durch eine zumeist zweifarbig alternierende Silbenfärbung (z.B. blau-rot) soll ein buchstabenweises Erlesen vermieden und von Beginn an ein flüssiges, sinnerfassendes Lesen unterstützt werden (vgl. Kuhn 2023). Den Angaben der Verlage zufolge sollen farbig markierte Silben das flüssige Lesen von Wörtern sowie das Leseverständnis verbessern. Die Silbenmethode ist der Praxis weit verbreitet, aber empirisch bisher kaum untersucht. Als erste Studie im deutschsprachigen Raum hat das Projekt SILLE nun den Effekt der farbigen Silbenmarkierung auf die Lesegeschwindigkeit von Kindern zwischen Mitte Klasse 1 bis Ende Klasse 3 zu erfassen versucht. Als Textkorpus dienten Ausschnitte der Erstleseliteratur, insgesamt nahmen über 600 Kinder an der Studie teil. Positive Effekte der farbigen Silbenmarkierung werden in der ersten Klassenstufe erwartet. In den weiterführenden Jahrgangsstufen wird erwartet, dass diese Effekte geringer ausfallen oder verschwinden, da der Leseprozess zunehmend durch die direkte Worterkennung auf der lexikalischen Leseroute geprägt ist. Sollten die Effekte der Silbenfärbung gar negativ ausfallen, könnten die Ergebnisse zu einer kritischen Diskussion der Silbenmethode beitragen und/oder den unreflektierten Einsatz in Erstlesebüchern infrage stellen. |
| 16:00 - 16:30 | Einzelbeitrag 94 Ort: PHSt_A02.19 |
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Schulische Präventionsprogramme gegen sexualisierte Gewalt im Kontext von Kinderschutzkonzepten Universität Graz, Österreich Im Rahmen von Kinderschutzkonzeptionen in der schulischen Praxis spielen Präventionsmaßnahmen eine zentrale Rolle, die sowohl auf individueller als auch auf struktureller Ebene ansetzen. Der Beitrag beleuchtet die Bedeutung evidenzbasierter schulischer Präventionsprogramme gegen sexualisierte Gewalt und verknüpft diese mit den zentralen Themen des Kongresses: Beobachten, Beurteilen und Befähigen. Präventionsprogramme können die Beobachtungskompetenz von Lehrpersonen und anderen pädagogischen Fachkräften fördern, um Anzeichen von Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt frühzeitig zu erkennen. Die Beurteilung von Situationen, die auf sexualisierte Gewalt hinweisen, erfordert nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch ethische Sensibilität. Kapella et al. (2011) zeigen in ihrer Prävalenzstudie, wie wichtig es ist, Gewalt im sozialen Umfeld differenziert zu analysieren, um angemessene Maßnahmen zu ergreifen. Schulische Präventionsprogramme zielen darauf ab, sowohl Lehrpersonen als auch Schüler*innen zu befähigen, sich aktiv gegen Gewalt zu positionieren und angemessen zu reagieren. Kreative und partizipative Ansätze wie die theaterpädagogische Arbeit, beschrieben von Pallas (2021), bieten innovative Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche emotional und sozial zu stärken. Vor dem Hintergrund der hohen Prävalenzraten und der gravierenden psychosozialen Folgen für Betroffene ist dies ein hochrelevantes Thema (Dressing et al., 2025). Der Beitrag diskutiert, wie diese drei Dimensionen – Beobachten, Beurteilen und Befähigen –miteinander verknüpft werden können, um Kinderschutzkonzepte nachhaltig zu implementieren und weiterzuentwickeln. Befunde aus einer laufenden empirischen Studie zum Präventionsprogramm „Mein Körper gehört mir“ (Pallas, 2021) in steirischen Schulen werden vorgestellt. Die Ergebnisse aus einer Online-Befragung von Lehrpersonen in der Primarstufe werden mit Bezug auf das Tagungsthema ausgearbeitet. |
| 16:30 - 17:00 | Symposium 18b Ort: PHSt_A01.05 |
| 16:30 - 17:00 | Symposium 3b Ort: PHSt_A02.06 |
| 16:30 - 17:00 | Einzelbeitrag 18 Ort: PHSt_A02.12 |
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Forschendes Lernen mit Geschichten – Storytelling im naturwissenschaftlichen Sachunterricht der Grundstufe I 1: OVS Christian Bucher Gasse, 1210 Wien; 2: Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Niederösterreich Kompetenzorientierung stellt die Grundlage des neuen Lehrplans für die Primarstufe (2023) dar. Schüler:innen sollen dabei Fertigkeiten und Fähigkeiten entwickeln, um Probleme selbstständig lösen, kritisch denken und eigenständig weiterlernen zu können. Ein effektiver Unterrichtsansatz, um diese Kompetenzorientierung im naturwissenschaftlichen Sachunterricht umzusetzen, ist das Forschende Lernen. Storytelling ist eine