21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:45:25 MESZ
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Tagesübersicht |
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Session 1.05: Open Track Ort: Raum L2.202 Chair der Sitzung: Dr. Gunther Dahm, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung GmbH (DZHW) | |
| Präsentation 1 | |
Wie frei sind private Hochschulen? Eine longitudinale Analyse des Wechselverhältnisses zwischen Träger-, Ressourcenbeziehungen und Studienfächern Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland Private Hochschulen finanzieren sich überwiegend durch Studiengebühren, Spenden, private Stiftungen oder Zuwendungen privatwirtschaftlicher Träger (Mitterle 2017). Sie verfügen in der Regel kaum über eigene Rücklagen und Ressourcen und sind abhängig von Entwicklungen der Studiennachfrage, eigenen Unternehmensentscheidungen oder jenen der Trägerorganisationen (Hansen et al. 2025). Zugleich unterliegt das akademische Personal an privaten Hochschulen besonderen grundgesetzlichen Schutzrechten: der Freiheit von Lehre und Forschung. Während sich im staatlichen Hochschulsektor das Verhältnis von Staatseingriff und akademischer Freiheit über Jahrhunderte in der Doppelstruktur von Körperschaft öffentlichen Rechts und staatlichen Einrichtungen institutionalisiert hat und in einer Reihe von Verfassungsgerichtsentscheidungen spezifiziert wurde, so ist dies im staatlich anerkannten privaten Hochschulsektor noch weitestgehend ungeklärt (Würtenberger 2020). Mit der Einführung von Akkreditierungsverfahren durch den Wissenschaftsrat existieren bundesweite Mindeststandards (ausreichende akademische Selbstverwaltung, unabhängige wissenschaftliche Kultur); allerdings ist die Anerkennung privater Hochschulen nicht an eine rechtsfähige [RB1] Körperschaft der Hochschule geknüpft, sondern an jene des Trägers: dieser trägt die finanzielle Verantwortung, nicht die Hochschule. Es lässt sich vermuten, dass der Fortbestand von Hochschulen im unmittelbaren Zusammenhang mit den sozialen Erwartungen des Trägers oder Förderers und/oder den ökonomischen Erfordernissen des Marktes steht, ihre Freiheit also an diese sozialen und ökonomischen Vorgaben geknüpft ist. Der Vortrag prüft, inwiefern sich Veränderungen in den Legitimations- und Ressourcenbeziehungen einer Hochschule auf deren Ausrichtung und das organisationsbezogene Überleben auswirken. Grundlage sind die Wandeltrajektorien aller seit 1945 staatlich anerkannten Hochschulen, d.h. alle relevanten Formveränderungen in den Lebensläufen privater Hochschulen. Für die Analyse werden Finanzierung und Eigentumsverhältnisse privater Hochschulen in Deutschland ab 2005 über Unternehmensregisterdaten, Geschäftsberichte und weitere historische Datensätze (idw-Meldungen, Destatis etc.) rekonstruiert und mit ausgewählten Umweltbeziehungen abgeglichen, die einerseits Veränderungen in der Studierendennachfrage (Studienfächer, Studierendenzahlen) und andererseits die Selbstwahrnehmung privater Hochschulen als höhere Bildungseinrichtungen betreffen (Akkreditierungsverfahren, Wettbewerbsdaten). Mithilfe von bildgebenden Verfahren werden die institutionellen Beziehungsstrukturen privater Hochschulen dargestellt, über Panelanalysen geprüft und die Ergebnisse mit qualitativen Fallanalysen kontrastiert. | |