21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen.
Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
Bitte beachten Sie, dass sich alle Zeitangaben auf die Zeitzone des Konferenzortes beziehen.
Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:44:51 MESZ
|
Tagesübersicht |
| Sitzung | |
|
Session 1.02: Fremdheitserfahrungen bezogen auf Behinderungen Ort: Raum L1.202 Chair der Sitzung: Robert Aust, Macromedia University of Applied Sciences | |
| Präsentation 2 | |
„Ich habe was, was du nicht siehst.“ - Partizipative Entwicklung einer Lehrcheckliste zur Reduzierung von Barrieren für Studierende mit nichtsichtbaren Beeinträchtigungen Universität zu Köln, Deutschland Sechzehn Prozent der Studierenden in Deutschland leben mit mindestens einer studienerschwerenden Beeinträchtigung; 56% dieser Beeinträchtigungen sind für Außenstehende auch auf Dauer nicht wahrnehmbar (Steinkühler et al., 2023). In einer bundesweiten Befragung Studierender mit nichtsichtbaren Beeinträchtigungen (Labersweiler, 2018) gab ein Drittel der Befragten an, niemandem an der Hochschule von der eigenen Beeinträchtigung erzählt zu haben. Damit verbunden ist, dass viele der Studierenden ihre Rechte (z. B. auf Nachteilsausgleich) nur begrenzt in Anspruch nehmen (können). Hierdurch bleibt sowohl unsichtbar, dass viele Studierende gängigen gesellschaftlichen Normalitätserwartungen nicht entsprechen, als auch dass sie dadurch spezifischen Herausforderungen und Barrieren im Studienalltag begegnen. Ziel eines kleinen Praxis-Forschungsprojektes an der Universität zu Köln war es daher, gemeinsam mit Studierenden mit nichtsichtbaren Beeinträchtigungen, spezifische Herausforderungen im Studium sowie passende Unterstützungsmöglichkeiten zu identifizieren, um darauf aufbauend gemeinsam Materialien zu entwickeln, die dem Thema innerhalb der Hochschule mehr Sichtbarkeit verschaffen und Barrieren reduzieren. Der partizipative Entwicklungsprozess der Materialien orientierte sich grob an der Methode des Design-Thinking: in drei aufeinanderfolgenden Workshops wurde zunächst der Problemraum erkundet, anschließend der Lösungsraum gestaltet und schließlich Rückmeldung zur Umsetzung gegeben. Für die Mitwirkung konnten zehn Studierende mit unterschiedlichen nichtsichtbaren Beeinträchtigungen aus verschiedenen Fachbereichen und Abschnitten des Studiums gewonnen werden, die für ihre Mitwirkung eine Aufwandsentschädigung erhielten. Sie berichteten von den spezifischen Herausforderungen, denen sie aufgrund ihrer nichtsichtbaren Beeinträchtigungen im Studienalltag begegnen, sowie von erfahrener und gewünschter Unterstützung. Ein Schwerpunkt lag in der durch normative Erwartungen geprägten Gestaltung von Lehr-/Lern- und Prüfungssituationen. Dabei wurde deutlich, dass viele Barrieren in der Lehre durch Bewusstsein und kleinere Anpassungen reduziert werden können. Daher wurde eine Lehrcheckliste entwickelt, die Lehrende in kompakter Form mit Hilfe von Do’s und Don’ts für implizite Normalitätserwartungen und nichtsichtbare Barrieren in der Lehre sensibilisiert und ihnen konkrete Anregungen für eine barriereärmere Lehrgestaltung gibt. Der Beitrag beleuchtet sowohl die Inhalte der Lehrcheckliste als auch ihren Entwicklungsprozess. | |