21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:45:25 MESZ
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Tagesübersicht |
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Session 4.01: Methodische und methodologische Fragen 1 Ort: Raum L1.201 Chair der Sitzung: Prof. Dr. Maria Hallitzky, Universität Leipzig | |
| Präsentation 1 | |
Von einer Theorie-Ästhetik zu einer Theory Literacy. Theoriekulturen und ihre normativen Grenzziehungen Rhine Ruhr Center for Science Communication Research, Deutschland Eine Kategorie der Normativität ist, so meine These, die der Ästhetik. Diese Perspektive entfalte ich in meinem Promotionsprojekt „Theorie-Ästhetik. Formen und Formate der Kommunikation theoretischen Wissens“. Anknüpfend an die ersten Erkenntnisse des Projekts möchte ich meine Konzeption einer Theory Literacy (Radtke 2016) vorstellen, die eine Schnittstelle zwischen den Themenfeldern „Normativität als implizite Grundlage wissenschaftlicher Praxis“ und „Demokratieerziehung und hochschulische Bildung“ schafft. Mit Blick auf „Theorie“ untersuche ich anhand von Lexika, Handbüchern u.ä. sowie der Weiterführungen des Post Theory-Diskurses seit 2001 (Schauer u. Lepper 2017, Eggers & Robanus 2023) die Abgrenzungsbewegungen (Boundary Work) der Natur-, Geistes-, Sozial-, Kultur-, Literatur- und Designwissenschaften. In den von mir betrachteten Debatten wird zunehmend deutlich, dass ästhetische Argumente zur Bewertung und Anerkennung/Ablehnung bestimmter Formen von „Theorie“ verwendet werden. „Theorie“ wird in diesen Debatten als ‚schön‘ (Krohn 2006) bezeichnet oder erhält eine ästhetische Aufladung durch die Bezeichnung als ‚Trend‘ (Felsch 2019, Beregow 2021). Die Abgrenzungsarbeit wird jedoch nicht nur als Begriffsarbeit vollzogen, sondern auch anhand von Formen und Formaten von „Theorie“. Das Promotionsprojekt diskutiert diese Perspektive ausgehend von der Skepsis, ob Theoriebildung durch „Formatvorgaben und Traditionen sowie überhaupt im Medium des Buches oder des digitalen Textes“ (Mersch, Sasse & Zanetti 2019, S. 19) beschränkt werde. Die Idee der Formen hebt dabei einerseits auf die bei der Theoriebildung entstehenden Formen wie beispielsweise das Diagramm (Guggenheim 2024) ab. Andererseits erweitert eine medienkulturwissenschaftliche Konzeption des Formatbegriffs (Volmar 2020) die Perspektive hin zu einer Betrachtung von „Theorie“ als publikationsindustriell motivierter Form, wodurch auf die Ökonomien der Theoriebildung und -kommunikation hingewiesen werden kann: Wer kann und darf Theorie ‚machen‘? Die von mir skizziert Theory Literacy ist für die interdisziplinäre Zusammenarbeit, aber auch für die Grundausbildung von Studiereden relevant, da sie es ermöglich Aussagen wie „Soziologen sind keine Theoretiker, sondern Hypothetiker!“ zu dekonstruieren. | |