geeignete Möglichkeit, um das Forschende Lernen mit unterschiedlichen Graden der Offenheit bereits auf Grundstufe I in den naturwissenschaftlichen Sachunterricht zu integrieren. Interesse und Motivation der Schüler:innen können dabei durch spannende und lebensnahe Geschichten geweckt werden, da sie Probleme aufwerfen, die mit Hilfe naturwissenschaftlicher Untersuchungen gelöst werden sollen. Auf diese Weise verbindet Storytelling fachliche Inhalte mit der Alltagswelt der Schüler:innen, fördert gleichzeitig die Sprachkompetenz und schafft einen emotional ansprechenden Einstieg in den Forschungsprozess. Wie Storytelling im Unterricht auf der Grundstufe I nachhaltig eingesetzt werden kann, wurde an einer Wiener Volksschule im 21. Bezirk untersucht. Kira Kuh tritt mit den Schüler:innen seit Beginn ihrer Schulzeit regelmäßig in Kontakt, spricht unterschiedliche (schulische) Themen an, fragt um Rat oder gibt Impulse für den Sachunterricht. Im Rahmen einer Masterarbeit entstanden Geschichten über Kira Kuh zu biologischen Inhalten im Sachunterricht, die Anlass für Forschendes Lernen sowie fächerübergreifenden Unterricht auf der Grundstufe I waren. In unserem Beitrag möchten wir aufzeigen, welche Chancen Storytelling im naturwissenschaftlichen Sachunterricht der Primarstufe bietet. Dazu werden die Geschichten rund um Kira Kuh vorgestellt und umfangreiche Einblicke in den durchgeführten Unterricht gegeben. Darüber hinaus werden die Ergebnisse aus der Evaluation sowie gewonnene Erkenntnisse präsentiert. |
| 16:30 - 17:00 | Einzelbeitrag 91 Ort: PHSt_A02.14 |
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Beobachtung, Beurteilung und Befähigung im Berufseinstieg: Das Feedback-Tool als Struktur- und Referenzrahmen für kriteriengeleitete und reflexive Begleitung im Mentoring Pädagogische Hochschule Niederösterreich, Österreich Die professionsspezifisch-reflexive Unterstützung (Kraler, 2008) von Berufseinsteigenden in der Induktionsphase zielt darauf ab, deren professionelle Entwicklung, Rollenfindung und Bewältigung der Anforderungen des Berufseinstiegs zu fördern. Das Aufgabenprofil der Mentoratspersonen umfasst das gemeinsame Planen, Beobachten und Reflektieren von Unterricht, die Beratung hinsichtlich der beruflichen Weiterentwicklung sowie die Einführung in standortspezifische Strukturen. Zudem wird empfohlen, wesentliche Schritte des Mentoring-Prozesses zu dokumentieren, um Entwicklungsverläufe der Vertragslehrpersonen nachvollziehbar zu machen (Dammerer, 2019; Zeilinger & Dammerer, 2022). Zu diesem Zweck stellt das Bundesministerium für Bildung (BMB, 2025) ein Feedback-Tool als bearbeitbares Dokument zur Verfügung. Es dient der strukturierten Reflexion auf Basis festgelegter Qualitätsdimensionen, unterstützt eine transparente Ableitung von Entwicklungszielen und ermöglicht einen kriteriengeleiteten Austausch zwischen den Beteiligten über Stärken, Fortschritte und Entwicklungsfelder. Das Feedback-Tool orientiert sich am Berufsbild für Lehrerinnen und Lehrer (BMB, 2025) und bildet den Dreischritt Beobachten – Beurteilen – Befähigen ab. Es umfasst dreimonatige Standortbestimmungen, kriteriengeleitete Einschätzungen zentraler Aufgabenbereiche sowie qualitative Rückmeldungen und Maßnahmenformulierungen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Forschungsfrage, wie Mentor*innen die angebotenen Items konkret operationalisieren und welche Aspekte sie bei der Einschätzung der einzelnen Kriterien heranziehen. Im Rahmen einer qualitativen Befragung von Mentor*innen in Ausbildung wurden einzelne Kriterien – gestützt auf bestehende Studien (Zeilinger, 2021; Zeilinger & Dammerer, 2022a, 2022b) – weiter ausdifferenziert und mittels qualitativer Inhaltsanalyse verdichtet. Die daraus abgeleiteten Indikatoren unterstützen Mentoratspersonen dabei, Unterrichtsphänomene präzise zu beschreiben, differenziert zu beurteilen und Mentees gezielt in ihrer Professionalisierung zu fördern. Der Beitrag beleuchtet das Feedback-Tool sowohl empirisch als diagnostisches Instrument als auch konzeptionell als Referenzrahmen einer dialogischen, stärkenorientierten Begleitung. |
| 16:30 - 17:00 | Einzelbeitrag 6 Ort: PHSt_A02.16 |
