21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:45:31 MESZ
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Tagesübersicht |
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Session 2.04: Governance Ort: Raum L2.202 Chair der Sitzung: Prof. Dr. Bernd Kleimann, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung | |
| Präsentation 3 | |
Wie prägen Organisationskulturen die Datennutzung in Hochschulen? Eine Untersuchung der Bedingungen und Mechanismen am Beispiel der Nachwuchsförderung Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, Deutschland Der Anspruch evidenzinformierten Gestaltungshandelns sowie Diagnosen einer „Datafication“ von Hochschulen sind im internationalen Diskurs fest verankert (Beerkens 2018; Gagliardi/Johnson 2020; Zheng/Webber 2020). Zahlreiche Studien betonen die Bedeutung organisationaler Strukturen und Kulturen für erfolgreiche Datennutzungspraktiken, jedoch sind die zugrunde liegenden Mechanismen bislang nur unzureichend untersucht (Thiedig/Wegner 2024). Zudem stammt ein Großteil der bisherigen Erkenntnisse aus angelsächsischen Kontexten, wodurch ihre Generalisierbarkeit begrenzt ist. In unserem Beitrag untersuchen wir, mittels welcher Mechanismen hochschulspezifische Evidenzkulturen die Nutzung von Befragungs- und Prozessdaten im Handlungsfeld der Nachwuchsförderung ermöglichen oder einschränken. In unserer Analyse greifen wir auf das Konzept der Qualitätskulturen (Hildesheim/Sonntag 2020, Bendermacher et al. 2019) sowie Frameworks zur Evidenznutzung zurück (Rickinson et al., 2022). Wir verwenden einen fallbasierten Ansatz, um zu zeigen, welche Dimensionen und Elemente von Evidenzkulturen in konkreten Datennutzungssituationen an Hochschulen sichtbar werden, wie diese interagieren und inwiefern dadurch die Erschließung von Daten bzw. die Übersetzung in Gestaltungshandeln beeinflusst wird. Die Datenbasis bilden Fallstudien an 16 Universitäten in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft. Diese umfassten (1) Dokumentenanalysen (z.B. von Organigrammen, Selbstbeschreibungen, Satzungen) sowie (2) leitfadengestützte Expert*inneninterviews in Graduiertenakademien und Organisationseinheiten wie z.B. dem Qualitätsmanagement oder dem akademischen Controlling. Die fallübergreifenden Analysen verdeutlichen, dass Daten primär dann gestaltungswirksam werden, wenn die Evidenzkultur sowohl auf der formal-strukturellen Ebene als auch in den kollektiven und individuellen Praktiken der Hochschulleitung, einzelner Organisationseinheiten und deren Mitarbeitenden verankert ist. Eine ausgeprägte kollektive Evidenzkultur erweist sich als zentraler Treiber: Wurde die Erhebung und Nutzung von Daten frühzeitig seitens der Universitätsleitung unterstützt und priorisiert, verfügen diese Hochschulen über (1) geeignete Instrumente (wie Indikatoren oder Umfragen, qualitätsgesicherte Basisdaten), (2) klar definierte Zuständigkeiten für die Erhebung, Analyse und Kommunikation von Ergebnissen sowie (3) ein gemeinsames Verständnis der Verwendungszwecke ihrer Daten. Diese formalen strukturellen Elemente bilden die Grundlage dafür, dass Datenverwendungsprozesse nicht bereits in frühen Stadien aufgrund einer unzureichenden Datenbasis scheitern. | |