21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:46:17 MESZ
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Tagesübersicht |
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Session 4.03: Theorien über Theorien Ort: Raum L2.201 Chair der Sitzung: Dr. Christian Schneijderberg, Universität Kassel | |
| Präsentation 3 | |
Zwischen Freiheit, Pluralität und Wertbindung – Zur Normativität von Hochschulbildung im 21. Jahrhundert Universität Marburg, Deutschland Die Frage nach der Wertbezogenheit von Bildungsprozessen ist für Hochschulen und die demokratische Gesellschaft als ganze von zentraler Bedeutung. Während die Frage nach dem Bildungsauftrag der Hochschulen stets die normative Frage impliziert, welche Ziele das Studium eigentlich verfolgen „soll“, hängt das Fortbestehen liberaler Demokratien von normativen Voraussetzungen ab, die sich auf das zwischenmenschliche Verhalten beziehen und die der liberal demokratische Rechtsstaat nicht selber herstellen kann (vgl. Böckenförde 1991). Manche Autor*innen in der Hochschuldidaktik verorten den Bildungsauftrag von Hochschulen weiterhin in der (neu-)humanistischen Tradition einer Bildung durch Wissenschaft und sprechen sich dabei neben einer Wissenschaftsorientierung für eine angemessene (auch berufliche) Praxisorientierung aus (Elsholz 2019, Huber und Reinmann 2019). Auf der anderen Seite plädieren Vertreter*innen der transdisziplinären Didaktik für „eine Neuverhandlung des Bildungsbegriffs“ (Schmohl und Schmulius 2023, 32) aus, teils unter Verweis die zeitgenössische Bildungstheorie (Grünberger 2019, Kerres 2021, Koller 2023), die im postmodernen Sinne einen möglichst wertneutralen Bildungsbegriff vorschlägt, der sich in der Kompetenz zum Umgang mit Pluralität widerspiegelt. Der Vortrag will die Diskussion über Normativität in der Bildungstheorie aufgreifen und den dahinterstehenden philosophischen Streit über die Existenz objektiv gültiger Normen illustrieren. Zunächst werden aus bildungsphilosophischer Perspektive humanistisch und postmodern orientierte Bildungstheorien gegenübergestellt und im Anschluss integrativ aufeinander bezogen (2). Auf dieser Basis wird für ein Normativitätsverständnis plädiert, das Hochschulen als gestaltende Institutionen in einer liberalen Gesellschaft an begründete Werte (u. a. Rationalität, Fallibilität, epistemischer Pluralismus, Menschenwürde) bindet, ohne die die liberale Demokratien langfristig nur schwer bestehen können (Piesk 2025) (3). Dabei wird ein transdisziplinäres Konzept von Demokratiebildung an Hochschulen skizziert, das sich an komplexen gesellschaftlichen Schlüsselproblemen orientiert und dabei wertebezogen und pluralistisch zugleich ist (Piesk 2025). Damit verbunden ist das übergeordnete Ziel, den Orientierungswert der Bildungsphilosophie für konkrete Praxisfragen in Studium und Lehre zu stärken. | |