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Lerngelegenheiten im Primarstufenstudium – Eine Analyse unterschiedlicher Studienangebote 1: Pädagogische Hochschule Oberösterreich, Österreich; 2: Pädagogische Hochschule Vorarlberg, Österreich; 3: Pädagogische Hochschule Thurgau, Schweiz; 4: Johannes Kepler Universität, Linz Die Qualität der professionellen Kompetenzen angehender Primarstufenlehrkräfte hängt wesentlich von den Lerngelegenheiten ab, die ihnen während des Studiums zur Verfügung stehen (Klemenz et al., 2019; König et al., 2017). Diagnostischen und beurteilungsbezogenen Kompetenzen werden im Rahmen der Professionalisierung von Lehrkräften eine besondere Bedeutung beigemessen (KMK, 2022). Entsprechende Lerngelegenheiten sollen somit in der Erstausbildung von Lehrkräften verankert werden (u.a. Stürmer et al., 2021). Als Reaktion auf den Lehrkräftemangel wurden in den letzten Jahren neben traditionellen Ausbildungsmodellen auch neue – wie beispielsweise Studien mit erhöhten Fernstudienanteilen – Modelle entwickelt und angeboten (Groß Ophoff et al., 2024). Der vorliegende Beitrag untersucht, ob es unterschiedlichen Studienformaten – u.a. einem Studium mit erhöhten Fernstudienanteilen und einem traditionellen Studiengang – gelingt, vergleichbare Lerngelegenheiten im Bereich des Beurteilens für angehende Primarstufenlehrkräfte zu bieten. Der Beitrag greift auf Daten der auf Vorarlberg erweiterten Linzer Längsschnittstudie zur Lehrer*innenbildung (Weber et al., 2021; Groß Ophoff et al., 2024) zurück. Auf Grundlage von 335 Primarstufenstudierenden, von denen 30 % in einem Fernstudium sind (in den Semestern 2, 4, 6), wird analysiert, ob es den Studiengängen gleichermaßen gelingt, entsprechende Lerngelegenheiten zu implementieren. Vorläufige Ergebnisse weisen darauf hin, dass Studierende mit erhöhtem Distanzstudienanteilen gleichermaßen von beurteilungsbezogenen Lerngelegenheiten berichten (z.B. Leistungsfortschritt mit unterschiedlichen Instrumenten feststellen) wie regulär Studierende. Die Ergebnisse weisen aber auch darauf hin, dass reguläre Studierende die gebotenen Lerngelegenheiten entsprechend ihrer Angaben etwas weniger intensiv nutzen. Implikationen für Forschung und Lehrer*innenbildung werden diskutiert. |
| 16:30 - 17:00 | Symposium 1b Ort: PHSt_A01.04 |
| 16:30 - 17:00 | Symposium 2b Ort: PHSt_A01.17 |
| 16:30 - 17:00 | Einzelbeitrag 2 Ort: PHSt_A02.17 |
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Doing Time im Studium: Eine qualitative Studie zu Zeitpraktiken im (Studien-)Alltag Universität Regensburg, Deutschland Ausgangslage & theoretischer Hintergrund: Übergänge im studentischen Alltag sind organisatorische und temporale Schnittstellen, in denen institutionelle Rhythmen und subjektive Perspektiven zusammenspielen. Hochschulische Lehr-Lernkontexte folgen dabei spezifischen Zeitregimen mit Erwartungen an Verfügbarkeit, Effizienz und lineare Studienverläufe. Zugleich sind Studierende in räumlich-materiellen Arrangements situiert, die zeitliche Praktiken ermöglichen oder begrenzen. So umfasst der studentische Alltag heterogene Zeitrhythmen, die sich bedingt synchronisieren lassen. Die Diskrepanz zwischen Verfügbarmachung und Unverfügbarkeit erzeugt ein Spannungsfeld zwischen Fremd- und Selbststeuerung sowie dem Bedürfnis nach Resonanz. Forschungsfrage & Ziele: Fokussiert werden alltägliche Zeitpraktiken, in denen Studierende Zeit strukturieren, rhythmisieren und aushandeln sowie Übergänge im Studium konstituieren: Wie gestalten Lehramtsstudierende ihre Zeit im Studienalltag, und welche Praktiken werden besonders in Übergängen sichtbar? Ziel ist es, Zeitpraktiken zu identifizieren und daraus Möglichkeiten für die Gestaltung hochschulischer Lehr-Lernprozesse abzuleiten. Forschungsdesign: Die im Rahmen eines mehrphasigen Mixed-Methods-Projekts erhobenen Storyboards wurden von Lehramtsstudierenden (N=15) in einem partizipativen Workshop erstellt. Als Selbstdokumente ermöglichen sie Einblicke in den Studienalltag und zeigen Relevanzsetzungen. Sie bieten einen methodischen Zugang, um Zeitpraktiken ästhetisch-narrativ zu erfassen. Die Bild- und Texterzeugnisse werden ethnographienah ausgewertet, um Zeitpraktiken zu rekonstruieren und in fallbezogenen Vignetten zu verdichten. Ergebnisse & Diskussion: Studentische Zeitpraktiken bewegen sich in Spannungsfeldern zwischen Unter- und Überforderung, Fremd- und Selbstbestimmung, Strukturbedürfnis und Flexibilität sowie Vereinzelung und sozialer Resonanz. Übergänge (beispielsweise zwischen Mobilität, Lehrveranstaltungen, Lernphasen und Ruhezeiten) erscheinen als Räume, in denen diese Spannungen hervortreten. Die Diskussion zeigt, dass studentische Zeitpraktiken häufig quer zu institutionellen Zeitregimen liegen. Sie eröffnen Herausforderungen und Ansatzpunkte für die reflexive Gestaltung universitärer Lehr-, Lern- und Übergangsstrukturen. |
