Grazer Grundschulkongress 2026
6. - 8. Juli 2026 | Graz, Österreich
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Einzelbeitrag 22
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Lernwege beobachten, zu mathematischer Kompetenzentwicklung befähigen: Einflussfaktoren beim Erlernen von Addition und Subtraktion in der ersten Schulstufe Pädagogische Hochschule Tirol, Österreich Additionen und Subtraktionen im Zahlenraum 10 stellen eine wichtige Säule für das grundlegende Verständnis der Grundrechenoperationen im dekadischen Stellenwertsystem dar. Da Grundkonzepte wie Kardinalität und Teil-Ganzes-Verständnis noch fehlen, werden erste Rechenaufgaben von Kindern meist rein zählend gelöst (Gaidoschik, 2010). Subtraktionen sind hierbei grundsätzlich schwerer zu bewältigen, denn das zählende Bearbeiten von Subtraktionsaufgaben basiert vorwiegend auf dem Rückwärtszählen und setzt die Kompetenz der Klasseninklusion voraus. Ein zentraler Baustein im Anfangsunterricht aber ist es, Kinder darin zu unterstützen, Rechenaufgaben nicht-zählend zu lösen, arithmetisches Faktenwissen im Langzeitgedächtnis abzuspeichern und somit flexiblere Rechenwege zu ermöglichen (Häsel-Weide, 2016). Beobachtungen in der Einzelförderung haben nun gezeigt, dass es für Kinder einfacher sein kann, Subtraktionen erst dann zu erlernen, wenn die Addition gut gefestigt ist (Pixner & Dresen, 2022). Deshalb wurden ausgehend von mathematikdidaktischen und entwicklungspsychologischen Modellen zwei Hypothesen formuliert: Es wird vermutet, dass eine längere Festigungsphase der Addition vor Einführung der Subtraktion zu besseren Subtraktionsleistungen führt und die Anzahl der eingeführten Rechenstrategien positiv mit den individuellen Lernleistungen beim Rechnen im Zahlenraum 10 korreliert. In einer Mixed-Methods-Studie mit 219 Erstklässler*innen österreichischer Schulen wurde diesen Annahmen nachgegangen. Die Datenerhebung umfasste Rechentests mit Additionen und Subtraktionen im Zahlenraum 10 sowie einen Lehrkräftefragebogen mit qualitativen wie quantitativen Elementen. Es zeigte sich, dass eine strategieorientierte und zeitlich sequenzierte Einführung der Grundrechenoperationen Kinder in die Lage versetzt, nicht-zählende und effiziente Rechenstrategien aufzubauen, die für das Rechnen im größeren Zahlenraum essenziell sind. Damit verdeutlichen die Ergebnisse die Bedeutsamkeit systematischer Beobachtung von Lernvoraussetzungen sowie didaktischer Konzepte, die Schüler*innen zum flexiblen mathematischen Denken befähigen. | ||
