21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:47:10 MESZ
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Tagesübersicht |
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Session 2.03: Fokus auf Lehre 1 Ort: Raum L2.201 Chair der Sitzung: Mandy Hauser, Universität Leipzig | |
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Wertprobleme als Nebenschauplatz mündlicher Abschlussprüfungen des Lehramtsstudiums Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland Das Thema der eigenen „Normativität“ von Forschung und Lehre wird von der Erziehungswissenschaft bzw. Pädagogik in besonders engagierter Weise diskutiert; es stellt wahrscheinlich den zentralen Topos im Selbstverständigungsdiskurs des Faches dar. Nachdem in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts die (normative) Position dominierte, dass die Erziehungswissenschaft sich von ihren pädagogischen Wurzeln freimachen müsste, um zu einer vollgültigen Wissenschaft zu werden, wird im gegenwärtigen Diskurs wieder vermehrt die gegenteilige Position laut, dass es gerade das disziplinäre Alleinstellungsmerkmal der Erziehungswissenschaft sei, dass sie als „normative Disziplin“ (Balzer & Bellmann 2019: 28) zwar analytisch aber zugleich im Interesse der pädagogischen Praxis operiere. Der Vortrag geht diesem ‚Normativitätsproblem‘ der Erziehungswissenschaft im Rahmen einer fallrekonstruktiven Untersuchung der Prüfungspraxis des Lehramtsstudiums im Fach Pädagogik nach. Das Normativitätsproblem lässt sich dann übersetzen in die Frage, wie sich der Anspruch der Prüfung und Zertifizierung einer „berufspraktischen Qualifizierung“ als Lehrer:in, die sich von einer rein wissenschaftlichen Qualifizierung unterscheidet, in der Prüfungskommunikation Ausdruck verschafft. Diese Untersuchungsfrage wird auf spezifische Weise operationalisiert und eingeschränkt: Wir richten unseren Blick nicht auf spezifische Wissensbestände, die mehr oder weniger dem Anspruch der Praxisrelevanz entsprechen – wie z.B. sog. Anwendungswissen –, sondern auf die Frage, wie erziehungswissenschaftliche Angemessenheitsdiskurse (vgl. Wernet 2024) als Ausweis einer gesteigerten berufspraktischen Relevanz Eingang in eine sonst dominant geltungsdiskursiv gerahmte Prüfungskommunikation finden. Im Rahmen von Sequenzanalysen zeigt sich, dass die (kommunikative) Kompetenz, den Nebenschauplatz des Angemessenheitsdiskurses zu bespielen und zugleich souverän geltungsdiskursiv einzubetten, selbst zum Gegenstand der Prüfung wird | |