Grazer Grundschulkongress 2026
6. - 8. Juli 2026 | Graz, Österreich
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Einzelbeitrag 71
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Lauttabellen im schriftsprachlichen Anfangsunterricht: Analyse und (Neu)Konzeption PH Steiermark, Österreich In Jürgen Reichens Konzept des „Lesens durch Schreiben“ stehen Lauttabellen im Mittelpunkt, wobei anhand von bildlichen Referenzwörtern den Schüler*innen die Phonem-Graphem-Korrespondenzen verdeutlicht werden, um sie zum selbstständigen Schreiben zu befähigen. Während dieses Konzept intensiv diskutiert wird (z. B. Funke 2014), sind Lauttabellen bzw. Buchstabentabellen mittlerweile unabhängig vom ursprünglichen Konzept als (Zusatz)Material in der Schuleingangsphase omnipräsent. Unabhängig von den methodischen und kognitiven Herausforderungen besteht auch bei diesen die Verpflichtung, die Darstellung der Phonem-Graphem-Korrespondenz fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer korrekt zu konzipieren (vgl. Reber 2017), um konsistente Korrespondenzen herzustellen und Fehlassoziationen (z. B. /i/ als <i> bei Igel statt /i/ als <ie>) oder Verwirrungen (z. B. /f/ als <f> und <v>) bei den Lernenden zu vermeiden. Inwiefern dies bei bereits vorhandenen Lauttabellen der Fall ist, wird anhand der Lauttabellen der fünf am häufigsten verwendeten Fibeln und 14 weiteren approbierten Schulbüchern der 1. Schulstufe in Österreich sowie drei wissenschaftlich fundierten analysiert. Ausgewertet wird die jeweilige Auswahl der Grapheme, der Phoneme und der Referenzwörter und die gewählte Darstellungsform. Da keine der gängigen Lauttabellen allen Anforderungen gerecht wird, wird derzeit auf Basis fachwissenschaftlicher Erkenntnisse zu den Basis- und Orthographemen (z. B. Thomé & Thomé 2014) eine Lauttabelle konzipiert, die zwischen den eindeutigen Phonem-Graphem-Korrespondenzen im Kernbereich (z. B. /l/ - <l>) und den mehrdeutigen Korrespondenzen (z. B. /f/ - <f>, aber auch /f/-<v>) im Peripheriebereich unterscheidet. Außerdem soll dieses OER-Material Audio-Files enthalten, um auch Schüler*innen mit Defiziten im lexikalischen oder visuellen Bereich (Mayer, 2021) zum selbstständigen Arbeiten zu befähigen. | ||
