Grazer Grundschulkongress 2026
6. - 8. Juli 2026 | Graz, Österreich
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Symposium 11a Ort: PHSt_A01.17 | |
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Transfer_Werkstatt im Fokus: Ein Konzept für nachhaltige Schul- und Unterrichtsentwicklung Die Schule steht im Spannungsfeld von gesellschaftlichem Wandel, technologischen Entwicklungen und neuen curricularen Anforderungen (Komposch et al., 2025). Lehrpersonen sind gefordert, Lernprozesse so zu gestalten, dass Schüler*innen nicht nur Wissen erwerben, sondern Kompetenzen entwickeln, die sie zu selbstverantwortlichem und zukunftsorientiertem Handeln befähigen. Damit verbunden ist die professionelle Aufgabe von Lehrpersonen, Lernende zu beobachten, Lernfortschritte zu beurteilen und Lernumgebungen zu schaffen, die Befähigung ermöglichen (BMBWF, 2021; BMB, 2025). Das Fortbildungsformat Transfer_Werkstatt bietet hierfür einen innovativen Rahmen: Es unterstützt Lehrpersonen und Schulteams dabei, Unterrichts- und Schulentwicklung reflektiert und zukunftsorientiert zu gestalten. Die Beiträge des Symposiums beleuchten vier zentrale Zugänge: Der erste Beitrag widmet sich der Transfer_Werkstatt als einem wirksamen Fortbildungsformat für die Entwicklung innovativer Lernformen in Schulen. Der Fokus liegt hier auf den Ergebnissen der Begleitforschung, insbesondere auf der Veränderung und Stärkung der Selbstwirksamkeit und der professionellen Handlungskompetenz von Lehrpersonen. Der zweite Beitrag gibt inhaltliche Einblicke in die Transfer_Werkstatt “Unterricht öffnen”. Durch diesen Beitrag wird sichtbar, wie im Fortbildungsformat Transfer_Werkstatt Impulse zur praktischen Umsetzung mit empirischen Erhebungen und Erkenntnissen für die Forschung Hand in Hand gehen können. Im dritten Beitrag steht die Transfer_Werkstatt „FREI DAY“ im Mittelpunkt. Sie begleitet Lehrpersonen bei der Einführung des FREI DAY an ihrem Schulstandort und unterstützt sie in ihren Entwicklungsprozessen. Das Lernformat eröffnet Schüler*innen die Möglichkeit, projektorientiert an Zukunftsfragen zu arbeiten und dabei Verantwortung, Kreativität und Kollaboration zu erleben. Die Transfer_Werkstatt vermittelt praxisnahe Ansätze, wie Lehrkräfte diese Lernräume gestalten und ihre Rolle als Lernbegleiter*innen stärken können. Im vierten Beitrag wird das Konzept einer explorativen Langzeitstudie im Rahmen der Transfer_Werkstatt “Englisch” vorgestellt. Es wird untersucht, wie Lehrpersonen durch die Teilnahme an der langfristigen Fortbildung ihre professionelle Identität und Handlungskompetenz im Kontext curricularer Reformen zum Fremdsprachenunterricht (weiter)entwickeln. Gemeinsam zeigen die Beiträge, wie Beobachten und Beurteilen als Grundlage für Befähigung verstanden werden können - sowohl für Lernende als auch für Lehrende. Das Symposium lädt dazu ein, die Transfer_Werkstatt als Format für partizipative, kooperative und vernetzende Professionalisierung und nachhaltige Unterrichts- sowie Schulentwicklung zu diskutieren. Beiträge des Symposiums Transfer_Werkstatt wirkt?! Ein innovatives Fortbildungsformat für zukunftsfitte Schulteams Der rasche gesellschaftliche und technologische Wandel stellt Lehrpersonen vor die Aufgabe, Lernprozesse so zu gestalten, dass Schüler*innen nicht nur Wissen, sondern Kompetenzen erwerben (Weinert, 2001), die sie zu selbstverantwortlichem und zukunftsorientiertem Handeln befähigen (Kulmhofer-Bommer & Diekmann, 2021). Um diesem Anspruch