21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:45:30 MESZ
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Tagesübersicht |
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Session 5.02: Fokus auf die Lehre 2 Ort: Raum L1.202 Chair der Sitzung: Julia Höke, katho NRW | |
| Präsentation 3 | |
Wie viel „Bildung“ steckt in „Hochschulbildung“? – Normative Ansprüche und die Realität curricularer Praxis Justus-Liebig-Universität Gießen, Deutschland Wie der Begriff „Hochschulbildung“ bereits verdeutlicht, sind Hochschulen zentrale Orte der Bildung. Dies bedeutet, dass neben Prozessen der Enkulturation und der Resubjektivierung der (Fach-)Kultur die Individuation und die Persönlichkeitsbildung einen zentralen Stellenwert einnehmen. Dies gewinnt insbesondere angesichts zunehmender Zukunftsunsicherheiten zunehmend an Bedeutung: Bildung trägt dazu bei, Dispositionen für verantwortungsvolles, zukunftsoffenes Handeln zu entwickeln und geht damit weit über den Erwerb funktionaler Kompetenzen hinaus (s. z.B. Leineweber, 2022; Reinmann, 2025). In diesem Sinne bedarf es einer Hochschullehre, die nicht nur auf den Kompetenzerwerb abzielt, sondern vor allem auch bildende Erfahrung ermöglicht (s. z.B. Koller, 2023; Leineweber, 2022; Plöger, 2009; Thompson, 2009). – All diese normativen Ansprüche stecken folglich in dem Begriff der „Hochschulbildung“. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass Hochschulbildung oft stark durch strukturelle Rahmenbedingungen und curriculare Vorgaben geprägt ist. Prüfungsordnungen, Modulhandbücher und formalisierte Lernziele lassen sich dabei nicht nur als technische Instrumente, sondern auch als Ausdruck einer impliziten Normativität lesen. Sie bestimmen, welche Lehr-, Lern- und Prüfungsformen anerkannt werden und wie Bildung im Hochschulkontext operationalisiert und realisiert wird. Basierend auf einer qualitativen Analyse von Modulhandbüchern (Lehr-Lern-Formate, Prüfungsformate, Lernziele) aus vier Fachbereichen (BWL, Psychologie, Informatik, Lehramt; jeweils zehn Hochschulen/Universitäten) wird im Rahmen des Vortrags der normative Anspruch des Bildungsbegriffs mit der Realität curricularer Praxis kontrastiert. Der Beitrag zielt darauf ab, das Spannungsfeld zwischen normativem Bildungsanspruch und der curricularen Ausgestaltung von Hochschullehre sichtbar zu machen. Damit leistet er einen Beitrag zur Diskussion darüber, inwiefern Hochschulbildung ihrem eigenen normativen Selbstverständnis gerecht werden kann und welche Entwicklungsbedarfe sich daraus ergeben. | |