Grazer Grundschulkongress 2026
6. - 8. Juli 2026 | Graz, Österreich
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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Symposium 2a Ort: PHSt_A01.17 | |
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Worldcafé der Talente: Wie man Stärken in der Praxis fördern kann Das Symposium setzt sich in Form eines Worldcafés in vielfältiger Weise mit dem Befähigen von Schüler*innen aber auch Pädagog*innen auseinander. Um Teilnehmer*innen zur aktiven, kritischen Auseinandersetzung und zum Dialog über Begabungs- und Begabtenförderung anzuregen und individuelle Vertiefungen in die Thematik zu ermöglichen, werden die Einzelbeiträge des Symposiums gemäß der Methode des World-Cafés präsentiert, wobei jeder Beitrag mit einer Präsentation eingeleitet wird, welche gleichzeitig Input und Impuls für die Diskussion der jeweiligen Thematik darstellt. In den Beiträgen werden eine innovative, asynchrone Fortbildungsreihe zu Kernthemen der Begabungs- und Begabtenförderung und praxiserprobte Konzepte zur Erkundung von Potenzialen Lernender für den schulischen Kontext und Projekte zur Förderung von MINT-Kompetenzen von Schüler*innen präsentiert. Beitrag A stellt das Thema Begabungs- und Begabtenförderung umfassend dar, indem Begabung als mehrdimensionales, dynamisches Konzept (Resch & Rogl, 2019) definiert wird und zentrale Kernthemen der Begabungs- und Begabtenförderung (Vock & Preckel, 2021) systematisch angeführt und erläutert werden. Diese Ausführungen bilden die literaturbasierte Grundlage sowohl für die Darstellung der Fortbildungsreihe als auch für das zugehörige Praxisforschungsprojekt. Zugleich schaffen die Kernthemen die theoretische Basis für die praxiserprobten Konzepte und Projekte, die in den folgenden Beiträgen aufgegriffen werden: Beitrag B gibt Einblicke in ein Konzept inklusive Evaluation, das an Schulstandorten implementiert werden kann, um vielfältige Begabungen zu erkunden und zu fördern, Beitrag C ergänzt dies durch eine Darstellung von MINT-Projekten sowie zugehörigen Evaluationsergebnisse und zeigt auf, wie stärkenorientierte Förderung in diesem Bereich konkret umgesetzt werden kann. Insgesamt zielt das Symposium darauf ab, zu verdeutlichen, dass Pädagog*innen eine zentrale Rolle in den Bildungsbiografien junger Menschen einnehmen und dass Begabungsförderung ein wesentliches Bildungsanliegen des österreichischen Bildungssystems darstellt (BMB, o. J.; BMBWF, 2017). Gemäß dem Grundsatzerlass zur Begabungs- und Begabtenförderung richtet sich Begabungsförderung, die auch die Begabtenförderung einschließt, darauf, alle Schüler*innen in der ganzheitlichen Entwicklung ihrer Persönlichkeit und ihrer Leistungspotenziale zu unterstützen, zu begleiten und gezielt zu fördern. Im Sinne der Chancengerechtigkeit hat die Schule die grundsätzliche Aufgabe, jede*n Lernende*n in der Potenzialentwicklung zu fördern. Diesen Intentionen folgend, soll das Symposium Teilnehmer*innen Wege aufzeigen, wie Lernende durch eine begabungsförderliche Lernkultur in der Entfaltung ihrer Fähigkeiten und der Erweiterung ihres Wissens individualisiert unterstützt werden können. Beiträge des Symposiums Hören – Lernen – Fördern: Podcasts in der Lehrer*innenfortbildung als Motor auf dem Weg zur begabungsfördernden Schule Dieser Beitrag präsentiert mit dem Podcastformat ein innovatives, online-asynchrones mediendidaktisches Konzept der Lehrer*innenbildung, das den Anforderungen einer Erweiterung moderner Lehr- und Lerntechnologien im Bildungsbereich gerecht wird (OECD, 2023; BMB, 2025). Es werden Beispiele, in denen Folgen einer Podcastreihe und weitere theoriebasierte sowie praxisorientierte Angebote, welche die Auseinandersetzung von Fortbildungsteilnehmer*innen mit Expert*innenwissen zur Begabungs- und Begabtenförderung (Preckel & Vock, 2021) sowie die Entwicklung von Praxisideen anregen sollen, vorgestellt. Dieses Format zielt darauf ab, dass sich Teilnehmer*innen in digitalen Lernumgebungen – den Prinzipien von Medien- (Kerres, 2020) bzw. Hochschuldidaktik (DsH, o.J.) folgend – selbstreguliert Wissen aneignen, wobei gleichzeitig eine Flexibilisierung von Lernorten und -zeiten, eine Anpassung der Inhalte an individuelle Voraussetzungen, die Berücksichtigung von Interessen und ein Fokussieren auf Praxisbedarfe ermöglicht werden soll. Ergebnisse von Inhaltsanalysen qualitativer, erhobener Daten aus Onlinefragebögen (n=76) sowie deskriptive Auswertungen von quantitativen Daten, die mittels Online-Evaluationsbögen (n=37) zu insgesamt vier Podcastfortbildungen erhoben wurden, zeigen, dass die Teilnehmenden Wissen zu den Fortbildungsinhalten erwarben und geben darüber Aufschluss, welche Inhalte sich die Personen aneigneten. Darüber hinaus ermöglichen die Resultate