21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:45:47 MESZ
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Tagesübersicht |
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Session 1.04: Rahmenbedingungen Ort: Raum L2.201 Chair der Sitzung: Prof. Dr. Christoph Hönnige, Leibniz Universität Hannover | |
| Präsentation 2 | |
Normative Leitplanken der Verbindlichkeit in Studium und Lehre: Ein Vergleich der 16 Landeshochschulgesetze von 2005-2025 1: Leibniz Universität Hannover, Deutschland; 2: Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung GmbH Die Lehre an Hochschulen ist gemäß Artikel 5(3) des Grundgesetzes frei. Dennoch gibt es zahlreiche Regelungen, die Rechte und Pflichten von Hochschulen, Lehrenden und Studierenden festlegen. Auf Hochschulebene sind dies Lehrverfassungen, Rahmenprüfungsordnungen, Fachprüfungsordnungen und Modulhandbücher. Auf übergeordneter Ebene fixieren die Landeshochschulgesetze durch einen hierarchischen Governance-Modus (Krücken et al., 2021:93) die expliziten rechtlich-normativen Leitplanken für die Hochschulen. Unser Beitrag untersucht, mit welchen Maßnahmen die Bundesländer Verbindlichkeit in Studium und Lehre schaffen, um so das Ziel eines erfolgreichen Studiums in Regelstudienzeit zu erreichen. Verbindlichkeit bedeutet, dass für Land, Hochschule und Studierende Rechte und Pflichten definiert werden (Poetzsch-Heffter/Wehn, 2018:77), die klare Anforderungen, Transparenz und Verlässlichkeit erzeugen sollen (Anders et al., 2025:186). Verbindlichkeit wurde im Hochschulkontext bisher wenig beachtet, gerät aber zunehmend in den Fokus, wie das Gutachten des Aktionsrat Bildung zeigt (Anders et al., 2025). Konzeptionell legt unser Beitrag den Fokus auf die Verbindlichkeit der Regelungen im Bereich Studienberatung und Prüfungsverfahren in den Phasen des Studieneingangs, des Studienverlaufs und des Studienausgangs. Welche Elemente in welcher Studienphase wie intensiv genutzt werden, macht die - oft selbst den Akteur*innen unbewussten - normativen Leitbilder der Studien- und Prüfungsorganisation vergleichend greifbar. Unser Beitrag analysiert empirisch anhand des Index der Verbindlichkeit (Hönnige et al., 2024), wie die Bundesländer im Zeitraum von 2005-2025 die Verbindlichkeit ihrer Vorgaben im Bereich Beratung und Prüfung ausgestalten und wie sich diese über den Untersuchungszeitraum verändern. Wir finden empirisch deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern im Grad der Verbindlichkeit der Vorgaben für Hochschulen und Studierende. Diese sind trotz Regierungswechseln über den Untersuchungszeitraum hinweg stabil. Dies legt die Existenz pfadabhängiger impliziter politisch-normativer Leitbilder der Studien- und Prüfungsorganisation nahe, die bisher wenig diskutiert wurden. Damit leisten wir einen Beitrag zur Forschung über Effekte von institutionellen Regelungen beim Studium (Vossensteyn et al., 2015:26) sowie zum Verständnis der politischen Rahmenbedingungen für explizite und implizite normative Vorstellungen in der Lehre. | |