Grazer Grundschulkongress 2026
6. - 8. Juli 2026 | Graz, Österreich
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Symposium 10a Ort: PHSt_A01.04 | |
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Sprache im Alltag beobachten und fördern – Von der Diagnose zur Beratung Ein zentraler Schwerpunkt der Arbeit von pädagogischen Fachkräften ist die Beobachtung und Dokumentation im Kita-Alltag (vgl. Viernickel, 2014). Zudem stellt die Passung zwischen Beobachtung und Förderung eine wichtige Stellschraube in der pädagogischen Arbeit dar (vgl. Neugebauer & Becker-Mrotzek, 2013), um die Sprachkompetenzen aller Kinder passgenau begleiten und unterstützen zu können. Die Notwendigkeit beide Bereiche zu verbinden, unterstreicht die Empfehlung von Neugebauer und Becker-Mrotzek (2013, S. 43) nochmals deutlich: “Keine Förderung ohne Diagnose – keine Diagnose ohne Förderung“. Um dies zu ermöglichen, benötigen die pädagogischen Fachkräfte einerseits Beobachtungskompetenz und ein Repertoire an Fördermethoden, andererseits auch Gesprächsführungskompetenz in Elterngesprächen (vgl. Aich & Behr, 2016) für den pädagogischen Alltag. Das geplante Symposion widmet sich der Auseinandersetzung mit den drei großen Themenschwerpunkten des Forschungsprojektes „Sprache im Alltag beobachten” (SiAb), in dem die Entwicklung eines alltagsintegrierten Sprachbeobachtungsverfahren, die daraus resultierende passgenaue Sprachförderung und die notwendige Beratung in Elterngesprächen fokussiert werden. Zugleich schließt es am Diskurs des aktuellen Tagungsthemas „Beobachten, Beurteilen und Befähigen” mit den beiden Fragestellungen an, wie die Entwicklung von Kindern im Kontext der Sprache beobachtet, dokumentiert und beurteilt werden kann und wie pädagogische Fachkräfte im Kontext der Förderung befähigt werden können. Der Entwicklung eines alltagsintegrierten Beobachtungsverfahrens widmet sich der erste Vortrag, welcher einen Einblick in die theoretische Konzeption des Verfahrens geben wird. Im Zusammenhang mit Sprachförderung und -bildung wird im zweiten Beitrag der Fokus auf die Förderung gelegt, in dem näher das Konzept “Mit Kindern im Gespräch” (Kammermeyer et al., 2017) vorgestellt wird. Im Anschluss fokussiert der dritte Beitrag die Präsentation von Ergebnissen aus einer Fragebogenerhebung für pädagogische Fachkräfte in Bezug auf Gesprächsführungskompetenzen in Elterngesprächen. Das Ziel des geplanten Symposiums ist die Passung von Diagnose und Förderung theoretisch und empirisch zu beleuchten und zu diskutieren, wobei die Entwicklung eines Beobachtungsverfahrens, die passgenaue Förderung und die anschließende Beratung mit Eltern vorgestellt und die Bedeutung der Sprachdiagnose und Sprachförderung/-bildung für den Elementar- und auch Grundschulbereich näher beleuchtet werden soll. Beiträge des Symposiums Sprache im Alltag beobachten – ein alltagsintegriertes Beobachtungsverfahren In Rheinland-Pfalz wird die Sprachentwicklung der Kinder durch eine alltagsintegrierte Sprachbildung gefördert (§ 3 Abs. 3 KiTaG). Es fehlt jedoch ein einheitliches Sprachbeobachtungsverfahren mit Bezug auf die Sprachkompetenzen und Förderbedarfe in der Zielsprache Deutsch bei einsprachig deutsch und mehrsprachig aufwachsenden Kindern, welches im Alltag von den pädagogischen Fachkräften angewandt werden kann. Im ersten geplanten Vortrag wird daher das Forschungsprojekt „Sprache im Alltag beobachten” (SiAb) vorgestellt, welches an diesem Desiderat anknüpft. Das im Juli 2025 gestartete Forschungsprojekt hat zum Ziel, ein standardisiertes Beobachtungsinstrument zur Erfassung und Dokumentation sprachlicher Kompetenzen von viereinhalbjährigen Kindern in Kindertageseinrichtungen in Rheinland-Pfalz zu entwickeln und zu pilotieren. Dabei sollen pädagogische Fachkräfte Sprachdiagnose (mittels