Veranstaltungsprogramm
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Einzelbeitrag 46
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KI als Privileg der Lehrkräfte? Ergebnisse der Studie LENS-AI zur Nutzung und Haltung von Lehrkräften gegenüber generativer Künstlicher Intelligenz in der Grundschule 1: PH Ludwigsburg, Deutschland; 2: RWTH Aachen Hintergrund KI berührt zentrale Fragen von Grundschulbildung: Wie begegnen Lehrkräfte jedoch jenen Fragen im Spannungsfeld zwischen eigener Nutzungspraxis und pädagogischer Verantwortung? Die Ergebnisse der Studie verweisen auf Praktiken und Haltungen, die durch traditionelle Technologieakzeptanzmodelle nicht hinreichend erklärt werden. Die Studie verbindet Perspektiven der Akteur-Netzwerk- sowie Habitus-Theorie, um Dispositionen und Haltungen als Erklärungsfaktoren zu analysieren. Methodik Genutzt wurde ein Mixed-Methods-Design (N=285; Lehrkräfte aus Baden-Württemberg; n=96 Grundschullehrkräfte (34% der Gesamtstichprobe)) dessen Erhebungsinstrument KI-Nutzungspraktiken, Wahrnehmungen zur Schüler:innen-Nutzung sowie Einstellungen zu KI im Bildungskontext erfasste. Die quantitative Auswertung erfolgte mittels deskriptiver Statistiken und Spearman-Korrelationen, die qualitativen Daten wurden inhaltsanalytisch ausgewertet. Zentrale Befunde Die Studie dokumentiert schulartübergreifende Asymmetrien mit besonderen grundschulbezogenen Ausprägungen: Während 77% aller Lehrkräfte KI privat nutzen, liegt die unterrichtliche Nutzung in Grundschulen bei 56%. Die Korrelationsanalysen offenbaren konträre Bewertungsmuster: Private Nutzung korreliert signifikant positiv mit wahrgenommener Lebensverbesserung, schulische Nutzung hingegen signifikant negativ. Die qualitative Analyse zeigt hinsichtlich Schüler:innen eine Fokussierung auf kognitive Bedrohungen (89%) wie den Verlust eigenständigen Denkens. 59% der Lehrkräfte unterbinden KI-Nutzung zur Ideenfindung durch Schüler:innen. Demgegenüber berichten 67% der Nutzer:innen von positiven Haltungsveränderungen durch eigene Erfahrungen. Diskussion Die Befunde legen nahe, dass der mediale Habitus als Wahrnehmungsfilter fungiert, der im schulischen Kontext spezifische Risikowahrnehmungen aktiviert. In der Grundschule scheint sich dies durch einen pädagogischen Habitus mit Schutzverantwortung und Priorität basaler Kulturtechniken zu verstärken. Lehrkräfte agieren als Gatekeeper, mit potenziellen Konsequenzen für Bildungsgerechtigkeit. Der Beitrag diskutiert vor diesem Hintergrund die Rolle transformativer Bildungsprozesse zur Befähigung von Lehrkräften sowie deren transitive Effekte auf Schüler:innen. | ||