| 16:30 - 17:00 | Einzelbeitrag 95 Ort: PHSt_A02.19 |
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Die (Folge-)Wirksamkeit des GripS-Gütesiegels an Volksschulen KPH Wien/Niederösterreich, Österreich GripS (Gütesiegel ressourcen-, interessen- und potenzialorientierte Schule) wurde 2022 an der KPH Wien/Niederösterreich konzipiert und wird in Kooperation mit der PH Niederösterreich und der Bildungsdirektion Niederösterreich für Volksschulen, Mittelschulen und AHS-Unterstufen angeboten. Aktuell ist unklar, ob bzw. wie derartige Begabungssiegel wirken. Mit der Studie soll diese Forschungslücke geschlossen werden. Im Vortrag wird eine auf drei Jahre angelegte Mixed-Method-Studie vorgestellt. Untersucht werden Grips-Anwärter-Volksschulen (Versuchsgruppe), Volksschulen ohne Schwerpunkt im Bereich der Begabungsförderung (Vergleichsgruppe 1) sowie Volksschulen, die bereits vor zwei Jahren zertifiziert wurden (Vergleichsgruppe 2). Als Erhebungsinstrument der quantitativen Hauptuntersuchung dient ein Fragebogen. Die Lehrpersonen der Versuchsgruppe werden zu drei Messzeitpunkten befragt: Am Beginn des Schulentwicklungsprozesses, bei Erreichung der GripS-Kriterien sowie ca. 6 Monate danach. Begleitend erfolgt eine Befragung der Lehrpersonen von Vergleichsgruppe 1 zu den ersten beiden Messzeitpunkten und eine einmalige Befragung der Lehrpersonen von Vergleichsgruppe 2 (interferenzstatistische Auswertung mittels SPSS). Zudem werden Interviews mit den Schulleitungen geführt. Zusätzlich erfolgt die Befragung von Schüler:innen und Eltern der GripS-Schulen mit Fragebögen, die an der KPH Wien/Niederösterreich in Kooperation mit der Bildungsdirektion Wien konzipiert wurden und die über IQES online zugänglich sind. Ein Ziel der Studie ist es, herauszufinden, inwieweit mit dem GripS-Gütesiegel eine Befähigung der Volksschul-Lehrpersonen im Bereich der Begabungs- und Begabtenförderung einhergeht. Im Rahmen des Vortrags werden erste Ergebnisse präsentiert. |
| 17:00 - 17:30 | Symposium 18c Ort: PHSt_A01.05 |
| 17:00 - 17:30 | Symposium 3c Ort: PHSt_A02.06 |
| 17:00 - 17:30 | Einzelbeitrag 19 Ort: PHSt_A02.12 |
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Beobachtung nah am Kind – Professionalisierung in Hochschullernwerkstätten durch die Miterfahrung von Schreibprozessen Freie Universität Berlin, Deutschland Im Kontext professionellen Handelns von Pädagog*innen nimmt die Art und Weise des Wahrnehmens von Lernsituationen im Unterricht eine Schlüsselfunktion ein. Vor diesem Hintergrund wird die Frage virulent, wie Studierende im Rahmen ihrer Professionalisierung einen sensitiven Blick auf das einzelne Kind im Kontext einer Unterrichtssituation entwickeln können. Im Rahmen der phänomenologischen Vignetten- und Anekdotenforschung hat sich der Begriff Miterfahrung (Rathgeb & Schwarz, 2021) als spezifischer Modus der Beobachtung etabliert, der die Wahrnehmung der Perspektive der Kinder in Lehr-Lernprozessen fördert und im Kontext von Hochschullernwerkstätten erprobt wird (Herrmann & Agostini, 2025). Im Beitrag wird das Seminar-Forschungsprojekt Schreiben zu Literatur vorgestellt, in dem Studierende in der Lern- und Forschungswerkstatt für Literarische Bildung an der Freien Universität Berlin Grundschulkinder während einer Schreibaufgabe miterfahrend beobachten (Schüler et al., 2025). In zehn Seminardurchläufen wurden dazu Videodaten, Vignetten und schriftliche Reflexionen erhoben. Im Beitrag wird der Frage nachgegangen, welche Bedeutung die Miterfahrung für die Professionalisierung der Studierenden im Hinblick auf die Gestaltung des Schreibunterrichts in der Grundschule haben kann. In der Auswertung der Daten werden pädagogisch-phänomenologische und deutschdidaktische Forschungsperspektiven verschränkt. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Miterfahrung den Blick der Studierenden für Varianten der Entstehung von Schreibideen bei Kindern sensibilisiert. Es wird zur Diskussion gestellt, inwiefern diese Sensibilität im Beobachten relevant ist für eine (Ausbildung zur) Befähigung, Schreibunterricht lernförderlich zu gestalten. |
