21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:47:06 MESZ
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Tagesübersicht |
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Session 4.02: Der Blick auf Studierende Ort: Raum L1.202 Chair der Sitzung: Eileen Lübcke, Universität Hamburg | |
| Präsentation 3 | |
Demokratiebildung durch die Verknüpfung von Wissenschaft, Praxis und Persönlichkeit:Ehrenamtserfahrungen von Studierenden in die Lehre bringen Universität Hamburg, Deutschland Hochschulen tragen nicht nur zur Vermittlung von Wissen und beruflicher Qualifikation bei, sondern haben ebenso den Auftrag, Studierende zur aktiven Teilhabe an einer demokratischen Gesellschaft zu befähigen. Doch wie kann das gelingen? In unserem Praxisbeitrag stellen wir ein innovatives Lehrformat vor, das Demokratiebildung explizit mit zivilgesellschaftlichem Engagement verknüpft. Im Rahmen der Ringvorlesung „Einfach mal die Welt retten?! Gesellschaftliche Diskurse und Praxisbeispiele rund ums Ehrenamt“ werden Studierende, die bereits ehrenamtlich aktiv sind, als Expert:innen ihrer eigenen Praxis in die Hochschullehre eingebunden. Durch die Begegnung mit Vertreter:innen aus Wissenschaft und Praxis treten sie in einen Dialog, der gesellschaftliches Engagement kritisch reflektiert und zugleich theoretisch fundiert. Begleitet wird die Vorlesung durch ein Lernjournal, in dem die Studierenden ihre Erfahrungen, Wertorientierungen und wissenschaftlichen Einsichten dokumentieren. Das Lernjournal ist ein im deutschsprachigen hochschuldidaktischen Diskurs immer noch recht wenig etabliertes formatives Prüfungsformat (Wilkens 2020), das in unserem Kontext großes Potenzial für die Verknüpfung wissenschaftlicher, praktischer und persönlicher Inhalte bietet. So rückt vor allem die Persönlichkeitsbildung als eine der drei Dimensionen akademischer Bildung (Wissenschaftsrat 2015) in den Vordergrund: Studierende reflektieren ihre Verantwortung als angehende Akademikerinnen und entwickeln ein Verständnis von „responsible citizenship“. Die Lernjournale werden mit Hilfe MaxQdas im Rahmen eines Scholarship of Teaching and Learning (SoTL)-Prozesses qualitativ ausgewertet. Erste Ergebnisse zeigen, dass die veränderte Rolle der Studierenden – von Rezipient:innen hin zu aktiven Mitgestalter:innen – ihre Fähigkeit zur demokratischen Reflexion und zur kritischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen stärkt. Der Beitrag diskutiert, inwiefern Hochschullehre normative Orientierungen nicht nur vermittelt, sondern produktiv macht, indem sie Studierende dazu anregt, ihre Werte, Praktiken und wissenschaftlichen Bezüge zu verknüpfen. Damit wird sichtbar, wie Hochschulbildung zur Schaffung einer offenen und inklusiven Gesellschaft beitragen kann – und welche Spannungsfelder zwischen individuellen Erfahrungen, curricularer Rahmung und normativer Aufgabe der Demokratiebildung dabei entstehen. | |