21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:45:48 MESZ
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Tagesübersicht |
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Session 2.04: Governance Ort: Raum L2.202 Chair der Sitzung: Prof. Dr. Bernd Kleimann, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung | |
| Präsentation 2 | |
Werte in der Hochschulgovernance Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, Deutschland Der Diskurs in Hochschulforschung und -praxis zeigt, dass das New Public Management (NPM) seinen Zenit als Leitidee der Hochschulgovernance im deutschen Hochschulsystem zweifellos überschritten hat. Bislang gibt es jedoch keinen Konsens bezüglich der Frage, wie sich der aktuelle Entwicklungsstand der Hochschulgovernance treffend auf den Begriff bringen lässt [1]. Der theoretisch-konzeptionelle Beitrag formuliert in dieser Situation einen zeitdiagnostischen Vorschlag, der Veränderungen der inhärenten Normativität von Hochschulgovernance in den Mittelpunkt rückt. Grundlegend ist die These, dass sich in Abgrenzung zum NPM und im Zuge des gesellschaftlichen Wertewandels die Governance der deutschen Hochschulen durch ein verstärktes Eindringen gesellschaftlicher Werte umgeformt hat [2]. Werte werden dabei verstanden als hochgeneralisierte, in der Regel implizite, interpretations- und operationalisierungsbedürftige Gesichtspunkte des Vorzugswürdigen [3], die in gesellschaftlichen Diskursen verhandelt werden und zentrale Referenzpunkte sozialer Ordnungsvorstellungen sind. Während das NPM als ausdrückliches Reformmodell „instrumentelle“ Werte wie Effizienz, Effektivität, Subsidiarität oder Exzellenz betont hat, ist das neue Governanceregime im Hochschulbereich durch die verstärkte diskursive Thematisierung pluraler Werteerwartungen gekennzeichnet, die neben instrumentellen vor allem zahlreiche substanzielle Vorzugswürdigkeiten akzentuieren (z.B. Diversität, Nachhaltigkeit, wirtschaftliche Prosperität, Chancengleichheit, Demokratie u.v.a.m.). Die diskursive Verhandlung und durch verschiedene Goverancemechanismen forcierte Implementierung dieser Werte in den Hochschulen führt allerdings zu Konflikten: oft sind Werterwartungen (wie z.B. Wissenschaftsfreiheit und nachhaltiges Reisen) auf operativer Ebene inkompatibel, und in der akademischen Welt verankerte Diskurse (z.B. Gleichberechtigung der Geschlechter oder Internationalität) geraten in Konflikt mit antagonistischen Tendenzen in der gesellschaftlichen Umwelt (z.B. Autoritarismus, Nationalismus, Wissenschaftsfeindlichkeit u.a.m.). Anhand des Beispiels des Diskurses um Nachhaltigkeit in Hochschule und Wissenschaft formuliert der Beitrag auf differenzierungstheoretischer (Schimank) und organisationssoziologischer (Luhmann) Grundlage erste Antworten auf die Fragen, welche Ursprünge der wertebasierten Hochschulgovernance der Gegenwart zugrundeliegen, über welche Governancemechanismen sie erfolgt und – vor allem - welche strukturverändernden Wirkungen die wertefokussierte Governance auf das Hochschulsystem insgesamt und die Strukturen der Hochschulen als Organisationen ausübt. | |