Grazer Grundschulkongress 2026
6. - 8. Juli 2026 | Graz, Österreich
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Symposium 15a
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Embodied Learning – Durch Bewegung lernen und Lernprozesse sichtbar machen Das Symposium „Embodied Learning – durch Bewegung lernen und Lernprozesse sichtbar machen“ bündelt vier Beiträge, die das Potenzial körperbezogener Lernarrangements für Unterricht und Diagnostik in der Primarstufe ausloten. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass kognitive Prozesse untrennbar mit Wahrnehmung und Bewegung verknüpft sind und dass motorische Handlungen Lernprozesse nicht nur unterstützen, sondern für Lehrpersonen auch beobachtbar und damit diagnostisch nutzbar machen. Beitrag 1 beleuchtet, wie Bewegungen, Gesten und Materialhandlungen als Träger konzeptuellen Verstehens und als Fenster für pädagogische Diagnostik fungieren können. Kindern äußern über körperliche Ausdrucksformen Denkprozesse, die verbal oft noch nicht artikuliert sind. Dies eröffnet Lehrkräften neue Möglichkeiten der formativen Beobachtung und gezielten Förderung. Beitrag 2 stellt Ergebnisse einer dreijährigen Längsschnittstudie zur Schulung der Phonologischen Bewusstheit vor. Schüler:innen, die gezielt lernten, Sprechwerkzeuge und Artikulationsgesten (Mundbewegungen) wahrzunehmen und für die Lautanalyse zu nutzen, zeigten signifikant bessere Leistungen als die Kontrollgruppe. Die Effekte zeigten sich sowohl in Aufgaben zur Phonologischen Bewusstheit als auch in der lauttreuen Verschriftlichung über die gesamte Dauer der ersten drei Schuljahre. Der Beitrag verdeutlicht, wie Kinder von einem körperbasierten Unterricht im schriftsprachlichen Anfangsunterricht profitieren können. Aufbauend auf aktuellen Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie und der Embodied-Cognition-Forschung zeigt Beitrag 3, wie Lehrpersonen durch bewegungs- und gestengestützte Zugänge komplexe syntaktische Strukturen nonverbal vermitteln können. Vorgestellt wird ein syntaxbasiertes Sprachförderkonzept, in dem sprachliche Muster räumlich und körperlich erfahrbar gemacht werden. Diese Vorgehensweise bietet Kindern die Möglichkeit, Sprachstrukturen handelnd zu erkunden und dadurch vertieft zu begreifen. Gleichzeitig wird implizites Wissen sichtbar, sodass Lernprozesse für Lehrpersonen beobachtbar und gezielt förderbar werden. Beitrag 4 stellt ein geplantes Online-Selbstlernformat für Studierende vor, das die Studierenden mit syntaxbasierter Sprachförderung vertraut machen sollte. Im asynchronen Kursformat lernen Studierende selbstverantwortlich und flexibel und verbinden theoretische Inhalte mit praxisnahen, körperbasierten Lernformen. Eine begleitende Evaluation soll untersuchen, wie motivierend und wirksam dieses digitale Lernsetting ist. Beiträge des Symposiums Bewegung und motorische Gesten als Grundlage fürs Lernen und Anker für pädagogische Diagnostik Embodied Learning gilt zunehmend als zentraler Ansatz für nachhaltiges Lernen. Die konkrete körperliche Interaktion mit Lerninhalten durch Bewegungen, Gesten oder Materialhandlungen unterstützt nicht nur den Aufbau von konzeptuellem Wissen und Verstehen, sondern eröffnet auch neue Perspektiven auf pädagogische Diagnostik. Bewegungsbasierte Ausdrucksformen machen implizite Denkprozesse sichtbar, die oft verbal noch nicht adäquat artikuliert werden können. So kommunizieren Kinder unabhängig von ihrer Sprachkompetenz über Handlungen und Gesten häufig, wo sie im Lernprozess stehen. Für Lehrende öffnet sich damit ein diagnostisches Fenster, das in traditionellen Lernsettings ohne bewussten Fokus auf Bewegung verborgen bleibt. Kurz- und langfristige Effekte einer Schulung der Phonologischen Bewusstheit mit besonderer Berücksichtigung der Artikulatorischen Bewusstheit Die Phonologische Bewusstheit gilt als einer der wichtigsten Prädiktoren für einen erfolgreichen Schriftspracherwerb. Viele Schüler:innen zeigen jedoch deutliche Schwächen in diesen sprachanalytischen, insbesondere in den lautanalytischen Fertigkeiten. Während gängige Förderprogramme vor allem die auditive Wahrnehmung adressieren, nutzt der körperbasierte Ansatz KUL neben auditiver auch kinästhetisch-artikulatorische Information als zusätzlichen Anker für die Differenzierung von Lauten. Schüler:innen befähigen: Syntaxbasierte Sprachförderung durch Bewegung Verfügen Kinder über ein fundiertes Sprachwissen, können sie flexibler, selbstbestimmter und bewusster mit Sprache und Schriftsprache umgehen. Sprache zu begreifen gelingt besonders dann, wenn Kinder über geeignete Beispiele Einblicke in Strukturen und Regeln erhalten. Davon profitieren alle Kinder, unabhängig von Leistungsniveau und Erstsprache. Online-Selbstlernkurse zur syntaxbasierten Sprachförderung: Asynchrone Lernformate mit körperbasierten Übungsformen als Chance für individuell differenziertes Lernen in der Lehramtsausbildung Die Online-Selbstlernkurs-Reihe zur syntaxbasierten Sprachförderung sollte Studierenden in der Lehramtsausbildung als asynchrones Lernformat zur Verfügung stehen. Geplant ist, dass die Studierenden sich damit eigenständig und im eigenen Tempo wichtige Inhalte zur syntaxbasierten Sprachförderung erarbeiten. Dabei werden nicht nur theoretische Grundlagen vermittelt, sondern auch körperbasierte Übungsformen genutzt, um die eigenen Kompetenzen in Bezug auf die deutsche Satzgrammatik zu erweitern und zu vertiefen. Ein zentrales Ziel ist zudem der Theorie-Praxistransfer, der durch die körperbasierten Übungsformen und die Beschreibung von Umsetzungsmöglichkeiten in der Praxis forciert wird. Das asynchrone Format ermöglicht individuell differenziertes Lernen, da die Studierenden im eigenen Tempo arbeiten, Inhalte nach Bedarf wiederholen und auch eigene Lernwege wählen können. Durch die Verbindung von Theorie- und Praxisanteilen (durch bewegungsgestütztes Üben) entsteht ein handlungsorientiertes, aktivierendes Lernsetting. Gleichzeitig eröffnet das Selbstlernformat einen flexiblen Zugang zur Hochschullehre, da es orts- und zeitunabhängig sehr flexibel genutzt werden kann. Lehrende initiieren durch die Strukturierung und Bereitstellung der Kurse Lernprozesse, Studierende übernehmen jedoch selbst die Verantwortung für diesen. | ||
