21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:47:11 MESZ
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Tagesübersicht |
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Session 4.03: Theorien über Theorien Ort: Raum L2.201 Chair der Sitzung: Dr. Christian Schneijderberg, Universität Kassel | |
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Sind Theorien per se normativ? Explizite und implizite Normativitäten von Theorien im Feld der Hochschul- und Wissenschaftsforschung Universität Kassel, Deutschland Im angebotenen Beitrag soll die im CfP gestellte Frage zu „1. Normativität als implizite Grundlage wissenschaftlicher Praxis“, Unterpunkt c. „Welche Normativitäten sind in […] Theorien bereits eingeschrieben, die (unhinterfragt) akzeptiert werden?“ adressiert werden. Geleitet von der provokanten Fragestellung „Sind Theorien per se normativ?“ sollen zwei analytische Dimensionen von Theorie diskutiert werden. Die erste Dimension fokussiert auf die inhaltliche Ausgestaltung einer Theorie an sich, wobei Beispiele zum expliziten Umgang mit Normativität erziehungswissenschaftlicher Theorie (z. B. Koller 2021; Kreitz 2019) und die (unhinterfragte) Akzeptanz von Normativität anderer häufig in der Hochschul- und Wissenschaftsforschung genutzten Theorien verwendet werden. Die zweite Dimension ist theorietheoretisch und fokussiert auf Charakteristika von Theorietypen (z. B. ‚Modell‘ und ‚Konzept‘). Theorie-Charakteristika definieren analytische Qualitäten von Theorietypen, welche Alexander (1982) auf einem epistemologisch-relativen Kontinuum anordnet (siehe auch Stinchcombe 1968/1987). Alexander (1982) argumentiert, dass die Allgemeinheit der Aussage (linker Pol) und die Genauigkeit der Beschreibung von Empirie (rechter Pol) analytische Unterscheidungen für die Ermöglichung wissenschaftlicher Kommunikation darstellen. Beispielsweise ist der Theorietyp ‚Modell‘ nahe dem linken Kontinuum-Pol angesiedelt, welcher eine erklärende eigensinnige Logik aufgrund theoretisch ausgearbeiteter Verhaltenserwartungen, deren Funktionsweisen und Interaktionsvorgaben, Grenzbedingungen und gegebenenfalls Nutzenannahmen aufweist (Alexander 1982: 55-63). Erziehungswissenschaftliche ‚Modelle‘ wie die Selbstbestimmungstheorie (Ryan/Deci 1953/2017), Selbstwirksamkeitstheorie (Bandura 1994/2010) oder Vygotskis (1934/2002, 1978/1992) Zone der proximalen Entwicklung sind explizit normativ und instrumentell aufgrund wissenschaftstheoretischer und methodologischer Merkmale sowie zur Bestimmung eigenständiger Maßstäbe (hochschul-)didaktischer Sachverhalte. Auch in der Hochschul- und Wissenschaftsforschung setzen sich Governancetheorien mehr oder minder explizit mit der Normativität politisch-legitimer Formen von Regieren/Steuern auseinander (Kleimann 2016). Hingegen existiert eine (unhinterfragte) Akzeptanz implizit-politisch-normativer Intervention „to transform the existing structures of power and to imagine alternative social arrangements” (Mbembe 2010/2021: 8) beispielsweise durch westlich-universellen Rationalismus im soziologischen Neo-Institutionalismus (Frank/Meyer 2020; Hasse/Krüger 2020) oder dem Übertrag des dänischen Innovationsparadigmas „National Systems of Innovation“ (Lundvall 1992, 2016) auf afrikanische usw. Länder (Albuquerque et al. 2015). | |