21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:45:26 MESZ
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Tagesübersicht |
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Session 1.03: Wissens(Transfer) Ort: Hörsaal L1 Chair der Sitzung: Michael Hölscher, Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften | |
| Präsentation 2 | |
Wissenschaftler*innen zwischen Wirkungserwartung und Erkenntnisinteresse – Normative Aushandlungen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft DZHW, Deutschland Wissenschaftler*innen sind (zunehmend) mit der Erwartung konfrontiert, gesellschaftlich relevantes Wissen zu produzieren. Dies spiegelt sich in verschiedenen Entwicklungen wider, wird jedoch besonders deutlich in der neuen Kernaufgabe „Transfer“ zum Ausdruck gebracht, die neben Forschung und Lehre Teil eines neuen Dreiklangs der akademischen Kernaufgaben markiert. Obgleich disziplinäre Differenzen in den Transferverständnissen und -praktiken bestehen und der Transferanspruch weder durchgängig noch gleichförmig formuliert wird, wird damit eine zentrale Verhältnisbestimmung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft markiert. Diese Verhältnisbestimmung wirft zugleich grundlegende Fragen der Normativität auf: Wie positionieren sich Wissenschaftler*innen in hochgradig gesellschaftlich relevanten – und damit nicht selten politisierten – Forschungsfeldern? Wie tarieren sie wissenschaftliche Zielbestimmungen mit externen (Relevanz-)Erwartungen aus? Und wie wird dabei – implizit oder explizit – ausgehandelt, was gute Wissenschaft ist und wer hierüber entscheiden kann (Grenzen integrativer/transdisziplinärer Forschung, Umgang mit Öffentlichkeit und Medienlogiken)? Wir zeigen anhand empirischer Befunde, wie Forschende zwischen Autonomie und Wirkungserwartung navigieren, das Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft bestimmen und es in ihrer Transfer- und Kommunikationspraxis konkret umsetzen. Hierzu greifen wir auf qualitative und quantitative Befunde eines laufenden Forschungsprojektes zurück, welches sich mit den fachspezifischen Erwartungen, Praktiken und Effekten des Wissenstransfers befasst. Auf der Grundlage unserer Ergebnisse lässt sich feststellen, dass Forschende einerseits die gesellschaftliche Relevanz ihrer Forschungsleistungen reflektieren, das Potenzial gesellschaftlicher Verwertbarkeit in die Entwicklung wissenschaftlicher Fragestellungen einbeziehen und Transfer nicht zuletzt als Mittel sehen, gesellschaftliche Akzeptanz und Vertrauen in Forschungsleistungen zu stärken. Andererseits zeigt sich, dass sie dabei stets auch die Grenzen zwischen gesellschaftlich legitimen Nutzenerwartungen auf der einen und wissenschaftlichem Erkenntnisinteresse und der Wahrung wissenschaftlicher Qualitätsmaßstäbe auf der anderen Seite austarieren. Schließlich wird deutlich, dass normative Positionierungen in öffentlichkeitswirksamen Kontexten auch die Gefahr von Anfeindungen und Skepsis bergen, sodass ein Rückzug auf objektive, unparteiische Positionen auch als Reaktion auf dieses Spannungsfeld zu lesen ist. (Die Debatte um) ‚Engagierte‘ Wissenschaft wird damit zu einem Politikum. | |