Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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Einzelbeitrag 73
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Anerkennung von individuellen Leistungen in einer Grundschule für alle Kinder: Eine Beobachtungsstudie zur Interaktion zwischen Lehrkräften und Schüler*innen Universität Bremen, Deutschland Anerkennung individueller Lernleistungen gilt als zentrales Prinzip einer Grundschule für alle Kinder. Der Beitrag untersucht, wie Grundschullehrkräfte Rückmeldung zu erbrachten Leistungen geben und welche Reaktionen dadurch jeweils bei den Kindern evoziert werden. Theoretisch stützt sich die Studie auf sozial- und bildungsphilosophische Ansätze, die Anerkennung als anthropologisches Grundbedürfnis und Voraussetzung für Identität, Autonomie und Bildung verstehen. Neben der normativ-ethischen Perspektive werden machttheoretische Überlegungen berücksichtigt, die die Ambivalenz von Anerkennungsprozessen betonen. Fokussiert werden folgende Fragen: Welche Praktiken der Anerkennung sind bei Leistungsrückmeldungen zu beobachten? Worumwillen werden Kinder anerkannt? Wie reagieren sie darauf? Zur Beantwortung der Forschungsfragen erfolgte eine Re-Analyse des über 19.000 Feldvignetten umfassenden Datensatzes des Projektnetzes INTAKT (Soziale Interaktion in pädagogischen Arbeitsfeldern; initiiert von Annedore Prengel).[1] Die Feldvignetten bestehen aus protokollierten Interaktionsszenen (fokussierte, offene, nicht-teilnehmende Beobachtung). Aus dem Datensatz wurden die Grundschulszenen ausgewählt, die als anerkennend, ambivalent und verletzend kategorisiert wurden. Als methodische Grundlage der Interpretation der ausgewählten Szenen wird die (Re-)Adressierungsheuristik nach Kuhlmann et al. (2017) herangezogen, die von Ricken et al. (2023) (weiter-)entwickelt wurde. Erste Ergebnisse zeigen, dass insbesondere individuelle Lernfortschritte, Anstrengung und persönliche Besonderheiten anerkannt werden, was Lernfreude und Motivation bei den Kindern hervorruft. Verletzende Adressierungen durch abwertende Kommentare oder Ironie führen zu Rückzug, Unsicherheit, Scham. Die Ergebnisse ermöglichen Implikationen für eine anerkennende pädagogische Praxis, in der individuelle Lernfortschritte differenziert benannt und hierarchisierende oder entwertende Praktiken reduziert werden. [1] Die Verfasserin ist Mitglied des INTAKT-Teams. | ||