21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:45:30 MESZ
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Tagesübersicht |
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Session 4.01: Methodische und methodologische Fragen 1 Ort: Raum L1.201 Chair der Sitzung: Prof. Dr. Maria Hallitzky, Universität Leipzig | |
| Präsentation 3 | |
Das Konzept der ‘Normativen Valenzen’ als Begriffs- und Beobachtungsinstrument zur Beschreibung der Verwobenheit von empirischer Forschung und Normativität Universität Leipzig, Deutschland In diesem Vortrag diskutieren wir das Konzept der ‘Normativen Valenzen’ als einen Versuch, die Verwobenheit von Normativität und Deskription in der empirischen Forschung begrifflich zu fassen und selbst empirisch beobachtbar zu machen. Wir gehen davon aus, dass (sozial-)wissenschaftliche Beobachtung nicht ohne Beobachterstandpunkt und Perspektivität (u.a. Fuchs 2001, 18f.), mithin nicht ohne Verortung in normativ geprägten gesellschaftlichen Verhältnissen (vgl. Ahrens u.a. 2008) zu haben ist. Dies wird am Beispiel der Erziehungswissenschaft, als unserer disziplinären ‘Heimat’, kurz dargestellt (z.B. Balzer & Bellmann 2019), und damit das Verständnis von Normativität als wertbezogene Perspektive in der empirischen Deskription begründet, als eingewoben in die empirische Beschreibung. Um diese Verwobenheit begrifflich zu fassen, wird der Begriff der normativen Valenzen expliziert: Gemeint sind damit rahmende, aber nicht determinierende Ermöglichungen und Begrenzungen z.B. von Fragestellungen, gegenstandstheoretischen Konzepte (i.S. von thick ethical concepts: Putnam 2004, 145; van der Weele 2021, 2f.), Methodologien und methodischen Entscheidungen. Darauf aufbauend stellen wir anhand unserer eigenen Arbeiten (z.B. Hallitzky u.a. 2018, Herfter u.a. 2019) Beobachtungen zu normativen Valenzen von Theorieentscheidungen (in unserem Fall: der Wahl bestimmter didaktischer Theorien in der qualitativ-rekonstruktiven Unterrichtsforschung) dar: Wir zeigen, dass und wie nicht nur explizite normative Setzungen der Theorien (z.B. pädagogische Wertmaßstäbe) weitere Forschungsentscheidungen (z.B. Fragestellungen, aber auch Fallauswahlen) rahmen, sondern dass auch sozialtheoretische Annahmen, die als solche keine normativen Entscheidungen sind (vgl. Vogel 2016, 323), normative Valenzen für weitere Forschungsentscheidungen aufweisen (Herfter u.a. 2019, 265f.). Unser Interesse ist es, die Anschlussfähigkeit der bisher für die Unterrichtsforschung gewonnenen Begrifflichkeiten für die interdisziplinäre Diskussion über die Verwobenheit von Normativität und Deskription in der Hochschulforschung zu eruieren. Hierfür stellen wir zudem methodische Überlegungen für die Ermöglichung einer systematischen empirischen ‚Beobachtung zweiter Ordnung‘ von Forschungsprozessen hinsichtlich der normativen Valenzen von Theorie- und Forschungsentscheidungen vor. | |