| 17:00 - 17:30 | Einzelbeitrag 92 Ort: PHSt_A02.14 |
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Organisationsstrukturen als Voraussetzung professioneller Lernprozesse: Fortbildung an Pädagogischen Hochschulen 1: PH Steiermark, Österreich; 2: KPH Wien/Niederösterreich; 3: PH Oberösterreich Die Fähigkeit von Lehrpersonen, Lernprozesse professionell zu beobachten, zu beurteilen und Schüler:innen in ihrer Entwicklung zu befähigen, gilt als zentrales Merkmal professioneller Lehrer:innenkompetenz und als Schlüssel zu qualitativ hochwertigem Unterricht (vgl. Baumert & Kunter, 2011). In der Forschung besteht weitgehende Einigkeit darüber, dass solche professionellen Kompetenzen nicht allein in der Erstausbildung oder durch Unterrichtserfahrung entstehen. Entscheidend sind kontinuierliche, strukturierte Lerngelegenheiten im gesamten Berufsverlauf (; Lipowsky & Rzejak, 2021). Damit rückt die Frage in den Fokus, wie Fortbildung organisatorisch gestaltet sein muss, damit professionelle Entwicklung von Lehrpersonen über die Erstausbildung hinaus unterstützt werden kann. Der Beitrag präsentiert Ergebnisse des explorativen Forschungsprojekts „Fortbildung–Organisation–Professionalität“ (FOPRO), das die organisatorische Verankerung der schulischen Fortbildung an drei österreichischen Pädagogischen Hochschulen untersucht. Auf der Grundlage von Dokumentenanalysen, PH-Online-Daten und leitfadengestützten Interviews mit Fortbildungsverantwortlichen (pro Hochschule je zwei Interviews, analysiert mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring) wurden unterschiedliche Organisationslogiken, Koordinationsprozesse und Governance-Arrangements rekonstruiert. Die Ergebnisse zeigen zwei dominante Modelle – eigenständige Institute für Fortbildung versus in Organisationseinheiten integrierte Fortbildungsstrukturen – und verdeutlichen deren Implikationen für Sichtbarkeit, Kooperationsprozesse und Anschlussfähigkeit an das Professionalisierungskontinuum. Sichtbar wird dabei, dass Fortbildung im Hochschulalltag trotz ihres hohen professionellen Anspruchs oft hinter ausbildungsbezogenen Prioritäten zurücktritt und ihr institutioneller Stellenwert nicht immer dem entspricht, was für nachhaltige Professionalisierung erforderlich wäre. Der Beitrag leistet damit einen organisationsanalytischen Input zur Frage, unter welchen Bedingungen (Planung, Qualitätsmanagement, personelle Besetzung) Fortbildung an Pädagogischen Hochschulen zu einem Ort kontinuierlicher Professionalisierung werden kann. |
| 17:00 - 17:30 | Einzelbeitrag 7 Ort: PHSt_A02.16 |
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Student Engagement im Spannungsfeld emotionaler Erfahrungen - Ergebnisse einer Interviewstudie mit Lehramtsstudierenden der Primarstufe 1: Pädagogische Hochschule Steiermark, Österreich; 2: Volksschule Straßgang - Graz Emotionen sind im Lehrberuf und somit bereits in der Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte von großer Bedeutung (Hascher & Waber, 2020). Emotionen spielen nach Kahu und Nelson (2018) auch im Hinblick auf studentisches Engagement eine zentrale Rolle. Hohes Student Engagement wird wiederum als Indikator für Studienerfolg angesehen (Müller & Braun, 2018). In einer qualitativen Interviewstudie mit Lehramtsstudierenden des Bachelorstudiums Primarstufe (N = 6) wurde die Rolle von studienbezogenen Emotionen auf das Student Engagement beforscht. Ziel war es, zu verstehen, wie Emotionen das Engagement im Bachelorstudium der Primarstufe prägen und welche Bedeutung Studierende diesem Zusammenhang beimessen. Die Datenauswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse (Mayring, 2022). Die Ergebnisse zeigen, dass Emotionen das studentische Engagement maßgeblich beeinflussen. Positive Emotionen wie Freude, Neugier und Motivation fördern das Engagement, insbesondere während der schulpraktischen Phasen. Negative Emotionen wie Frustration, Überforderung und Unsicherheit wirken hingegen hemmend und gehen auch auf organisatorische Schwierigkeiten, Unklarheiten und mangelnde Unterstützung durch die Hochschule zurück. Soziale Beziehungen und Möglichkeiten zur Reflexion erweisen sich als zentrale Ressourcen im Umgang mit emotionalen Belastungen. Die Studienergebnisse weisen darauf hin, dass Emotionen im Studium nicht nur beiläufige Begleiterscheinungen, sondern wesentliche Faktoren für Lernmotivation und Engagement darstellen. Sie unterstreichen die Notwendigkeit, emotionale Aspekte und Belastungserfahrungen stärker im Curriculum der Lehrerinnen- und Lehrerbildung zu berücksichtigen, um das Student Engagement langfristig zu fördern und die Qualität des Lehramtsstudiums bzw. der Hochschullehre weiter zu verbessern. |