gerecht zu werden, sind Lehrpersonen gefordert, ihre Rolle als Lernbegleiter*innen neu zu denken und Unterricht zu reflektieren (BMBWF, 2021). Diese Anforderungen zeigen, dass die Befähigung der Schüler*innen mit der professionellen Stärkung der Lehrpersonen beginnt (Lipowsky, 2006; Posch, Rauch & Seidl, 2012). Das Fortbildungsformat Transfer_Werkstatt greift diesen Ansatz auf. Der Beitrag stellt das mehrjährige, partizipativ angelegte Fortbildungsformat mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten vor, welches Schulteams in ihrer Professionalisierung begleitet. Ziel des Formats ist es, Lehrpersonen zu befähigen, Unterricht und Schulentwicklung so zu gestalten, dass Schüler*innen in ihrer Verantwortung und Kompetenzentwicklung nachhaltig gestärkt werden. Neben der Förderung von Selbstwirksamkeit und professioneller Handlungskompetenz der teilnehmenden Lehrpersonen stehen kollegiale Vernetzung, Reflexion und Praxistransfer im Fokus (Lipowsky & Rzejak, 2021). Im Zentrum des Beitrags steht das Fortbildungsformat und dessen empirische Begleitforschung, die nach einem mehrstufigen Forschungsdesign entsprechend dem Rahmenmodell von Lipowsky (2004) aufgebaut ist. Zum Einsatz kommen qualitative Interviews, Gruppendiskussionen sowie standardisierte Fragebögen. Insbesondere wird dargestellt, wie sich die Selbstwirksamkeit der Teilnehmenden hinsichtlich einer zukunftsfähigen Unterrichtsgestaltung über den bisherigen Fortbildungsbesuch hinweg verändert. Ein Strukturmodell Offenen Unterrichts. Theoretisch fundiert und praktisch anwendbar. Der Beitrag stellt ein theoretisch fundiertes Strukturmodell Offenen Unterrichts und seine Weiterentwicklung durch Lehrkräfte vor, um Offenheit als didaktisches Prinzip zu konkretisieren, das ermöglicht, Schüler*innen individuell kognitiv und sozial zu befähigen. In dieser Forschung wird Offenheit als ein Prinzip zur inklusiven und partizipativen Gestaltung von verschiedenen Unterrichtsdimensionen verstanden, in dessen Zentrum Selbst- und Mitbestimmungsmöglichkeiten von Schüler*innen stehen (Bohl & Kucharz, 2010). Dieser Aspekt steht im Strukturmodell im Zentrum und wird ergänzt um Grundlagen, Konzepte, Merkmale und Abgrenzungen von Offenem Unterricht. Im Rahmen der Fortbildungsreihe Transfer_Werkstatt beschäftigen sich rund 30 Lehrkräfte aus 10 Schulstandorten mit dem Thema “Unterricht öffnen”. Sie nutzen die Fortbildungsreihe, um ihren eigenen Unterricht zu reflektieren, Gestaltungsmöglichkeiten kennenzulernen, auszuloten und umsetzen. Ihnen wird das Strukturmodell im Rahmen der Fortbildung präsentiert, um es zu diskutieren und um praktische Aspekte zu erweitern. Die Auseinandersetzung mit dem Modell findet mit Hilfe theaterpädagogischer (Statuentheater) und künstlerisch-kreativer Methoden (weiterzeichnen, (um-)bauen) statt. Die so entstehenden Daten (Videoaufnahmen, Fotos, Zeichnungen) werden mit qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet. Im vorliegenden Beitrag werden zunächst das ursprüngliche Strukturmodell und die Forschungsmethoden vorgestellt, dann werden erste Ergebnisse daraus dargestellt und Möglichkeiten diskutiert, dass diese dazu genutzt werden können, das Modell zu überarbeiten und weiterzuentwickeln. Ziel dieser Studie ist es, ein theoriebasiert entwickeltes Modell zu Offenheit im Unterricht weiterzuentwickeln, damit dieses auch praktisch anwendbar und in weiterer Folge von Lehrpersonen als Werkzeug zur Reflexion und Weiterentwicklung des eigenen Unterrichts