Grazer Grundschulkongress 2026
6. - 8. Juli 2026 | Graz, Österreich
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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Einzelbeitrag 78 Ort: PHSt_A02.16 | |
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Lernen mittels Log-Daten-Analyse beobachten: Ein vergleichendes Beispiel zum deutschen und englischen Rechtschreiberwerb 1: Pädagogische Hochschule Salzburg Stefan Zweig, Österreich; 2: Griffith University, Brisbane, Australien; 3: Universität Regensburg, Deutschland Ausgangslage. Rechtschreiben ist zentral für schriftliche Kommunikation und schulischen Erfolg (Treiman et al., 2019). Die Forschung hat sich bislang auf durch Diktate erhobene Rechtschreibergebnisse konzentriert, während Aspekte des Lern- bzw. Rechtschreibverhaltens wie Selbstkorrekturen – trotz ihrer Bedeutung (Corvacho del Toro, 2022) – weniger Beachtung fanden. Ziele. Der Beitrag stellt einerseits die Log-Daten-Analyse als einen methodischen Ansatz vor, mit dem die Prozessanalyse gelingen kann; andererseits werden Ergebnisse zum digitalen Rechtschreibverhalten von Volksschüler*innen präsentiert, die mit diesem Ansatz generiert wurden. Methode. Schüler*innen verschrifteten unter Verwendung der talidu-App vorgegebene Wörter eigenständig in bis zu vier Durchgängen. Alle Interaktionen mit der App wurden geloggt. Die Muster in den Log-Daten wurden mittels Ereignis-Teil-Methode (Krohne & Hock, 2015) und unter Zuhilfenahme eigens entwickelter Codierschemata untersucht. Sample. An der Studie nahmen 685 deutsche und 243 australische Volksschüler*innen erster und zweiter Jahrgangsstufen teil. Ziel dieser binationalen Ausrichtung war es, kontextuelle Faktoren (Sprache und Didaktik) zu berücksichtigen und generalisierbare Muster zu identifizieren. Ergebnisse. Schüler*innen mit hoher Rechtschreibkompetenz unterscheiden sich von Schüler*innen mit niedriger Rechtschreibkompetenz u.a. dahingehend, dass sie einen höheren Anteil plausibler oder korrekter Schreibungen produzierten, Hilfestellungen häufiger und effektiver nutzten und sich aktiver und zielgerichteter mit Fehlerkorrekturen auseinandersetzten. Das Mehrfachversuchsformat deckte zudem dynamische Prozesse wie gelegentliche Rückschritte, gefolgt von Verbesserungen durch Scaffolds auf. Die Muster sind unter deutschen und australischen Schüler*innen in ihrer zentralen Tendenz ähnlich. Diskussion. Insgesamt zeigt die Studie, dass die digitale Erfassung mehrerer Schreibversuche wertvolle Erkenntnisse für gezielte Unterrichtsaktivitäten und eine differenziertere Rechtschreibdiagnostik in der Volksschule liefern kann, wobei kontextuelle Faktoren zu diskutieren sind. | |
