21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:46:18 MESZ
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Tagesübersicht |
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Posterpitch Ort: Hörsaal L1 | |
| Präsentation 10 | |
Transformative Wissenschaftspraxis im Neuberufenenprogramm: Spannungsfelder der Normativität zwischen Ankommen und Gestalten Technische Hochschule Köln, Deutschland Transformative Wissenschaftspraxis (Singer-Brodowski et al., 2021) versteht sich sowohl als Antwort auf gesellschaftliche Herausforderungen unserer Zeit, als auch als bewusste Neuausrichtung des wissenschaftlichen Selbstverständnisses. Sie betont die gesellschaftliche Verantwortung und plädiert dafür, dass Wissenschaftspraxis nicht neutral, sondern stets mit normativen Entscheidungen verbunden ist: Welche Probleme werden adressiert, welche Formen von Wissen gelten als relevant und wie werden Werte in wissenschaftliches Handeln übersetzt? Damit rückt die Reflexion des professionellen Handelns in den Mittelpunkt (Grunwald, 2018). Die TH Köln hat diesen Anspruch in ihrem Selbstverständnis verankert: „Wissen gesellschaftlich wirksam machen“ (TH Köln, Lehrstrategie 2018) beschreibt die Leitidee, die Lehre, Forschung und Transfer neu ausrichtet. Dies eröffnet Chancen und verändert zugleich tiefgreifend die Erwartungen an die Akteur*innen innerhalb der Institution. Vor diesem Hintergrund kommt der Begleitung von Neuberufenen eine besondere Bedeutung zu. An der TH Köln nehmen alle neuberufenen Professor*innen verpflichtend am “Coaching für Wissenschaftspraxis. Lehre, Forschung und Transfer vernetzen” (Friede & Wunderlich, i.E.) teil. Das Programm besteht aus dem Workshop Lehren–Lernen–Prüfen, 18 Stunden Einzelcoaching, Peergruppentreffen sowie einer ganztägigen Diskurswerkstatt, in der die Neuberufenen Beiträge zu den Themen des Programms präsentieren. Alle Formate ermöglichen Freiraum und Eigenverantwortung, zugleich aber auch Auseinandersetzung mit den hochschulstrategischen Leitlinien. Damit verbindet das Programm zwei Ebenen: Es greift einerseits den normativen Rahmen im Sinne transformativer Wissenschaftspraxis auf und eröffnet andererseits geschützte Räume, um diesen Rahmen individuell zu reflektieren. Unser Beitrag zeigt, wie das Programm Neuberufene darin unterstützt, ihre Professur als Chance zur Mitgestaltung von Hochschule und Gesellschaft zu verstehen und ihnen Raum zum Ankommen, zur Profilbildung und zur Verfolgung eigener Interessen zu lässt. Zugespitzt: Wie balancieren wir strategische Ansprüche in ungewohnten Bereichen mit der Vulnerabilität des Neuberufenenstatus? Wie kann es gelingen, zu Transformation einzuladen, wenn dies zunächst unbequem und mit großer Unsicherheit verbunden ist? Woran erkennt eine Hochschule, dass Neuberufene diesen neuen Kurs mitgehen? | |