Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Symposium 8a
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ELLA: Wohlfühlzone für ALLE. Die Förderung der psychosozialen Gesundheit an steirischen Schulen Schulen sind zentrale soziale Lebens-, Lern- und Arbeitsräume. Sie bieten ein wichtiges Setting, um sowohl die physische als auch die psychosoziale Gesundheit zu fördern (BMBWF, 2022). Die Resilienzforschung zeigt zudem, dass Pädagog*innen oft erste Ansprechpartner*innen bei psychosozialen Krisen sein können (Goldstein & Brooks, 2023). Damit kommt Bildungseinrichtungen eine wichtige Rolle in der präventiven Gesundheitsförderung zu: Sie vermitteln grundlegende Fähigkeiten der Gesundheitskompetenz, die helfen, mit Herausforderungen und Krisen umzugehen. Damit Gesundheitsförderung wirksam sein kann, benötigen jedoch nicht nur Lehrpersonen, sondern auch Schüler*innen und Eltern Wissen darüber, wie psychosoziale Gesundheit gestärkt und Krisen vorgebeugt werden können. Hier setzt das Projekt „ELLA: Wohlfühlzone für ALLE“ an. Über einen Zeitraum von drei Jahren (01/2024 bis 12/2026), werden Schulleiter*innen und Pädagog*innen von Volks- und Mittelschulen unterstützt, psychosoziale Gesundheit und Resilienz nachhaltig im Schulalltag zu verankern. Im Projekt werden verschiedene Ansatzpunkte verbunden:
Diese Ansatzpunkte werden im Rahmen eines Mixed-Methods-Ansatzes evaluiert. Hierbei werden standortspezifische Maßnahmen ermittelt und Interviews sowie schriftliche Befragungen mit Schulleitungen und Lehrkräften durchgeführt. Zudem werden die Perspektiven beteiligter Schüler*innen mittels Gruppengesprächen und partizipativen Projekten erhoben. In dem vorliegenden Symposium werden Einblicke in den Aufbau und die Umsetzung des Projekts gegeben. Im ersten Beitrag werden das Projekt, die verfolgten Zielperspektiven und die definierten Ansatzpunkte vorgestellt. Im zweiten Beitrag werden Ergebnisse der Projektevaluation präsentiert und diskutiert. Der dritte Beitrag gibt einen vertiefenden Einblick in die Evaluierung der Perspektiven der Schüler*innen. Dabei werden Photovoice als Methode sowie die Projekte von Schüler*innen einer beteiligten Mittelschule präsentiert. Abschließend wird im Beitrag „Gemeinsam gestalten” die Bedeutung der Einbeziehung relevanter Personengruppen in Schulentwicklungsprozesse beleuchtet. Beiträge des Symposiums ELLA: Wohlfühlen für ALLE. Die Umsetzung eines ganzheitlichen gesundheitsfördernden Schulentwicklungsprozesses mit Fokus auf die psychosoziale Gesundheit aller Zielgruppen Das Projekt „ELLA: Wohlfühlen für ALLE“ wird über einen Zeitraum von drei Jahren an steirischen Volks- und Mittelschulen implementiert und verfolgt das Ziel, die psychosoziale Gesundheit sowie die Resilienz aller schulischen Akteur*innen nachhaltig zu stärken. Ein zentrales Element bildet die niederschwellige Sensibilisierung und Wissensvermittlung zu diesem Themenfeld. Interessierte Pädagog*innen aller steirischen Volks- und Mittelschulen erhalten über einen regelmäßig erscheinenden Newsletter fachlich fundierte Informationen und haben die Möglichkeit, an einem institutionsübergreifenden Erfahrungsaustausch teilzunehmen. Ergänzend dazu stellt das Projekt ein Set niederschwelliger, standortspezifisch adaptierbarer Unterstützungsangebote bereit. Schulen, die Angebote zur Schulentwicklung suchen, können aus einem Maßnahmenpool jene Interventionen auswählen, die in besonderem Maße zur Erreichung ihrer jeweiligen Zielsetzungen beitragen. Für Schulen, die einen gesundheitsfördernden Schulentwicklungsprozess anstreben, wird