21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:47:11 MESZ
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Tagesübersicht |
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Session 5.01: Open track Ort: Raum L1.201 Chair der Sitzung: Marla Baier, Universität Paderborn | |
| Präsentation 3 | |
Elevatorpitch: Habitussensibilität in der Studieneingangsphase Universität Paderborn, Deutschland Vorgestellt werden soll das studentische QVM-Projekt „CampusCodes“ zur Verbesserung der Lehre. Im Zentrum steht die Frage nach der normativen Verantwortung von Hochschulen gegenüber Erstsemesterstudent*innen in der Studieneingangsphase, denn der Übergang von der Schule an die Universität ist für viele neue Student*innen mit Unsicherheit verbunden. Die studentischen Mentor*innen, welche die Orientierungsphasen an vielen Universitäten für die neuen Student*innen gestalten, prägen diesen Einstieg maßgeblich mit und tragen Verantwortung für die (soziale und strukturelle) Inklusion der (neuen) Student*innen. In dieser Funktion vermitteln sie nicht nur organisatorisches Wissen, sondern auch die impliziten Regeln und Erwartungen des Hochschulalltags. Hochschulen können im Sinne Bourdieus als Felder impliziter Normen verstanden werden (Bourdieu, 2016, S. 11), deren Anforderungen insbesondere Student*innen aus nicht-akademischen oder marginalisierten Milieus herausfordern (Altenstädter, 2020, S. 51). Da der Studienerfolg maßgeblich davon abhängt, dass Studierende Sicherheit im Umgang mit den feldspezifischen Konventionen an der Hochschule erlangen, wodurch Anerkennung und Zugehörigkeit ermöglicht werden (Bourdieu et al., 1971), ist es von zentraler Bedeutung, die Mentor*innen für die impliziten Regeln und Normen sowie habituellen Unterschiede zu sensibilisieren. Denn implizite Passungserwartungen zeigen sich in Fachkulturen, sprachlichen und vestimentären Codes sowie habituellen Praktiken und bleiben meist unausgesprochen (Brändle, 2016, S. 6). Zentrale Forschungsfrage ist, wie ausgeprägt die Habitussensibilität von Mentor*innen ist und wie sie gezielt gefördert werden kann. Unter Habitussensibilität wird ein reflexives Gespür für die sozialen Prägungen des Gegenübers verstanden, das auf der Berücksichtigung dessen Herkunftsbedingungen beruht (Lange-Vester & Teiwes-Kügler, 2014). Habitussensibilität verlangt zugleich die Auseinandersetzung mit dem eigenen Habitus sowie mit der Reproduktion sozialer Ungleichheit im Hochschulsystem (El-Mafaalani, 2014, 2023). Das Ziel des Projekts besteht nicht darin, Studierende an den akademischen Habitus „anzupassen“, sondern Mentor*innen dazu zu befähigen, strukturelle Barrieren zu erkennen, eigene Reproduktionsmechanismen kritisch zu reflektieren und ihr Wissen über habituelle Unterschiede in der Interaktion mit Studierenden anzuwenden und so zu einem diversitätssensiblen Übergang ins Hochschulsystem beizutragen. | |