| 17:00 - 17:30 | Symposium 1c Ort: PHSt_A01.04 |
| 17:00 - 17:30 | Symposium 2c Ort: PHSt_A01.17 |
| 17:00 - 17:30 | Einzelbeitrag 3 Ort: PHSt_A02.17 |
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Digidoo - Einfach Lernfortschritte festhalten. Digidoo GmbH, Österreich Beobachten – Beurteilen – Befähigen – diese drei Begriffe prägen die tägliche Arbeit von Volksschullehrkräften. Digidooist eine digitale Plattform, die Lehrpersonen genau in diesen Bereichen unterstützt: Sie ermöglicht eine einfache, kompetenzorientierte Dokumentation individueller Lernfortschritte und fördert dadurch Transparenz, Individualisierung und Zeitersparnis im Unterricht. Entwickelt wurde Digidoo in enger Zusammenarbeit mit Lehrpersonen, der PH Steiermark, der Bildungsdirektion und der Stadt Graz. Die ursprüngliche Idee stammt von der Volksschullehrerin Jesica Rittstieg (VS Hönigtal), die das Projekt seit der ersten Konzeptphase pädagogisch begleitet. |
| 17:00 - 17:30 | Einzelbeitrag 96 Ort: PHSt_A02.19 |
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Die Rolle des elterlichen Engagements und der Unterstützung für die Lesekompetenz österreichischer Volksschulkinder. Ergebnisse aus PIRLS 2021. IQS Salzburg, Österreich Elternengagement gilt als zentraler Faktor für den Bildungserfolg von Kindern. Internationale Studien wie PIRLS (Mirazchiyski & Klemencic, 2014) sowie Metaanalysen (Holzberger, Täschner & Hillmayr, 2023) zeigen, dass bestimmte Formen elterlicher Unterstützung – insbesondere frühe Literacy-Aktivitäten und schulische Kooperation – mit höheren Leseleistungen von Grundschulkindern assoziiert sind. Theoretische Ansätze zur Bildungsbeteiligung betonen sowohl direkte Unterstützung (bei PIRLS bspw. das Vorlesen von Büchern oder das Singen von Liedern) als auch die Qualität der Zusammenarbeit mit Lehrkräften und der Schulleitung. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welche Rolle spielen das Engagement und die Unterstützung von Erziehungsberechtigten für die Lesekompetenz von Grundschulkindern in Österreich?
Allgemeine Hypothese (zusammengefasst): Höheres Engagement und stärkere Unterstützung korrelieren positiv mit der Lesekompetenz der Kinder. Datengrundlage sind PIRLS-2021-Daten für Österreich. PIRLS (Progress in International Reading Literacy Study) erfasst im Abstand von fünf Jahren die Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern auf der 4. Schulstufe. Für diese Untersuchung ist die Lesekompetenz die abhängige Variable; unabhängige Variablen umfassen Skalen zu häuslichen Literacy-/Numeracy-Aktivitäten, Elternintegration und schulischer Leistungsorientierung (Elternfragebogen) sowie Wahrnehmungen des Engagements aus Sicht von Lehrkräften und Schulleitung (Yin & Reynolds, 2023). Zusätzlich wird ein Item zur Lehrereinschätzung des Einflusses elterlicher Unterstützung berücksichtigt. Analysen erfolgen deskriptiv und mittels Regressionsmodellen. Das Sample umfasst die 4.806 österreichischen Volksschulkinder der PIRLS-2021-Stichprobe sowie deren Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen. |
| 17:30 - 18:00 | Symposium 18d Ort: PHSt_A01.05 |
| 17:30 - 18:00 | Symposium 3d Ort: PHSt_A02.06 |
| 17:30 - 18:00 | EBE1: EBE1 Ort: PHSt_A02.12 |
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„Wir müssen noch fünf Sterne machen“ – Mikroperspektivische Einsichten in gemeinsame Aufgabenbearbeitungs- und Lernprozesse durch videografische Beobachtung TU Dresden, Deutschland Beobachtungen im Unterricht tragen dazu bei, Einsichten zu Lernprozessen von Kindern zu gewinnen und bilden dabei die Grundlage für Lehrpersonen, pädagogisch zu handeln (de Boer & Reh, 2012). Im schulischen Alltag finden Beobachtungen häufig beiläufig statt, obwohl sie für eine angemessene Förderung und Beurteilung von Schüler:innen relevant sind. Videografisches Beobachten eröffnet mikroperspektivische Einsichten in