Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
|
Tagesübersicht |
| Sitzung | ||
Einzelbeitrag 1
| ||
| Präsentationen | ||
Auswirkungen farbiger Silbenmarkierung auf die Lesegeschwindigkeit Freie Universität Bozen, Italien Die Silbe als sublexikalische Einheit spielt im Schriftspracherwerb eine besondere Rolle. Als gängige Markierung in Erstlesetexten hat sich vor dem Hintergrund eines „naiven Silbenmodells“ (Hinney 2014, S. 152 ff.) der sog. farbige Silbentrenner etabliert, der ursprünglich der im Mildenberger Verlag erscheinenden Silbenfibel „ABC der Tiere“ entstammt. Durch die konsequente Markierung sämtlicher Wörter im Text durch eine zumeist zweifarbig alternierende Silbenfärbung (z.B. blau-rot) soll ein buchstabenweises Erlesen vermieden und von Beginn an ein flüssiges, sinnerfassendes Lesen unterstützt werden (vgl. Kuhn 2023). Den Angaben der Verlage zufolge sollen farbig markierte Silben das flüssige Lesen von Wörtern sowie das Leseverständnis verbessern. Die Silbenmethode ist der Praxis weit verbreitet, aber empirisch bisher kaum untersucht. Als erste Studie im deutschsprachigen Raum hat das Projekt SILLE nun den Effekt der farbigen Silbenmarkierung auf die Lesegeschwindigkeit von Kindern zwischen Mitte Klasse 1 bis Ende Klasse 3 zu erfassen versucht. Als Textkorpus dienten Ausschnitte der Erstleseliteratur, insgesamt nahmen über 600 Kinder an der Studie teil. Positive Effekte der farbigen Silbenmarkierung werden in der ersten Klassenstufe erwartet. In den weiterführenden Jahrgangsstufen wird erwartet, dass diese Effekte geringer ausfallen oder verschwinden, da der Leseprozess zunehmend durch die direkte Worterkennung auf der lexikalischen Leseroute geprägt ist. Sollten die Effekte der Silbenfärbung gar negativ ausfallen, könnten die Ergebnisse zu einer kritischen Diskussion der Silbenmethode beitragen und/oder den unreflektierten Einsatz in Erstlesebüchern infrage stellen. | ||