Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Sitzungsübersicht |
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Räumliche Daten: Forschung, Entwicklung & Verbreitung
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9:15 - 9:37
Das geothermische Informationssystem GeotIS Georg-August Universität Göttingen, Geoscientific Centre Göttingen - 9:37 - 10:00
GNSS- und InSAR-Beobachtungen am Geothermie-Standort Olkaria im zentralen Ostafrikanischen Rift-System Universität Potsdam, Institut für Geowissenschaften, AG Geologische Fernerkundung Der quartäre Vulkankomplex Olkaria ist ein Hochtemperatur-Geothermiesystem im zentralen Kenya Rift, das sich in einer strukturellen Übergangszone zwischen den eruptiven Zentren des Mt. Longonot und Mt. Eburru befindet. Diese Region ist durch lang anhaltende krustale Deformation und Bodensenkung geprägt. Vertikale Bodenbewegungen stehen im Zusammenhang mit Prozessen im Maßstab der Erdkruste, einschließlich magmatischer Intrusion und Eruption sowie Abschiebungen und Transferstörungen. Darüber hinaus ist die Region durch Fluidentnahme im Zusammenhang mit der geothermischen Energiegewinnung beeinflusst worden. In den letzten 20 Jahren wurden verstärkt Reinjektionsstrategien implementiert, um den Druckabfall zu verlangsamen und damit eine exponentielle Bodensenkung zu mindern. Obwohl bereits 1983 ein umfangreiches Referenznetz zur Überwachung der Oberflächendeformation eingerichtet wurde, machte das Fehlen nachfolgender präziser Messungen die Anwendung moderner geodätischer Methoden erforderlich, um Ausmaß und zeitliche Entwicklung der Bodenverformung zu quantifizieren und die Rolle tektonischer sowie anthropogen bedingter Veränderungen der Landoberfläche besser zu verstehen. Hier präsentieren wir neue radarinterferometrische Beobachtungen aus dem vergangenen Jahrzehnt, die Sentinel-1-Daten (2016–2026) und TerraSAR-X-Daten (2024–2026) kombinieren, um vertikale Oberflächenbewegungen mit hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung zu bestimmen. Diese InSAR Zeitreihen werden durch Messungen eines lokalen GNSS-Netzwerks ergänzt, das auf und um den Olkaria-Dom installiert wurde. Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich die seit 2016 beobachtete schnelle Subsidenz um etwa 2020 deutlich verlangsamt hat und seitdem weitgehend stagniert. Hochauflösende X-Band- sowie Persistent-Scatterer-C-Band-Daten zeigen, dass lokal begrenzte Subsidenz in der Nähe von Fluidentnahmestellen weiterhin besteht, während die regionalen Subsidenzraten im Bereich des Vulkankomplexes um etwa eine Größenordnung abgenommen haben. Unabhängige, statistisch robuste Analysen von GNSS-Zeitreihen bestätigen diese Beobachtungen. Darüber hinaus bewerten wir verschiedene InSAR-Verarbeitungsstrategien und heben die entscheidende Bedeutung einer sorgfältigen atmosphärischen Korrektur hervor, insbesondere aufgrund des Einflusses hoher saisonaler Feuchtigkeitsverfügbarkeit. Insgesamt zeigt unsere Analyse, dass die vertikale Deformation der Landoberfläche in der Olkaria Region auf jährlichen Zeitskalen primär durch tiefreichende magmatische Prozesse gesteuert wird, während die geothermische Energiegewinnung nur lokal durch Fluidentnahme zur Subsidenz beiträgt. 10:00 - 10:22
Fernerkundung im Rahmen des West African Science Service Centre on Climate Change and Adapted Land Use Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Institut für Geographie und Geologie, Earth Observation Research Cluster - 10:22 - 10:45
FAIRes Datenmanagement im internationalen kontinentalen wissenschaftlichen Bohrprogramm (ICDP) Geomechanik und wissenschaftliches Bohren, GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung, Potsdam Das International Continental Scientific Drilling Program (ICDP) unterstützt internationale Forschungsteams, die kontinentale wissenschaftliche Bohrungen durchführen möchten, finanziell und operativ. So wurden in den letzten 30 Jahren ca. 60 Projekte gefördert, bei denen mehr als 100 km Gestein geborgen wurden. Da Bohren ein sehr teures Unterfangen ist – so kostet beispielsweise ein Meter Gestein bei einer 800 Meter tiefen Bohrung zwischen 500 und 1 000 Euro – muss das Maximum aus den Proben und Daten herausgeholt werden. Um dies zu gewährleisten, folgt ICDP den FAIR-Prinzipien. Alle in der aktiven Phase des Projekts gesammelten Daten bilden den operativen Datensatz, auf den alle Mitglieder des wissenschaftlichen Teams während der Bohr- und Probenahmephase des Projekts sowie die gesamte wissenschaftliche Gemeinschaft nach Ablauf des Moratoriums Zugriff haben. Für die Datenerfassung und Probenverwaltung nutzt und entwickelt das ICDP ein eigenes Datenmanagementsystem, das mobile Drilling Information System (mDIS). Dabei handelt es sich um eine Open Source Software (GPL 2.0) in der unter anderem Daten und Metadaten zu geologischen Proben, dem Bohrprozess und der Lithologie erfasst werden. Außerdem können Bilder und Dokumente direkt einem Datensatz zugeordnet werden und Datenreports und Probenlabel exportiert und gedruckt werden. Um die Auffindbarkeit der Proben nach dem Ende des Moratoriums sicher zu stellen wird jeder Probe automatisch ein persistenter Identifier zugewiesen, die International Generic Sample Number (IGSN). Technisch gesehen ist mDIS eine auf einer relationalen Datenbank basierende Webanwendung, die auf einem LAMP-Stack (Linux, Apache, MariaDB, PHP) aufbaut. Auf der Client-Seite basiert mDIS auf einem JavaScript-Framework (VueJS), das in Verbindung mit dem PHP-Framework Yii eine reaktive bidirektionale Datenbindung ermöglicht. Auf mobilen Geräten kann mDIS als Progressive Web App (PWA) ausgeführt werden, die fast wie eine native App funktioniert. mDIS verfügt über REST-Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs) für Drittanbieter von Anwendungen und externe Datenanbieter. | ||