eine individualisierte Prozessbegleitung angeboten. Diese orientiert sich an den standortspezifischen Ausgangsbedingungen und Zieldefinitionen und unterstützt die Schulen bei der Planung und Umsetzung eines umfassenden Entwicklungsprozesses mit Fokus auf die psychosoziale Gesundheit der gesamten Schulgemeinschaft. Das gesamte Kollegium wird dabei systematisch einbezogen. Auf Schüler*innenebene werden durch geschulte Lehrkräfte altersdifferenzierte Trainingsprogramme implementiert, die über zwei Schuljahre hinweg durchgeführt werden. Die Lehrkräfte erhalten hierfür eine spezifische Qualifizierung und werden kontinuierlich durch das Projektteam supervidiert und begleitet. Parallel dazu stehen für Eltern digitale Seminarangebote zu sozial-emotionalen Kompetenzen und psychischer Widerstandsfähigkeit zur Verfügung. Im Rahmen des Beitrags wird das Projekt vorgestellt und anhand ausgewählter Beispiele erfolgreichen Case Managements untersucht, wie ein wirksamer und nachhaltiger Praxistransfer gelingen kann. Ergebnisse der Begleitevaluation des Projektes ELLA: Wohlfühlen für ALLE Der Beitrag präsentiert (Teil-)Ergebnisse aus der Begleitevaluation des dreijährigen Projekts „ELLA: Wohlfühlen für ALLE“. Das Projekt zielt auf die Umsetzung von Schulentwicklungsprozessen zur Förderung der psychosozialen Gesundheit aller beteiligten Akteur*innen ab. Als besondere Herausforderungen bei der Evaluation des Projekts erwiesen sich die unterschiedlichen Zielgruppen, die aufbauend auf die verschiedenen Angebote des Projekts entstanden sind, sowie die verschiedenen Zeitläufe. Erfahrungen von Schüler*innen sichtbar machen: Wie Photovoice Partizipation und Empowerment ermöglicht Im Rahmen der Evaluation war uns die Perspektive der beteiligten Schüler*innen besonders wichtig, um herauszufinden, wie sie die Angebote im Projekt einschätzen und inwiefern die in den Workshops und Trainings vermittelten Inhalte in ihrem Alltag und ihren Lebenswelten anschlussfähig sind. So sollten die Schüler*innen der beteiligten Mittelschulen im Rahmen von Photovoice-Projekten die Möglichkeit erhalten, diesen Transfer sichtbar und diskutierbar zu machen, um Empowerment-Prozesse zu unterstützen. Photovoice ist eine partizipative Forschungsmethode, die visuelle Dokumentationen in Form von Fotografien mit Erzählprozessen in einem reflexiven Gruppenprozess verbindet (Wihofszky et al., 2020, S. 88). Die Methode wurde in den 1990er Jahren von Caroline Wang und Mary Ann Burris in einem Forschungsprojekt zum Thema Gesundheit mit Frauen im ländlichen China entwickelt. Im Zuge von Photovoice-Projekten machen die beteiligten Akteur*innen nach einer Schulung, in der sie zu Co-Forscher:innen werden, zu einem bestimmten Thema Fotos von ihren Lebenswelten. Diese werden anschließend in Kleingruppen diskutiert und ausgewertet, um daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten. Damit wird das Ziel verfolgt, Veränderungen in den Lebenswelten der Akteur:innen zu initiieren (von Unger, 2014, S. 69). Laut Catalani & Minkler (2010, S. 446) resultieren daraus unter anderem individuelles Empowerment sowie ein verbessertes Verständnis der gemeinschaftlichen Bedürfnisse und Stärken. Gemeinsam gestalten – Die Bedeutung von Partizipation in Schulentwicklungsprozessen Das Projekt „ELLA: Wohlfühlen für ALLE” bietet vielfältige Partizipationsmöglichkeiten für Pädagog*innen, Schüler*innen und Eltern. Im Mittelpunkt stehen die psychosoziale Gesundheit aller am Schulstandort Beteiligten sowie die Integration psychosozialer Aspekte in den schulischen Entwicklungsplan. | ||