21. Jahrestagung der
Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf)
18.-20. März 2026 | Universität Paderborn
Veranstaltungsprogramm
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Aug. 2026 02:47:05 MESZ
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Tagesübersicht |
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Session 1.01: Demokratie und Demokratiebildung Ort: Raum L1.201 Chair der Sitzung: Eva Cendon, FernUniversität in Hagen | |
| Präsentation 2 | |
„Indoktrination“ durch demokratische Hochschulbildung? – Sondierungen zum Verhältnis von Wissenschaft und Demokratie aus Perspektive von Wissenschaftsforschung und -geschichte Institut für Hochschulforschung (HoF) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland Das Hochschulrahmengesetz verpflichtet bundesdeutsche Hochschulen seit 1976 dazu, ihre Studierenden „zu verantwortlichem Handeln in einem freiheitlichen, demokratischen und sozialen Rechtsstaat“ zu befähigen (§ 7 HRG). Ähnliches ist seit 2017 in der Musterrechtsverordnung in der Dimension der „Persönlichkeitsbildung“ verankert (§11 Abs. 1 MRVO). Jüngste empirische Befunde des Verbundprojekts „GesDimS – Gesellschaftlich-demokratische Teilhabe als Dimension des Studienerfolgs” legen allerdings nahe, dass die Umsetzung dieses Auftrags bislang kaum auf der Agenda der Hochschulen steht (z.B. Mauermeister & Maas 2025).[1] Expert:inneninterviews mit Leitungspersonal aus dem Qualitätsmanagement Studium und Lehre weisen dabei auf Probleme bei der Operationalisierung dieser Anforderungen hin, die besonders mit deren normativen Gehalten verbunden sind (Behm 2025b; vgl. ähnliche Problembefunde am Beispiel eines wissenschaftsbezogenen Rechtspopulismus/-extremismus an Hochschulen Haker & Otterspeer 2023a, b). In dem Vortrag sollen die Ergebnisse von „GesDimS“ grob skizziert werden. Angesetzt wird jedoch primär an der in einem der Interviews übermittelten Wahrnehmung des demokratisch orientierten Bildungsauftrags als „politische[…] Indoktrination“ (Behm 2025b, S. 151). Diese für die Interviewerin zunächst kaum nachvollziehbare Einordnung soll unter Rückgriff auf die von Hagner (2012) aus Sicht von Wissenschaftsforschung und -geschichte angebotenen drei Phasen des Verhältnisses von Wissenschaft und Demokratie im 20. Jahrhundert kontextualisiert und zugänglich gemacht werden. Kritisch an Hagner anknüpfend wird dabei die These einer spätestens in den 2020er Jahren begonnenen vierten Phase dieser Beziehung (Behm 2025a, S. 19–23) weiterentwickelt, auf aktuelle Debatten bezogen (z.B. Friedman 2023; Beyer & Schauer 2021) und zur Diskussion gestellt. Sondiert werden ausblickend insbesondere die normativen Rückwirkungen dieser Diagnostik auf den im HRG verankerten Auftrag zu einer demokratisch orientierten Hochschulbildung. [1] Das Verbundprojekt von Universität Potsdam und dem HoF Halle-Wittenberg wurde 2021–2024 aus Mitteln des BMBF gefördert (FKZ: 16PX21009A, 16PX21009B). | |