dem Verfahren SiAb) und Sprachförderung (mittels „Mit Kindern im Gespräch“) miteinander verknüpfen können. Dabei erhöht die unmittelbare Anschlussfähigkeit zwischen Diagnose (SiAb) und Förderung (MiKiG) zentrale Implementationskriterien wie u.a. Akzeptanz, Benutzerfreundlichkeit, Machbarkeit, Wiedergabetreue und Nachhaltigkeit (Hartmann, et al., 2020; Petermann, 2014; Souvignier, 2021). Die Entwicklung des Beobachtungsverfahren erfolgt unter Einbezug verschiedener Perspektiven (wie Praxis, Bildungsadministration, Eltern, Wissenschaft) nach dem Design-Based-Research-Ansatz (DBR) (The Design-Based Research Collective, 2003; Topalović & Drepper, 2024). In verschiedenen Forschungszyklen wird das Verfahren pilotiert und mit den aktiven Akteur*innen modifiziert, um die Re-Design Prozesse durchführen zu können. Der erste Teil des Symposions soll daher die Entwicklung eines alltagsintegrierten Verfahrens fokussieren und erste Ergebnisse aus dem Projekt präsentieren. Von der alltagsintegrierten Beobachtung zur Sprachförderung. Sprachbeobachtung und -förderung – auf die Passung kommt es an! Für die alltagsintegrierte Sprachbildung und -förderung liegt bereits ein Ansatz vor, dessen Effekte auf die Anregungsqualität von pädagogischen Fachkräften und die Sprachkompetenzen von Kindern belegt sind („Mit Kindern im Gespräch“, Kammermeyer et al., 2017, Horner et al., 2024). Es stellt sich die Frage, wie diese Effekte durch alltagsintegrierte Sprachbeobachtung erhöht werden können. Hierzu ist es notwendig, bei der Konzeption eines Verfahrens sich nicht nur an den „harten“ klassischen Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität, sondern verstärkt auch an den „weichen Nebengütekriterien“ (Alltagsintegration, Ökonomie, Akzeptanz, Machbarkeit, Wiedergabetreue) zu orientieren. Dies soll dadurch erreicht werden, dass die standardisierte Beobachtung und die dazu passende Förderung auf der Ebene von Einzelaufgaben angeboten werden. Im Vortrag wird im ersten Schritt ein kurzer Überblick über das Qualifizierungskonzept „Mit Kindern im Gespräch“ und dessen Effekte gegeben. Daran anschließend wird – auch anhand eines Beispiels – vorgestellt, wie die Verknüpfung von alltagsintegrierter Beobachtung und Förderung im Projekt SiAb (Sprache im Alltag beobachten) mit Hilfe von Beobachtungskarten angeregt wird. Von der Diagnose zur Beratung – Elterngespräche und Beratung in der Kita “Um Elternpartnerschaft auf Augenhöhe gestalten zu können und dem Anspruch einer gelingenden Zusammenarbeit gerecht zu werden, benötigen Fachkräfte vor allem Gesprächskompetenzen” (Aich & Behr, 2016, S. 11). Die Relevanz von Elterngesprächen im Kontext der frühen Kindheit wird deutlich von verschiedenen Perspektiven hervorhoben, jedoch werden die dafür notwendigen Gesprächsführungskompetenzen in der Aus- und Weiterbildung von pädagogischen Fachkräften kaum thematisiert (vgl. Aich & Behr, 2016; Aich & Behr, 2019). An dieser Stelle setzt der dritte geplante Vortrag des Symposions daran an, Gesprächsführungskompetenzen von pädagogischen Fachkräften sowie Elterngespräche in der Kita näher zu beleuchten. Im oben genannten Forschungsprojekt SiAb wird neben der Entwicklung eines alltagsintegrierten Beobachtungsverfahrens auch die Elternperspektive in Bezug auf Gespräche zwischen Fachkraft und Elternteil in den Fokus genommen. In diesem Rahmen findet im Frühjahr 2026 eine Befragung bezüglich der Gesprächskompetenzen von pädagogischen Fachkräften der teilnehmenden Projektkitas statt. Die generierten Ergebnisse sollen Grundlage für die Entwicklung und Planung eines Fortbildungsmoduls bilden, das den Fokus auf die Elterngespräche setzt. Im Juli 2026 sollen erste quantitative und qualitative Daten (vgl. Mayring, 2022) aus der Fragebogenerhebung vorgestellt und diskutiert werden. | |
