Grazer Grundschulkongress 2026
6. - 8. Juli 2026 | Graz, Österreich
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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EBE1: EBE1
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„Wir müssen noch fünf Sterne machen“ – Mikroperspektivische Einsichten in gemeinsame Aufgabenbearbeitungs- und Lernprozesse durch videografische Beobachtung TU Dresden, Deutschland Beobachtungen im Unterricht tragen dazu bei, Einsichten zu Lernprozessen von Kindern zu gewinnen und bilden dabei die Grundlage für Lehrpersonen, pädagogisch zu handeln (de Boer & Reh, 2012). Im schulischen Alltag finden Beobachtungen häufig beiläufig statt, obwohl sie für eine angemessene Förderung und Beurteilung von Schüler:innen relevant sind. Videografisches Beobachten eröffnet mikroperspektivische Einsichten in situatives Unterrichtsgeschehen und ermöglicht es, die Komplexität unterrichtlicher Interaktionen sowie Lernprozesse sichtbar zu machen. Im Rahmen des Projektes zur gemeinsamen Aufgabenbearbeitung im jahrgangsgemischten Sachunterricht an der TU Dresden wurden Grundschulkinder unter der Frage videografisch beobachtet, wie sie fachliche Aushandlungsprozesse ausgestalten (Jähn & Wagener, 2022). Im Beitrag wird unter Bezugnahme auf das interpretative Paradigma (Naujok & Krummheuer, 1999) der Komplexität dieser Aushandlungsprozesse nachgegangen. Datengrundlage dazu bilden Beobachtungstranskripte, die vor dem methodologischen Hintergrund des symbolischen Interaktionismus eine multimodale Interaktionsanalyse zulassen. Am Beispiel ausgewählter Videosequenzen, in denen zwei Kinder ein Gebäude erfinden, werden folgende Fragen bearbeitet: Wie bearbeiten die Kinder die Aufgabe und was thematisieren sie wie dabei? Diese Fragen sind insofern von Interesse für pädagogisches Handeln, da sie Rückschlüsse auf Bedeutsamkeiten aus der Perspektive der Kinder zulassen und Ansätze für eine Reflexion anschlussfähiger Unterrichtsgestaltung bieten. Durch die Videoanalyse wird es möglich, Bearbeitungsprozesse der Kinder nachzuvollziehen und neue sowie unerwartete Einsichten in die Lernprozesse der Kinder zu gewinnen. Erste Ergebnisse zeigen, dass für Beobachtende zunächst als ‚Nebensächlichkeiten‘ wahrgenommene Aspekte des interaktiven Austauschs für die Kinder Bedeutung tragen und in die Ausgestaltung der Aufgabenbearbeitung eingehen. Mikroperspektivische Beobachtungen ermöglichen damit Schlüsse für die Unterrichtspraxis und bieten Beobachtungsimpulse für den Unterrichtsalltag. | ||