Einblicke, welche themenbezogene Schlüsse und Maßnahmen für die Praxis abgeleitet wurden. Zudem zeigen die Resultate, dass die Befragten bei Rückmeldungen zum mediendidaktischen Format überwiegend auf dessen Flexibilität, Praxisbezogenheit und Förderung ihres individualisierten Lernens Bezug nahmen. BMB (2025). Digitalisierung von Studium und Lehre. Der Steirische Hochschulraum. Kerres, M. (2020). Mediendidaktik. In U. Sander, von Gross, F. & Hugger, K. - U. (Hrsg.), Handbuch Medienpädagogik, Springer. OECD (2023), Shaping Digital Education. Preckel, F. & Vock, M. (2021). Hochbegabung. Hogrefe. Begabungs- und Begabtenförderung im Talentegarten Der Talentegarten ist ein innovatives Lehr- und Lernkonzept, das auf Howard Gardners Theorie der Multiplen Intelligenzen (2005) und einem mehrdimensionalen Begabungsmodell (iPEGE, 2009) basiert und Kinder in ihrer kognitiven, sozialen und emotionalen Entwicklung ganzheitlich befähigen soll. In einer vorbereiteten, anregungsreichen Umgebung sollen Schüler*innen ihre individuellen Stärken in unterschiedlichen Intelligenzbereichen entdecken und entfalten. Die kindgerechte Raumgestaltung sowie das selbstbestimmte Lernen tragen zur Förderung Selbstwirksamkeit und intrinsischer Motivation bei (Ryan & Deci, 2000). Die offene Lernform hat zum Ziel, zum eigenständigen Denken anzuregen, die Entwicklung persönlicher Lernstrategien zu unterstützen und Verantwortungsübernahme zu stärken (Fischer, 2008). Dadurch entstehen nachhaltige Lernprozesse, die sowohl kognitive Kompetenzen als auch emotionale Bindung an das Lernen vertiefen. Kreativ gestaltete Stationen sprechen verschiedene Intelligenzbereiche an: Das Lagerfeuer der zündenden Ideen fördert interpersonale, das Zelt der traumhaften Einfälle intrapersonale Intelligenz. Die Bewegungswiese stärkt körperlich-kinästhetische, der Wasserfall der Kunst visuell-räumliche Fähigkeiten, während der Baum der Geschichten sprachliche Kreativität anregt. Ergänzend fördern die Blumen der Zahlen, die Tiere der Natur und der Regenbogen der Musik logisch-mathematische, naturalistische und musikalische Begabungen. Ziel des Talentegartens ist es, Lernräume zu schaffen, in denen Kinder sich als kompetent und wirksam erleben. Evaluationen zeigen, dass das Konzept positive Emotionen hervorruft, Motivation und Selbststeuerung stärkt und damit einen wirksamen Beitrag zur Befähigung von Schüler*innen leistet. Gardner, H. (2005). Abschied vom IQ: Die Rahmen-Theorie der vielfachen Intelligenzen (4. Aufl). Klett-Cotta. iPEGE (2009). Professionelle Begabtenförderung. Empfehlungen zur Qualifizierung von Fachkräften in der Begabtenförderung. ÖZBF. MINT Kompetenzen - Entdecken von MINT Potenzialen und Interessen sowie Maßnahmen zur Erweiterung MINT bezogener Fähigkeiten Um Schüler*innen für die erfolgreiche Auseinandersetzung mit zukünftigen Anforderungen zu befähigen, werden häufig MINT-Kompetenzen als ein spezieller, zukunftsrelevanter Bereich genannt (vgl. aktueller MINT-Strategieplan der Europäischen Kommission, 2025). Die Schaffung einer gemeinsamen MINT-Strategie in der Steiermark (Science Garden, 2025) ist ein Resultat dieser besonderen Aufmerksamkeit. Eine besondere Herausforderung bei der (nicht nur) landesweit angestrebten Erhöhung der MINT-Kompetenzen ist es jedoch, ALLE Kinder im Sinne einer breiten Begabungs- und Begabtenförderung zu erreichen und nicht nur bei besonders MINT-interessierten und begabten Kindern Leistungsexzellenz zu erreichen (vgl. Resch & Rogl, 2019). Hier ist gerade die frühe MINT-Förderung zum Aufbau eines positiven Fähigkeitsselbstkonzepts besonders relevant, denn jegliche Form von 'begabten' oder sogar 'exzellenten' Handlungen beginnt zunächst mit einer aktiven Zuwendung zum Gegenstand (vgl. Ziegler, 2005). Im aktuellen Beitrag wird zunächst, basierend auf empirischen Ergebnissen aus verschiedenen Evaluationsstudien zu MINT-Projekten, die Relevanz von überfachlichen Kompetenzen für die Förderung von Leistung und Kompetenzen aufbauend auf MINT relevanten Portenzialen diskutiert. Hier kommen - gerade in Bezug auf Geschlechtsunterschiede im MINT-Interesse - Aspekten wie Selbstwirksamkeit und Selbstkonzept oder auch der Gestaltung von MINT-Aufgaben (im Sinne der Life Sciences) eine besondere Bedeutung zu. Darüber hinaus werden zwei aktuelle Projekte vorgestellt, welche einerseits darauf abzielen Kinder der Grundstufe 2 und ihre Lehrpersonen mit Zukunftstechnologien vertraut zu machen und insbesondere das Interesse sich mit diesen weiter auseinanderzusetzen, zu fördern. Das zweite Projekt zeigt eine Umsetzungsstrategie in der Südoststeiermark, welche sich schulstandortübergreifend in Kooperation mit der regionalen Industrie die Förderung von MINT-Kompetenzen "From Small to Tall" zum Ziel gesetzt hat. | |
