21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen.
Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
Bitte beachten Sie, dass sich alle Zeitangaben auf die Zeitzone des Konferenzortes beziehen.
Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:45:48 MESZ
|
Tagesübersicht |
| Sitzung | |
|
Session 5.02: Fokus auf die Lehre 2 Ort: Raum L1.202 Chair der Sitzung: Julia Höke, katho NRW | |
| Präsentation 1 | |
Jenseits von Gelingensnarrativen: Reflexion in der Hochschullehre neu denken? Katholische Hochschule NRW, Deutschland Insbesondere in Studiengängen, die auf pädagogische Arbeit vorbereiten, ist die Reflexionskompetenz für Studierende als wesentlicher Teil pädagogischer Professionalisierung von zentraler Bedeutung. Die Reflexion ist dabei sowohl für den Theorie-Praxis-Transfer als auch für das eigene Denken und Handeln relevant und soll die Entwicklung einer pädagogischen Haltung unterstützen und anregen – deren normative Aufladung wird allerdings selten kritisch diskutiert. Unser Vortrag beleuchtet die vielschichtige Rolle von Reflexion im Kontext von Professionalisierung und curricularen Anforderungen und stellt sowohl zum einen die Frage, wie Reflexionsprozesse bei Studierenden der Sozialen Arbeit und Kindheitspädagogik angeregt werden können sowie zum anderen, diese Reflexionsprozesse selbst hinsichtlich ihrer Resultate normativ aufgeladen sind. Unser Fokus liegt auf der Analyse von Daten aus zwei Lehrforschungsprojekten, bei denen die Reflexionen von Studierenden im Hinblick auf ihr eigenes Lernen und den Theorie-Praxis-Transfer untersucht wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass Reflexionen in Seminarkontexten häufig einer Positivitätsnorm unterliegen, die zu sozial erwünschten Aussagen führt, ohne tiefgreifende Selbstreflexion zu ermöglichen. Die Diskussion lenkt den Blick auf die Grenzen und Potenziale dieser Reflexionsformate. Wir hinterfragen, wessen Normen durch aktuelle Praktiken gestärkt werden und welche Studierenden dadurch möglicherweise ausgeschlossen werden. Besonders heben wir die Notwendigkeit hervor, Reflexionsformate zu schaffen, die Vielfalt und Authentizität fördern, ohne dass diese mit Reputationsrisiken behaftet sind. Abschließend stellt der Vortrag die Frage, wie Reflexionen strukturiert werden können, um nicht nur Gelingensnarrative abzubilden, sondern auch Raum für Brüche und Missverständnisse zu geben. Dies beinhaltet Überlegungen zu Vertraulichkeit, Nicht-Sanktionen und einer wertschätzenden Auseinandersetzung mit „falschen“ Reflexionen. | |