verwendet werden kann. Transfer_Werkstatt “FREI DAY” - Praktische Implikationen für die Umsetzung Im Beitrag wird der Transformationsprozess von Lehrpersonen mit dem Blick auf ihren Unterricht und Teamarbeit in der Schule im Rahmen des Fortbildungsformats Transfer_Werkstatt “FREI DAY” thematisiert. Im Spannungsfeld von Wandel und Bestand fordert die Schule von morgen Lehrpersonen heraus, Lernprozesse neu zu denken (BMB, 2025). Der FREI DAY, ein Lernformat der Initiative Schule im Aufbruch Österreich (2025), bietet hierfür ein wirksames Modell: Er schafft Raum für eigenverantwortliches, projektorientiertes Lernen zu Zukunftsfragen – und stärkt damit jene Kompetenzen, die Schüler*innen in Zukunft benötigen. Neben fachlichem Wissen treten kritisches Denken, Kreativität, Kollaboration und Selbstwirksamkeit als zentrale Zukunftskompetenzen in den Vordergrund. Lehrpersonen übernehmen die Rolle von Lernbegleiter*innen, Ermöglicher*innen und Impulsgeber*innen. Durch vertrauensvolle Beziehungen, gezielte Reflexionsprozesse und die Förderung individueller Stärken gestalten sie Lernumgebungen, in denen Schüler*innen Verantwortung übernehmen und Potenziale entfalten können. Didaktisch können offene Lernformate wie Projektarbeit, forschendes Lernen und Design-Thinking-Ansätze hohe Wirksamkeit bieten. Sie fördern nicht nur kognitive Kompetenzen, sondern stärken auch soziale und emotionale Fähigkeiten. Entscheidend ist eine Kultur des Zutrauens, in der Fehler als Lernchancen verstanden werden (Peschel, 2020). Eltern und Erziehungsberechtigte spielen dabei eine unterstützende Rolle: Durch Interesse, Vertrauen und Mitgestaltung tragen sie dazu bei, dass Schule als gemeinsamer Entwicklungsraum erlebt wird. Der FREI DAY zeigt, wie Bildung gelingen kann, wenn Lehrpersonen und Lernende gemeinsam Verantwortung übernehmen – für sich, für andere und für eine nachhaltige Zukunft. Die Vorstellung des inhaltlichen Konzepts der Transfer_Werkstatt “FREI DAY” ermöglicht einen praktischen Einblick in die Begleitung von Lehrpersonen, die das Lernformat in ihrer Schule entweder einführen oder weiterentwickeln wollen. Learning Through Collaboration: An exploratory longitudinal study of primary teachers’ identity and agency in an English Transfer_Werkstatt context The 2023 Austrian primary curriculum for Lebende Fremdsprache introduces new expectations for language learning, teaching methods, and assessment. These expectations mean that teachers must regularly observe their pupils, make informed teaching decisions, and support children in developing their multilingual skills. For many generalist teachers, these changes require them to rethink how they see themselves as English teachers. This contribution presents the design of a future long-term qualitative study. The study will explore how primary teachers build and adjust their professional identities and their sense of agency while taking part in the Transfer_Werkstatt Englisch, a collaborative professional development program. The study will use an interpretive constructionist perspective and will follow teachers throughout the 2026/2027 school year. Data will be collected through focus groups, semi-structured interviews with visual prompts, and through observing interactions during the Transfer_Werkstatt sessions. The analysis will be done using MAXQDA and reflexive thematic analysis (Braun & Clarke, 2022). The study will address three research questions:
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