21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:46:14 MESZ
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Tagesübersicht |
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Session 5.04: Fremdheitserfahrungen bezogen auf Gender und Bildungshintergrund Ort: Raum L2.202 Chair der Sitzung: Dr. Anke Lipinsky, GESIS-Leibniz Institut für Sozialwissenschaften | |
| Präsentation 1 | |
Zwischen individueller Herkunft und schulischem Kontext: Der Einfluss elterlicher Bildung auf den Übergang an die Hochschule Institut für Höhere Studien (IHS), Österreich Übergänge im Bildungssystem, wie etwa der Eintritt in die Hochschule, gelten als entscheidende Phasen, in denen sich soziale Ungleichheiten in Bildungsbiografien verfestigen können (Bukodi et al., 2021; Scharf et al., 2020). Zahlreiche Studien zeigen, dass sowohl individuelle als auch schulische Faktoren den Zugang zur Hochschulbildung beeinflussen (z.B. Engberg & Wolniak, 2010; Sullivan et al., 2014; Vandelannote & Demanet, 2021). Arbeiten zu Wechselwirkungen zwischen familiärem Bildungshintergrund und schulischer Zusammensetzung finden sich beispielsweise aus den USA (Choi et al., 2008) oder Schweden (Rosenqvist & Brandén, 2025), Studien aus stark stratifizierten Systemen wie Österreich oder Deutschland sind jedoch unterrepräsentiert. Die vorliegende Studie geht der Frage nach, ob und in welcher Weise der Anteil von Schüler:innen mit akademisch gebildeten Eltern an einer Schule den Übergang in die Hochschulbildung beeinflusst und ob dieser Effekt je nach elterlicher Bildung variiert. Österreich stellt in diesem Zusammenhang einen besonders aufschlussreichen Untersuchungsfall dar. Es kombiniert frühe Bildungsselektion mit einem weitgehend offenen Hochschulzugang und schafft damit ein Umfeld, in dem die soziale Zusammensetzung innerhalb der Schule Bildungsentscheidungen besonders prägen kann. Unter Verwendung österreichischer Registerdaten, die eine gesamte Maturakohorte abbilden, werden logistische Mehrebenen-Regressionsmodelle mit einer Cross-Level-Interaktion geschätzt, um individuelle und kontextuelle Einflüsse auf den Hochschulzugang nach der Matura zu analysieren. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Zusammensetzung auf Schulebene keinen signifikanten Einfluss auf den Übergang an die Hochschule hat. Jedoch zeigt sich ein signifikanter Interaktionseffekt mit der individuellen elterlichen Bildung. Die Ergebnisse deuten auf einen kompensatorischen Effekt hin. Schüler:innen aus nicht-akademischen Familien profitieren von einem Umfeld mit vielen Akademiker:innenkindern, während Schüler:innen aus akademischen Haushalten von einer solchen Zusammensetzung nicht zusätzlich profitieren und bei sehr hoher Akademiker:innenquote sogar leicht geringere Übergangswahrscheinlichkeiten zeigen. Die Befunde liefern wichtige Impulse für Debatten darüber, wie institutionelle Kontexte Bildungsungleichheiten reduzieren können, und zeigen, dass heterogene Schulumgebungen insbesondere für Schüler:innen aus nicht-akademischen Familien förderlich sind. | |