21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:47:06 MESZ
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Tagesübersicht |
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Session 2.03: Fokus auf Lehre 1 Ort: Raum L2.201 Chair der Sitzung: Mandy Hauser, Universität Leipzig | |
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Zwischen sozialem Auftrag und ökonomischer Rationalität: Fachsensible Wissenschaftsdidaktik des Sozialmanagements als kritische Auseinandersetzung mit Normativität Hochschule Nordhausen, Germany Eine fachsensible Wissenschaftsdidaktik versteht Lehre und Forschung nicht als wertfreie Praxis, sondern als ein durch verschiedene Fachkulturen, disziplinspezifische Hybriditäten (vgl. Abb. 1) und gesellschaftliche Erwartungen normativ aufgeladenes Feld (Jenert & Scharlau, 2022; Lieber & Huber, 1985, S. 325–326; Portele & Huber, 1981). Am Beispiel des Fachs Sozialmanagement, das in besonderer Weise eine praxisfeldspezifische Übersetzungskompetenz zwischen sozialwissenschaftlichen und ökonomischen Logiken einerseits sowie Theorie und Praxis andererseits (Renn et al., 2001) vermittelt, zeigt dieser Beitrag, wie Normativität nicht nur implizit wirkt, sondern auch kritisch reflektiert und transformiert werden kann. Im Zentrum steht die Diskussion exemplarischer Kategorien für das Fach Sozialmanagement, die mit dem Familienähnlichkeits-Ansatz (in Anlehnung an Büssing et al., 2022, S. 297–298) theoretisch eruiert werden (vgl. Tab. 1). Beispielsweise das dem Sozialmanagement inhärente Spannungsfeld zwischen sozialem Auftrag und ökonomischer Rationalität verdeutlicht, dass anwendungsorientierte Forschung und Lehre nicht ohne zentrale Wert- und Normsetzungen wie Partizipation, Empowerment, Inklusion, Anerkennung von Vielfalt, sozio-ökologische Transformation sowie Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt auskommt (z. B. Einck, 2024). Eine fachsensible Didaktik des Sozialmanagements eröffnet einen Reflexionsraum, in dem implizite und explizite Normativitätsdiskurse geführt und als Gestaltungsressource genutzt werden können (z. B. zur Kritik und Transformation normativer Leitbilder des „sozialen Wirtschaftens“). Eine so verstandene Wissenschaftsdidaktik zielt nicht allein auf eine Qualitätsverbesserung der Lehre (auch das Verbesserungsparadigma ist eine normative Setzung!), sondern konfrontiert zugleich Studierende, Lehrende, Forschende und Praxisvertreter:innen mit hybriden und multirationalen Denk- und Handlungsstilen des Arbeits- und Berufsfelds Sozialmanagement (z. B. Evers & Ewert, 2010; Schedler & Rüegg-Stürm, 2013). Sie macht implizite kulturelle Praktiken der Professionalität bewusst und erweitert Handlungsspielräume (z. B. Demokratieerziehung, Sensibilisierung für Diversität und Interkulturalität sowie Nachhaltigkeit). Der Beitrag schließt mit der Frage, welche normativen Paradigmen in aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen – wie z. B. der Schwächung des Sozialstaats oder der KI-Revolution – überdacht werden sollten und welche Beiträge eine fachsensible Didaktik hierzu leisten kann. | |