21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:47:11 MESZ
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Tagesübersicht |
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Session 4.01: Methodische und methodologische Fragen 1 Ort: Raum L1.201 Chair der Sitzung: Prof. Dr. Maria Hallitzky, Universität Leipzig | |
| Präsentation 2 | |
Ist das ‚echte‘ Forschung? – SoTL im Spannungsfeld normativer Ansprüche der Lehr-Lern-Forschung und disziplinärer Anerkennung 1: Justus-Liebig-Universität Gießen, Deutschland; 2: Hochschule Nordhausen, Deutschland; 3: Universität Münster, Deutschland; 4: Montanuniversität Loeben, Österreich Ob das Scholarship of Teaching and Learning (SoTL) als “Forschung“ im engeren Sinne gilt, ist umstritten (s. z.B. Bohndick et al., 2025). Die Diskussionen zeigen, dass es für die Umsetzung von SoTL stets einer Positionierung im Kontinuum zwischen der Rolle des “reflective Practitioner” (Schön, 1983) und derjenigen von hochschuldidaktisch Forschendenden bedarf. Doch ab wann gilt die reflexive und untersuchende Auseinandersetzung mit der (eigenen) Lehre als “vollwertige” Forschung? Welche wissenschaftlichen Standards können helfen, SoTL innerhalb dieses Kontinuums zu verorten? Und welche normativen Setzungen sind diesen Verortungen immanent? In Anlehnung an Döring und Bortz (2016, S.7) zeichnet sich wissenschaftliche Forschung durch die Anwendung anerkannter Methoden und Methodologien auf Basis des bestehenden Forschungsstandes, die systematische Gewinnung von Erkenntnissen, die sorgfältige Dokumentation des Prozesses sowie die Veröffentlichung der Ergebnisse aus. Das SoTL-Verständnis nach Huber (2013) integriert diese Elemente. Huber betont, dass SoTL nicht nur der Weiterentwicklung der (eigenen) Hochschullehre dient, sondern die dabei gewonnenen Erfahrungen, Ergebnisse und Einsichten systematisch erfasst, dokumentiert und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Huber berücksichtigt dabei jedoch nicht explizit die Frage der Anerkennung von eingesetzten Methoden – ein zentraler Punkt der Diskussion: SoTL ist disziplinübergreifend und was in einer bestimmten Disziplin als "anerkannt” gilt, ist sowohl spezifisch als auch wandelbar (s. z.B. Bohndick et al., 2025; Yeo et al., 2024). Der Beitrag zeigt auf, dass die Debatte darüber, was als “Forschung” gilt, im Kontext von SoTL stark normativ geprägt ist (z.B. Disziplinenspezifizität). So wird sichtbar, dass der Forschungsbegriff nicht frei von Wertungen und Grenzziehungen ist und sein kann, sondern stets durch disziplinäre Zugänge, Qualitätsstandards und Fachkulturen (Jenert & Scharlau, 2022) geprägt wird. Unter Rückbezug auf ein Grundverständnis von Forschung wird im Rahmen des Vortrags diskutiert, wie disziplinübergreifende “Mindeststandards” für SoTL aussehen könnten, die einerseits für dessen Qualitätssicherung notwendige normative Setzungen enthalten, andererseits aber auch Gestaltungsspielräume für die disziplinspezifische Umsetzung von SoTL-Projekten eröffnen. | |