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Wie beurteilen wir eigentlich? Schulische Leistungsbeurteilung zwischen theoretischem Anspruch und gelebter Praxis
Chair(s): Eva Sattlberger (KPH Wien/Niederösterreich)
Schulische Leistungsbeurteilung (in der Primarstufe) ist ein komplexer Prozess, der durch einen grundlegenden Widerspruch gekennzeichnet ist: Sie soll zugleich individuelle Lernprozesse fördern, verlässliche Diagnosen ermöglichen und über Bildungswege entscheiden. Diese Funktionen – Förderung, Diagnose und Selektion – sind jedoch nicht vollständig miteinander vereinbar und erzeugen ein strukturelles Spannungsfeld, das sich insbesondere in heterogenen Lerngruppen zuspitzt. Während formative Rückmeldungen auf individuelle Entwicklung abzielen, verlangt summative Beurteilung Vergleichbarkeit, Transparenz und Entscheidungsfähigkeit (Jürgens, 2022). Daraus ergibt sich ein pädagogisches Dilemma, das in der Praxis vielfach unhinterfragt bleibt und selten explizit reflektiert wird. Theoretische Modelle schulischer Leistungsbeurteilung sowie normative Ansprüche (z.B. Fairness, Gerechtigkeit, …) sind breit diskutiert und konzeptionell differenziert beschrieben. Demgegenüber liegen bislang vergleichsweise wenige Studien vor, die Einblick in die gängige Beurteilungspraxis gewähren. Im internationalen Kontext wird in diesem Zusammenhang zunehmend der Begriff Assessment Literacy als Rahmenkonzept für ein im Kontext schulischer Leistungsbeurteilung professionelles Lehrer:innenhandeln bearbeitet (Feser & Höttecke, 2020). Das geplante Format greift diese Problematik auf und zielt darauf ab, Zielkonflikte schulischer Leistungsbeurteilung systematisch sichtbar zu machen, unterschiedliche professionelle Deutungen zu kontrastieren und deren Konsequenzen für pädagogisches Handeln im Primarstufenunterricht zu klären. Ein kurzer theoretischer Impuls zu zentralen Begriffen und (aktuellen) Forschungsergebnissen bildet den Ausgangspunkt. Im Anschluss bearbeiten die Teilnehmenden in Kleingruppen leitende Fragestellungen: Wie gestalten sich bestehende Beurteilungssysteme im Bereich der Primarstufe? Wo und inwiefern zeigen sich Zielkonflikte? Welche impliziten Normen und Annahmen beeinflussen Beurteilungsentscheidungen? Wie nehmen Lehrer:innen ihre eigene Assessment Literacy wahr? Die Ergebnisse werden im Plenum systematisch verdichtet und entlang der identifizierten Spannungsfelder reflektiert. Die Ad-Hoc-Gruppe versteht sich als reflexiver Raum, in dem Forschung und Praxis zusammengeführt werden und öffnet einen strukturierten Diskursraum zur Klärung zentraler Widersprüche schulischer Leistungsbeurteilung und deren Bedeutung für professionelles Handeln in der Primarstufe.
Beiträge des Symposiums
Wie beurteilen wir eigentlich? Schulische Leistungsbeurteilung zwischen theoretischem Anspruch und gelebter Praxis
Eva Sattlberger; Monika Hofer-Rybar KPH Wien/Niederösterreich
Wie beurteilen wir eigentlich? Schulische Leistungsbeurteilung zwischen theoretischem Anspruch und gelebter Praxis
Wie beurteilen wir eigentlich? Schulische Leistungsbeurteilung zwischen theoretischem Anspruch und gelebter Praxis
Eva Sattlberger; Monika Hofer-Rybar KPH Wien/Niederösterreich
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Wie beurteilen wir eigentlich? Schulische Leistungsbeurteilung zwischen theoretischem Anspruch und gelebter Praxis
Eva Sattlberger; Monika Hofer-Rybar KPH Wien/Niederösterreich
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