21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:26:53 MESZ
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Tagesübersicht |
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Posterpitch Ort: Hörsaal L1 | |
| Präsentation 12 | |
Applied Ethics in Public Policy 1: Interdisziplinäres Zentrum für Ethik in den Wissenschaften, Universität Tübingen, Deutschland; 2: Bundesamt für Umwelt, BAFU, Schweiz; 3: Philosophisches Seminar, Universität Zürich, Schweiz; 4: Eidgenössische Ethikkommission für die Biotechnologie im Ausserhumanbereich, Schweiz Rasante technologische Entwicklungen – etwa im Bereich künstlicher Intelligenz oder synthetischer Biologie – eröffnen enorme Chancen, bergen jedoch auch potenziell schwerwiegende Risiken für gesellschaftlich und wirtschaftlich relevante Bereiche. Gleichzeitig schreiten globale Umweltentwicklungen wie Klimawandel, Biodiversitätsverlust oder chemische Verschmutzung ungebremst voran. Diese Spannungen zwischen Potenzial und Gefahr erzeugen Unsicherheit, verstärken gesellschaftliche Kontroversen und rufen nach ethischer Orientierung. Auch öffentliche Verwaltungen stehen vor der Aufgabe, auf dieser Basis tragfähige Regelungen und politische Entscheidungen vorzubereiten. Das Projekt Applied Ethics in Public Policy widmet sich daher der Ethikberatung in öffentlichen Verwaltungen. Es wird in Kooperation zwischen dem Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften, der Universität Zürich sowie zwei Schweizer Bundesbehörden (Bundesamt für Umwelt, Eidgenössische Ethikkommission für die Biotechnologie im Ausserhumanbereich) durchgeführt, die über ausgewiesene Praxisexpertise in Ethikberatung verfügen. Im Mittelpunkt stehen zwei Leitfragen: (1) Welche Kompetenzen benötigen Menschen, die in öffentlichen Verwaltungen Ethikberatung betreiben? (2) Wie kann die universitäre Ethiklehre solche Kompetenzen fördern? Um diese Fragen zu beantworten, haben wir zwei Workshops mit Stakeholdern aus der Verwaltungspraxis durchgeführt. Dort wurden die zu stärkenden Kompetenzen diskutiert, u.a., dass interdisziplinäres Denken, um heterogene Wissensbestände in ethischen Urteilen zu integrieren; kritisches Denken, um divergierende moralische Aussagen zu erkennen und einzuordnen; und systemisches Denken, um ethische Fragestellungen im jeweiligen institutionellen und rechtlichen Kontext zu verorten. Das innovative Potenzial des Projekts liegt darin, ein Berufsfeld sichtbar zu machen, das in der universitären Ethiklehre bislang kaum Beachtung findet, für die Praxis öffentlicher Verwaltungen jedoch essenziell ist. Der Vortrag stellt zentrale Ergebnisse der Workshops vor und zeigt auf, wie universitäre Ethiklehre konzeptionell und didaktisch erweitert werden kann, um solche Kompetenzen zu fördern. Zugleich werden Transferpotenziale für NGOs, wissenschaftliche Weiterbildung und die anwendungsorientierte Ethik insgesamt aufgezeigt. | |