21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:47:10 MESZ
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Posterpitch Ort: Hörsaal L1 | |
| Präsentation 13 | |
Kontroverse Schnittstellen: Normative Herausforderungen des Feldzugangs in der Computational Social Science Zentrum für Schul- und Bildungsforschung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland Die Gewinnung und Analyse riesiger, unstrukturierter Datenbestände eröffnet für die Computational Social Science (CSS) neue Möglichkeiten, gesellschaftliche Prozesse in größer skalierten Dimensionen sowie unter Einsatz von Mixed-Methods-Designs zu untersuchen. Dabei ist der Zugang zu diesen Daten jedoch Gegenstand normativ-geprägter Auseinandersetzungen: Er ist häufig beschränkt und wird zwischen unterschiedlichen Interessengruppen hart umkämpft. Forschende stehen daher vor der Entscheidung, formelle Kooperationen mit Dateninstitutionen einzugehen oder informelle Verfahren wie Webscraping und Grauzonen-API zu nutzen. Besonders heikel erscheinen in diesem Zusammenhang staatlich verwaltete Datenbanken. Während privatwirtschaftliche Akteure zwar ebenfalls restriktiv mit den von ihnen gespeicherten Daten umgehen, verschärft sich hier die Problemlage durch die enge Verflechtung von öffentlicher Forschung und staatlicher Forschungsförderung. Ein unautorisierter Zugang birgt damit nicht nur rechtliche Risiken, sondern kann auch das Vertrauen zwischen Forschenden und staatlichen Dateninstitutionen beschädigen – mit negativen Konsequenzen für künftige Kooperationen und Fördermöglichkeiten. Der Beitrag skizziert zwei Wege des Feldzugangs: den inoffiziellen, technisch ermöglichten Zugang, der bereits explorative Analysen und (maschinelles) Lernen an realen Daten erlaubt, zugleich aber in normativen Grauzonen operiert und den offiziell ausgehandelten Zugang, der forschungsethisch geboten und zudem geeignet ist, nachhaltige Forschungspartnerschaften aufzubauen, jedoch durch administrative Hürden, lange Bearbeitungszeiten und beschränkte Kapazitäten limitiert bleibt. Im Zentrum steht die Frage, wie Forschende zwischen wissenschaftlicher Neugier und institutioneller Datenhoheit integer navigieren sollen. Als analytische Kontrastfolie werden Beispiele ethnografischer Feldforschung in devianten Milieus herangezogen. Sie unterscheiden sich zwar methodisch deutlich von Big-Data-Analysen, lassen jedoch sichtbar werden, dass sich Fragen nach Legitimität, Verantwortung und Wagemut bei der Überwindung von Feldzugangsbarrieren in ähnlicher Weise stellen und kreativ beantworten lassen. Der Vergleich zeigt: Feldzugänge sind nie nur technisch-methodische, sondern immer auch normative Herausforderungen. | |