21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen.
Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
Bitte beachten Sie, dass sich alle Zeitangaben auf die Zeitzone des Konferenzortes beziehen.
Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:46:14 MESZ
|
Tagesübersicht |
| Sitzung | |
|
Session 4.02: Der Blick auf Studierende Ort: Raum L1.202 Chair der Sitzung: Eileen Lübcke, Universität Hamburg | |
| Präsentation 2 | |
Normative Leitbilder in der Studierendenrekrutierung TU Dortmund, Deutschland Hochschulen in Deutschland haben nicht nur Forschungs- und Lehraufgaben, sondern auch eine gesellschaftliche Verantwortung, sodass sie an der sozialen Förderung der Studierenden mitwirken (HRG § 2 Abs. 4) und die Gleichberechtigung fördern (HRG § 3 Abs. 5). Landeshochschulgesetze konkretisieren dies mit Vorgaben zur Förderung von Gleichstellung, zur Ansprache unterrepräsentierter Gruppen und zur Beratung von Studieninteressierten (HG NRW § 3 Abs. 3; BerlHG § 4 Abs. 6). Studierendenrekrutierung ist damit Teil eines normativen Rahmens von Chancengerechtigkeit und Teilhabe. Zugleich hat sie sich seit den 1990er-Jahren zu einem Wettbewerbsfeld entwickelt, in dem Studierendenzahlen durch leistungsorientierte Mittelvergabe zu einer entscheidenden Ressource wurden (Musselin, 2018). Hochschulen agieren folglich als strategische Akteure mit strategischem Verhalten in einem von New Public Management und Wettbewerbsorientierung geprägten Umfeld (Leišytė et al., 2025). Digitalisierungstechnologien haben diesen Wandel zusätzlich befördert, indem sie Hochschulen neue Mittel der Positionierung und Reichweitensteigerung eröffnet haben (Zawacki-Richter & Bedenlier, 2015). Digitale Rekrutierungsstrategien, z.B. Fakultätswebseiten oder Social-Media-Kanäle, gelten in diesem Kontext als zentrale Instrumente, mit denen Hochschulen ihre Sichtbarkeit steigern und Studieninteressierte ansprechen (Bolat & O’Sullivan, 2017). Zugleich bergen diese Strategien Risiken, da sie Stereotype erzeugen können und damit die Unterrepräsentierung von Frauen in männerdominierten Fächern verstärken (Singh et al., 2020). Besonders deutlich wird dies in der Informatik, die durch Fachkräftemangel und eine geringe Beteiligung von Frauen geprägt ist. Daher werden folgende Forschungsfragen gestellt: Wie gestalten Hochschulen digitale Rekrutierungsstrategien in der Informatik? Welche normativen Leitbilder werden dabei sichtbar? Der theoretische Rahmen basiert auf der institutionellen Positionierung (Marginson, 2006), welche die strategische Sichtbarkeitsgestaltung von Hochschulen im Wettbewerb um Studierende als Ressourcen untersucht. Es wurden 19 Interviews und Webseiten von acht Fallstudien in der Informatik in sechs öffentlichen und zwei privaten Hochschulen, die im Sinne einer diverse case strategy (Seawright & Gerring, 2008) ausgewählt wurden, analysiert. Die Auswertung erfolgt derzeit mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse (Kuckartz, 2018). | |