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Zwischen Beteiligtwerden und Beteiligen: Kindersicht auf Lernentwicklungsgespräche in der Grundschule
Sonja Wodnek
KPH Wien/Niederösterreich, Österreich
Im Zentrum dieses Promotionsprojekts der Universität Wien steht die Partizipation von Kindern am Kind-Eltern-Lehrperson-Gespräch (KEL-Gespräch) als triadisches Setting in der Primarstufe. Ziel der qualitativen Studie ist es, die Erfahrungen der Schüler:innen hinsichtlich ihrer Beteiligung zu rekonstruieren. Verortet im Forschungsfeld der Kinderperspektivenstudien folgt die ethnomethodologische Untersuchung einem multimethodischen Zugang. Im ersten Studienteil werden Audiodaten sowie Gedächtnis- und Beobachtungsprotokolle von KEL-Gesprächen strukturanalytisch ausgewertet, um typische Gesprächsverläufe und Rollen-verteilungen zu identifizieren. Im zweiten Teil rückt die Perspektive der Kinder selbst ins Zentrum: Ihre Erfahrungen werden mittels Kinderzeichnungen dokumentarisch erschlossen und durch Aussagen aus Gruppendiskussionen sowie Fragebögen ergänzt, die inhaltsanalytisch in-terpretiert werden. Interviews mit Lehrpersonen liefern kontrastierende Einblicke und vertiefen das Verständnis für kindliche Sichtweisen. Die Analyse zeigt: KEL-Gespräche sind stark ritualisiert. Sie geben Orientierung, begrenzen jedoch mitunter die aktive Mitgestaltung der Kinder. Diese bringen sich verbal, nonverbal und emotional ein, verbleiben jedoch häufig in einer reaktiven Rolle. Die Auswertung folgt dem Partizipationsmodell von Lundy (2007), das um die Dimension Zeit erweitert wird. Partizipation wird dabei nicht als gegeben vorausgesetzt, sondern als situativ herzustellender Prozess verstanden. Darin erweisen sich KEL-Gespräche als sensible Schnittstellen zwischen Schule und Familie, an denen sich pädagogische Haltung, Beziehungsgestaltung und institutionelle Anforderungen verdichten. Die Studie eröffnet Impulse für weitere Forschungsvorhaben und pädagogische Praxen im Kontext der Kinder als aktiv mitgestaltende Subjekte.