21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:44:50 MESZ
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Tagesübersicht |
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Session 1.05: Open Track Ort: Raum L2.202 Chair der Sitzung: Dr. Gunther Dahm, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung GmbH (DZHW) | |
| Präsentation 2 | |
„Studium, Job & Familie im Einklang.“ – Welche Rolle spielen Vereinbarkeitsbedarfe von Studierenden für die Konzentration flexibler Studienformen im privaten Hochschulsektor? Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung GmbH (DZHW), Deutschland Die Möglichkeit zum zeitlich flexiblen und ortsunabhängigen Studieren ist eines der markantesten Merkmale des privaten Hochschulsektors in Deutschland. Während an staatlichen Hochschulen lediglich ein Viertel aller Bachelor- und Masterstudiengänge als Teilzeit-, Fern- oder berufsbegleitendes Studium konzipiert ist, trifft dies auf 60% der Studiengänge an privaten Hochschulen zu (Hochschulkompass, 2025). Flexible Studienformate gelten als Schlüssel für die Rekrutierung neuer Studierendengruppen, insbesondere Berufstätiger sowie Studieninteressierter mit Sorgeaufgaben (z.B. Buß, 2019). Unklar ist jedoch, ob die insbesondere an privaten Fachhochschulen bestehende Konzentration flexibler Studienformen tatsächlich mit einer besonderen Studierendenkomposition einhergeht. Der Beitrag untersucht daher, inwiefern der höhere Anteil flexibel Studierender an privaten Fachhochschulen mit den Vereinbarkeitsbedarfen ihrer Studierenden zusammenhängt, welche Bedarfe besonders relevant sind und ob flexible Formate darüber hinaus auch für andere Studierendengruppen ohne Vereinbarkeitsdruck attraktiv sind. Basierend auf einem aktuellen Querschnittsdatensatz von Studierenden in Deutschland (Becker et al., 2024) wird der Unterschied zwischen Studierenden privater und öffentlicher Fachhochschulen im Anteil flexibel Studierender (Teilzeit-, Fern-, berufsbegleitendes Studium) erklärt. Mithilfe von Dekompositionsanalysen (Fairlie, 2005) wird der Gruppenunterschied in einen durch die Studierendenkomposition (Vereinbarkeitsbedarfe wie Erwerbstätigkeit, Sorgeaufgaben) erklärten und einen unerklärten Anteil (Struktureffekt) zerlegt. Die Analyseergebnisse bestätigen, dass Studierende privater Hochschulen eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit (+52 Prozentpunkte) haben, in einem flexiblen Studienformat eingeschrieben zu sein. Etwa die Hälfte dieses Unterschieds lässt sich durch höhere Vereinbarkeitsbedarfe erklären, insbesondere durch parallele Erwerbstätigkeit im erlernten Beruf. Ein beachtlicher Restunterschied lässt sich jedoch nicht auf die modellierten Vereinbarkeitsbedarfe zurückführen. Dies verweist womöglich auf einen eigenständigen Effekt des Angebotsprofils privater Hochschulen, das offenbar auch Studierende ohne besonderen Vereinbarkeitsdruck in flexible Formate zieht. Die Befunde unterstreichen, dass flexible Studienmodelle zwar zur Öffnung der Hochschulen für neue Gruppen beitragen, zugleich aber auch ein allgemeines Attraktivitätsmerkmal im Wettbewerb der Hochschulen darstellen. Hochschulpolitisch stellt sich daher die Frage, wie öffentliche Hochschulen auf diese Nachfrage reagieren können, um Chancengleichheit und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. | |