21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:45:31 MESZ
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Tagesübersicht |
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Session 1.02: Fremdheitserfahrungen bezogen auf Behinderungen Ort: Raum L1.202 Chair der Sitzung: Robert Aust, Macromedia University of Applied Sciences | |
| Präsentation 3 | |
Die argumentative Aushandlung der Inanspruchnahme des Nachteilsausgleichs Uni Hildesheim, Deutschland Seit der Ratifizierung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-BRK) im Jahr 2009 ist inklusive Hochschulbildung ein etabliertes politisches Ziel in Deutschland. Daher stehen Universitäten vor der Frage, wie Inklusion umgesetzt werden kann. Auf der Grundlage des im Übereinkommen festgelegten Konzepts der angemessenen Vorkehrungen wird in Deutschland der Nachteilsausgleich als formalisierte Form individueller Anpassung angeboten. Studierende können auf Basis ärztlicher Atteste individuelle Anpassungen bei Prüfungen erhalten oder Hilfsmittel nutzen (Gattermann-Kasper & Peschke, 2023). Aktuelle Zahlen zeigen jedoch, dass nur etwa ein Fünftel der Studierenden mit Behinderungen diese Regelungen im deutschen Hochschulwesen in Anspruch nimmt (Steinkühler et al., 2023). Eine geringe Inanspruchnahmequote von individuellen Anpassungen durch Studierende mit Beeinträchtigung lässt sich auch international feststellen (Lyman et al., 2016; Blasey et al., 2023). Einerseits ließe sich hierdurch argumentieren, dass individuelle Vorkehrungen keine ausreichende Inklusion in der Hochschulbildung gewährleisten. Andererseits stellt sich die Frage, warum Studierende auf ihr Recht auf Nachteilsausgleich und die Chance auf Inklusion „verzichten“? Durch die Beantwortung der Forschungsfrage, wie Studierende individuelle Nachteilsausgleiche aushandeln, versucht dieser Beitrag zu verstehen, warum die Inanspruchnahme von Nachteilsausgleichen in Deutschland gering ist und inwiefern wir als Hochschulmitarbeitende Diskurse (re)produzieren, die die Nutzung von Nachteilsausgleichen und damit die Inklusion von Studierenden in der Hochschulbildung behindern. Ausgehend von 33 narrativ-biographischen Interviews (Rosenthal, 2018) mit Studierenden, die 2022 und 2023 an einer deutschen Universität Nachteilsausgleiche genutzt haben werden die Argumentationen der Nutzung und Nicht-Nutzung von Nachteilausgleichen mit Hilfe eines wissenssoziologischen Ansatzes nach Rainer Keller (2024) rekonstruiert und relevante Diskurse aufgezeigt. Der Beitrag knüpft an bisherige Forschungsarbeiten an, welche aufzeigen, dass individuelle Anpassungen eine Offenlegung der eigenen Beeinträchtigung sowie Zeit und Energie benötigen und mit bürokratischen Hürden sowie Risiken der Exklusion und Stigmatisierung einhergehen (Lyman et al., 2016; Magnus & Tøssebro, 2014). | |