21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:44:51 MESZ
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Tagesübersicht |
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Session 1.03: Wissens(Transfer) Ort: Hörsaal L1 Chair der Sitzung: Michael Hölscher, Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften | |
| Präsentation 3 | |
Einflüsse auf den individuellen Wissenstransfer: Disziplinäre Unterschiede im Vergleich Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer, Deutschland Die Erwartung an Wissenschaftler*innen, sich neben Lehre und Forschung im Wissenstransfer zu engagieren, sind gestiegen. Die aktuelle Transferforschung berücksichtigt individuelle Wissenschaftler*innen zunehmend, jedoch geschieht dies selten systematisch, relevante Einflussfaktoren werden selten miteinander verknüpft (Landry et al. 2010; Moutinho et al. 2007; Boardman & Ponomariov 2009; Olmos-Penuela et al. 2014; Hayden et al. 2018). Besonders die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften (GSK) sind im Vergleich zu technologieorientierten Fächern bislang weniger erforscht (Froese et al. 2016; Wutti & Hayden 2017). Unzureichend verstanden bleibt, welche Faktoren die Entscheidung von Wissenschaftler*innen beeinflussen, sich auf welche Weise im Wissenstransfer zu engagieren. Zentrale Forschungsfrage ist: Was beeinflusst die individuelle Entscheidung von Wissenschaftler*innen, Wissenstransfer zu betreiben? Der Beitrag untersucht Wissenstransfer als Ergebnis eines mehrstufigen Entscheidungsprozesses. Zentral ist das Modell der Wissenstransferprofile, bestehend aus Transferpartnern, -mechanismen und -verortung (Berghäuser et al. 2025). Die empirische Grundlage bilden leitfadengestützte Online-Interviews mit 29 Professor*innen aus Politikwissenschaft, Soziologie und Informatik an fünf Hochschulen, erhoben im BMFTR-geförderten Projekt WIDEN. Die Interviews wurden inhaltsanalytisch ausgewertet (Mayring 2018; Kuckartz 2018). Transfer in der Politikwissenschaft ist eher gesellschafts- und politiknah geprägt (Politikberatung, Wissenschaftskommunikation, zivilgesellschaftliche Kooperationen). Motivation entsteht aus intrinsischem Legitimationsdruck und externen Erwartungen. Strukturell fehlt Anerkennung in Karrieren. Transfer konkurriert oft mit der Publikationslogik, innerhalb der Disziplin ist seine Bedeutung umstritten. In der Informatik ist Transfer anwendungsorientiert und eng mit Forschung und Drittmittelakquise verknüpft (Unternehmenskooperationen, Patente, Ausgründungen, Weiterbildung). Motivation speist sich aus gesellschaftlichem Nutzen und Reputationsgewinn. Transfer gilt als selbstverständlicher Teil der Forschung. Das Transferverständnis in der Soziologie ist heterogen, von Wissensvermittlung bis zu dialogisch-kreativen Formaten. Motivation ist meist gesellschaftlich und ethisch geprägt, weniger karriereorientiert. Zentrale Hemmnisse sind disziplinübergreifend Bürokratie, Zeitmangel und Arbeitsüberlastung. In Politikwissenschaft und Soziologie wirken zudem Ängste vor negativen Reaktionen hemmend. Die Lehre wird dagegen als selbstverständliche Form des Transfers verstanden und zeigt, dass trotz struktureller Hindernisse Synergien zwischen Forschung, Lehre und Transfer bestehen. | |