situatives Unterrichtsgeschehen und ermöglicht es, die Komplexität unterrichtlicher Interaktionen sowie Lernprozesse sichtbar zu machen. Im Rahmen des Projektes zur gemeinsamen Aufgabenbearbeitung im jahrgangsgemischten Sachunterricht an der TU Dresden wurden Grundschulkinder unter der Frage videografisch beobachtet, wie sie fachliche Aushandlungsprozesse ausgestalten (Jähn & Wagener, 2022). Im Beitrag wird unter Bezugnahme auf das interpretative Paradigma (Naujok & Krummheuer, 1999) der Komplexität dieser Aushandlungsprozesse nachgegangen. Datengrundlage dazu bilden Beobachtungstranskripte, die vor dem methodologischen Hintergrund des symbolischen Interaktionismus eine multimodale Interaktionsanalyse zulassen. Am Beispiel ausgewählter Videosequenzen, in denen zwei Kinder ein Gebäude erfinden, werden folgende Fragen bearbeitet: Wie bearbeiten die Kinder die Aufgabe und was thematisieren sie wie dabei? Diese Fragen sind insofern von Interesse für pädagogisches Handeln, da sie Rückschlüsse auf Bedeutsamkeiten aus der Perspektive der Kinder zulassen und Ansätze für eine Reflexion anschlussfähiger Unterrichtsgestaltung bieten. Durch die Videoanalyse wird es möglich, Bearbeitungsprozesse der Kinder nachzuvollziehen und neue sowie unerwartete Einsichten in die Lernprozesse der Kinder zu gewinnen. Erste Ergebnisse zeigen, dass für Beobachtende zunächst als ‚Nebensächlichkeiten‘ wahrgenommene Aspekte des interaktiven Austauschs für die Kinder Bedeutung tragen und in die Ausgestaltung der Aufgabenbearbeitung eingehen. Mikroperspektivische Beobachtungen ermöglichen damit Schlüsse für die Unterrichtspraxis und bieten Beobachtungsimpulse für den Unterrichtsalltag. |
| 17:30 - 18:00 | Einzelbeitrag 93 Ort: PHSt_A02.14 |
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Zukunftsorientierte Professionalisierung: Welche Kompetenzen und Dispositionen bringen Berufseinsteiger*innen mit? 1: Pädagogische Hochschule Vorarlberg, Österreich; 2: Private Pädagogische Hochschule Linz, Österreich; 3: Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Niederösterreich Eine Frage in der Ausbildung von Lehrpersonen betrifft die für den Lehrberuf notwendigen Kompetenzen und Fähigkeiten. Gemäß dem Modell professioneller Kompetenz (Baumert & Kunter, 2011) sind dabei berufliche Überzeugungen, Selbstregulationsfähigkeiten und das Professionswissen zu beachten. Es gibt empirische Evidenzen, dass Überzeugungen von Lehrpersonen (konstruktivistische vs. transmissive Lehr-/Lernüberzeugungen) mit dem unterrichtlichen Handeln zusammenhängen (Bernholt et al., 2020). In Bezug zur Professionalisierung von Lehrpersonen stehen auch deren Persönlichkeitsdispositionen. Diese beeinflussen die Wahrnehmung von (Entwicklungs-)Aufgaben im Berufseinstieg als Beanspruchung oder Herausforderung (Keller-Schneider 2009, 2020). In einer kompetenzorientierten Lehramtsausbildung geht man davon aus, dass Wissen und Kompetenzen im Studium erworben werden und sich über die Berufseinstiegsphase und die daran anschließende Phase der Fort- und Weiterbildung weiterentwickeln (Baumert & Kunter, 2006; Blömeke et al., 2015). Fragestellung des Beitrags ist es, welche Kompetenzen und Dispositionen Berufseinsteigende der Primarstufe mitbringen, um diese vor dem Hintergrund der aktuellen und zukünftigen Anforderungen an Lehrpersonen zu diskutieren. Im Rahmen des FONEB-Projekts (Forschungsnetzwerk Berufseinstieg) wurden 2024/25 österreichweit Berufseinsteigende (n=729) befragt, wobei für die Einschätzung der Kompetenzen das Instrument EvaPäd (Flick-Holtsch et al., 2023), für die Persönlichkeitsmerkmale die BFI-10-Skala (Rammstedt et al., 2012) und zur Erfassung der Überzeugungen zum Lernen die Items aus der BilWiss Studie (Kunter et al., 2016) eingesetzt wurden. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Selbsteinschätzung der Kompetenzen und der Persönlichkeitsdimensionen (insbesondere der Gewissenhaftigkeit) sowie der konstruktivistischen, aber auch der transmissive Lehr-/Lernüberzeugungen. Im Vortrag werden diese Ergebnisse sowie Zusammenhänge zwischen den Konstrukten in ihrer Bedeutung für die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Primarstufenlehrpersonen diskutiert und Implikationen für weitere Forschungen aufgezeigt. |
| 17:30 - 18:00 | Einzelbeitrag 8 Ort: PHSt_A02.16 |
