Grazer Grundschulkongress 2026
6. - 8. Juli 2026 | Graz, Österreich
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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Einzelbeitrag 36 Ort: PPH_C.3.53 | |
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Reflexion als professionelle Schreibhandlung: Beobachten, Beurteilen und Befähigen in Semesterreflexionen von Studierenden des Masterlehrgangs Mentoring PH Niederösterreich, Österreich Reflexion zählt zu den zentralen Kernkompetenzen von Mentor*innen, weil sie die Fähigkeit stärkt, Entwicklungsprozesse bewusst wahrzunehmen, zu begleiten und zu fördern. In Mentoring-Ausbildungen haben Reflexionsprozesse einen hohen Stellenwert und gelten als Voraussetzung für professionelle Weiterentwicklung. Im außerordentlichen Masterstudium Mentoring – Professionalisierung und Qualifizierung von Lehrpersonen an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich verfassen Studierende jedes Semester schriftliche Reflexionen, in denen sie basierend auf Selbstbeobachtung ihre Lern- und Entwicklungsprozesse dokumentieren. Die Semesterreflexionen bieten ein reichhaltiges Material zur Analyse professioneller Selbstvergewisserung und ermöglichen Einblicke in beobachtungsbezogene, beurteilende und befähigende Dimensionen professioneller Kompetenzentwicklung. Der Beitrag untersucht in einem qualitativ dokumentenanalytischen Zugang (Bohnsack et al., 2013) die Semesterreflexion als Textsorte, deren sprachlich-kognitive Anforderungen bislang kaum konturiert sind. Aufbauend auf textlinguistischen und schreibdidaktischen Überlegungen (Peter, 2022) wird analysiert, wie Studierende Beobachtungen aus Praxis- und Lernkontexten versprachlichen, diese hinsichtlich pädagogischer und professionstheoretischer Maßstäbe beurteilen und inwiefern sie daraus Perspektiven der Selbstbefähigung und Weiterentwicklung ableiten. Reflektieren wird dabei als Selbstexploration verstanden, die durch die wiederkehrende Reflexionsstruktur theoriegeleitete Analyse und Einordnung, Perspektivenwechsel und Handlungsplanung ermöglicht. Zugleich wird diskutiert, inwiefern Semesterreflexionen beurteilbar sind und wie mithilfe textsortenspezifischer Kriterien gezieltes, lernförderliches Feedback gestaltet werden kann. Der Fokus liegt in dem Zusammenhang nicht auf einer finalen Bewertung der Texte, sondern auf einem prozess- und entwicklungsorientierten Begleiten. Erste Analysen zeigen, dass Reflexionen nicht nur individuelle Lernprozesse sichtbar machen, sondern auch Indikatoren professioneller Haltung, Orientierung und Selbststeuerung enthalten. Der Beitrag diskutiert diese Ergebnisse im Hinblick auf die Bedeutung reflexiver Schreibaufgaben für die Professionalisierung von Mentoratspersonen sowie für die Gestaltung reflexionsförderlicher Lehr-Lern-Arrangements in der Lehrer*innenbildung. | |