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Zwischen Unterrichtsgespräch und sprach(en)bewusster Reflexion. Designbasierte Entwicklung eines Selbstevaluierungsbogens zur Professionalisierung im Bereich der unterrichtsbezogenen Interaktionskompetenz. 1: PH Vorarlberg, Österreich; 2: PH Steiermark, Österreich Unterrichtsgespräche bilden häufig das Zentrum unterrichtlichen Handelns. Ihre begrenzte Planbarkeit gilt als besondere Herausforderung, insbesondere dann, wenn das traditionelle und im Unterricht typische IRE-Muster (Initiation–Response–Evaluation; vgl. Gibbons 2015) zugunsten dialogischer, sprach(en)bewusster Formate aufgebrochen werden soll. Für Lehrpersonen bedeutet dies, Interaktionskompetenz (im Sinne von Walsh 2013) nicht nur als Set einzelner sprachförderlicher Strategien zu verstehen, sondern situationsangemessen abzuwägen, in welchem Kontext welche Strategien lern- und beziehungsförderlich eingesetzt werden können. Im Jahr 2022 wurde zu dieser Thematik von den Autorinnen dieses Beitrags in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Sprachen-Kompetenz-Zentrum (ÖSZ) eine Broschüre zum Einsatz von Gesprächsstrategien im Rahmen einer sprach(en)bewussten Gesprächsführung veröffentlicht (Rotter, Solstreif & Naphegyi, 2022). Der nachfolgend vorgestellte Selbstevaluierungsbogen knüpft an diese Veröffentlichung an und greift den Bedarf an Instrumenten zur Evaluierung im Rahmen von Unterrichts- und Personalentwicklungsprozessen auf. Im Beitrag wird ein Selbstevaluierungsbogen vorgestellt, der Lehrpersonen bei der reflexiven Auseinandersetzung mit sprach(en)bewusster Gesprächsführung unterstützt. Der Bogen wird im Rahmen eines designbasierten Entwicklungsprozesses (Design-Based Research) mit (angehenden) Lehrpersonen erprobt und iterativ überarbeitet. Datengrundlage bilden schriftliche Rückmeldungen von Studierenden, Gesprächsprotokolle aus begleitenden Reflexionsphasen sowie erste Auswertungen der Einsatzpraxis im Unterricht. Abschließend werden Perspektiven für den Einsatz in der Lehrer*innenbildung und in schulischen Professionalisierungsformaten diskutiert. Ziel des Beitrags ist es, |
| 17:30 - 18:00 | Symposium 1d Ort: PHSt_A01.04 |
| 17:30 - 18:00 | Symposium 2d Ort: PHSt_A01.17 |
| 17:30 - 18:00 | Einzelbeitrag 4 Ort: PHSt_A02.17 |
| 17:30 - 18:00 | Einzelbeitrag 97 Ort: PHSt_A02.19 |
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Kompetenzen am Ende der Grundschule: Befunde der iKMPLUS 2023-2025 IQS, Salzburg Seit 2010 finden in Österreich verpflichtende nationale Kompetenzüberprüfungen statt. Die zunächst eingeführten Bildungsstandardüberprüfungen (BIFIE, 2019) unterschieden sich konzeptionell deutlich von der seit 2022 durchgeführten iKMPLUS (individuelle Kompetenzmessung PLUS), die Bildungsstandards fungieren jedoch weiterhin als Basis der Überprüfung. Im Bundesergebnisbericht Primarstufe (IQS, 2026) werden die Ergebnisse der Volksschule erstmals präsentiert. Der Bundesergebnisbericht erlaubt erstmals, Ergebnisse der verschiedenen Kompetenzbereiche zueinander in Beziehung zu setzen. Untersucht werden dabei übergreifende Muster, aber auch kompetenzbereichsspezifische Ergebnisse. Die Ergebnisse werden auch nach Geschlecht, Erstsprache der Kinder und sozioökonomischer Ausgangslage der Schulen betrachtet. Der Bericht erlaubt es, Aussagen über die Entwicklung der Grundkompetenzen über 15 Jahre zu treffen. An den Vollerhebungen 2023 bis 2025 nahmen jährlich etwa 80.000 Kinder der 4. Schulstufe in Mathematik und Lesen teil. Zusätzliche Überprüfungen in Zuhören und, als Stichprobe, in Verfassen von Texten erweiterten 2024 die Abdeckung im Unterrichtsgegenstand Deutsch. Für die Zyklusberichterstattung wurden die Ergebnisse der drei Jahre gepoolt (Opriessnig, Neubacher, et al., 2024) und mittels IRT-Modellen mit dem R-Paket TAM ausgewertet, wobei alle Kompetenzbereiche gemeinsam verarbeitet wurden, um Zusammenhänge zwischen den Kompetenzbereichen abzubilden. Die Daten wurden um Registerdaten der Statistik Austria auf Schulebene, insbesondere der SÖL-Klassifikation, erweitert. Zum Zeitpunkt der Einreichung des Beitrags dürfen noch keine Ergebnisse inkludiert werden. Diese sind bis zur Veröffentlichung des Berichts (Februar 2026) unter Embargo, werden aber Teil der Präsentation sein. Die Ergebnisse werden einen umfassenden Überblick über die Ergebnisse der Volksschulen in Österreich geben. |
