Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Partizipative Forschung zwischen Inklusion, Macht und KI (deutsch)
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ID: 1145
/ D1-S2-T1: 1
Forschungsbeitrag Themen: Track - Partizipative Forschung Stichworte: LEGO® Serious Play®, Bedarfsanalyse, ältere Menschen, Pflege Partizipation mit älteren Menschen ermöglichen – Eine methodische Reflexion zum Einsatz von LEGO® Serious Play® Technische Universität Dresden / CODIP, Deutschland <p>Partizipative Forschungsansätze gewinnen zunehmend an Bedeutung, um bedarfsgerechte Unterstützungs- und Beratungsstrukturen für pflegende An- und Zugehörige (PAZ) zu entwickeln (Schulz et al. 2026, Schulz et al. 2024). Im Kontext hybrider Pflegeberatung – verstanden als Kombination aus digital gestützten und aufsuchenden analogen Beratungsformaten – stellt sich die Frage, wie Bedarfe insbesondere älterer und potenziell vulnerabler Gruppen angemessen erhoben und in Gestaltungsprozesse überführt werden können.</p> <p>Das Forschungsprojekt [...] untersucht Bedarfe, Erwartungen und Akzeptanz einer aufsuchenden hybriden Pflegeberatung für ein selbstbestimmtes Altern im ländlichen Raum. Methodisch folgt die Studie einem Mixed-Method-Design, das leitfadengestützte Interviews mit einem partizipativen Workshop kombiniert. In den Interviews werden zunächst PAZ befragt, die bereits Erfahrungen mit Pflegeberatung gesammelt haben. Ziel ist es, Nutzungserfahrungen und wahrgenommene Herausforderungen zu erfassen. Darauf aufbauend wird ein partizipativer Workshop unter Nutzung der Methode LEGO® Serious Play® (LSP) durchgeführt (The LEGO Group 2002), der sich an ältere Menschen richtet, die bislang keine Pflegeberatung in Anspruch genommen haben. LSP wird eingesetzt, um implizites Erfahrungswissen, Zukunftsvorstellungen und Bedarfsorientierungen sichtbar zu machen. Durch die haptisch-kreative Arbeit mit dreidimensionalen Modellen können insbesondere subjektive Vorstellungen einer „optimalen“ Pflegeberatung exploriert werden.</p> <p>Der Beitrag stellt das methodische Design der Studie vor und begründet die kombinierte Nutzung der Verfahren als sequenzielle Vertiefungslogik: Während die Interviews bestehende Erfahrungen mit Pflegeberatung rekonstruieren, dient der Workshop mit LSP der explorativen Erweiterung und Konkretisierung zukünftiger Bedarfe. Des Weiteren präsentiert der Beitrag erste Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse der Interview- und Workshopdaten.</p> <p>Abschließend reflektiert der Beitrag die Möglichkeiten und Grenzen partizipativer Formate mit älteren Menschen. Im Fokus stehen dabei Fragen der methodischen Zugänglichkeit, potenzielle Barrieren (z. B. motorische) sowie die Herausforderung, kreative und visuelle Artefakte in analytisch auswertbare Daten zu überführen. Der Beitrag leistet damit einen methodischen Beitrag zur Diskussion partizipativer Forschungsdesigns im Kontext vulnerabler Gruppen und zeigt, wie kreative Methoden zur Erhebung von Bedarfen in hybride Forschungs- und Gestaltungskontexte integriert werden können.</p> ID: 1112
/ D1-S2-T1: 2
Forschungsbeitrag Themen: Track - Partizipative Forschung Stichworte: Grenzen und Hürden partizipativer Forschung, Literaturauswertung Zwischen digitaler Ko-Kreation und struktureller Begrenzung: Grenzen partizipativer Ansätze in der Hochschulbildung FOM Hochschule Berlin, Deutschland <p>Die Forderung nach digitaler Partizipation prägt hochschulpolitische und -didaktische Diskurse (Luna-Reyes, 2017). Konzepte wie <em>Students as Partners</em>, ko-kreative Curriculumentwicklung oder partizipative Governance digitaler Plattformen versprechen eine Demokratisierung akademischer Lern- und Entscheidungsprozesse (Cook-Sather et al., 2014; Bovill, 2020). Zugleich verweisen Arbeiten auf persistente Machtasymmetrien, symbolische Beteiligungsformate und strukturelle Exklusionen (Arnstein, 1969; Felten und Lambert, 2020).</p> <p>Der Beitrag analysiert aus governance-, medien- und bildungstheoretischer Perspektive die Grenzen und Hürden partizipativer Ansätze in digitalen und hybriden Hochschulkontexten. Im Fokus stehen drei Spannungsfelder:</p> <p>(1) Strukturelle Macht und digitale Infrastrukturen:<br /> Trotz kollaborativer Plattformen und KI-gestützter Tools bleiben Entscheidungsbefugnisse häufig professoral dominiert. Digitale Infrastrukturen erweitern Partizipationsräume, reproduzieren jedoch bestehende Hierarchien – etwa durch Plattform-Governance, Datenasymmetrien oder algorithmische Steuerung (Selwyn, 2022).</p> <p>(2) Soziale Selektivität und digitale Souveränität:<br /> Partizipation ist sozial ungleich verteilt. Studierende mit höherem kulturellem Kapital und größerer zeitlicher Flexibilität engagieren sich überproportional. Digitale Beteiligungsformate setzen zudem Kompetenzen digitaler Souveränität voraus, die nicht selbstverständlich gegeben sind (Bovill, 2020; Martzoukou et al., 2020).</p> <p>(3) Tokenismus und Wirksamkeit:<br /> Formale Beteiligung (z. B. Evaluationen, Gremienarbeit, Online-Konsultationen) führt nicht zwangsläufig zu realer Mitentscheidung. In Anlehnung an Arnsteins Partizipationsleiter (1969) wird diskutiert, inwiefern digitale Beteiligung zwischen Konsultation und geteilter Entscheidungsmacht oszilliert.</p> <p>Methodisch basiert der Beitrag auf einer strukturierten, interdisziplinären Literaturauswertung internationaler und deutschsprachiger Forschung (voraussichtlicher Zeitrahmen: 2010–2025). Ziel ist die Entwicklung eines analytischen Rahmenmodells, das Grenzen digitaler Partizipation nicht als Defizit, sondern als Ausdruck struktureller Spannungsverhältnisse zwischen Effizienz, Qualitätssicherung, Autonomie, technologischer Steuerung und demokratischer Mitbestimmung versteht.</p> <p>Der Beitrag leistet damit einen konzeptionellen Beitrag zur GeNeMe 2026, indem er digitale Partizipation in der Hochschulbildung als macht- und infrastrukturell gerahmten Raum reflektiert und Kriterien für nachhaltige, wirksame Beteiligung in digitalen Bildungsprozessen formuliert.</p> ID: 1149
/ D1-S2-T1: 3
Projektbeitrag (Work In Progress) Themen: Track - Partizipative Forschung Stichworte: KI Training, Partizipation, Transformer Modelle Partizipative Ansätze beim Training von Transformer Modellen TU Dresden, CODIP, Deutschland <p>Große Sprachmodelle (Large Language Model – LLM) sind trotz massiver Weiterentwicklung der letzten Jahre mit tiefgreifenden technischen, gesellschaftlichen, rechtlichen, ökologischen und sicherheitsrelevanten Problemen behaftet. Die technischen Probleme wie <strong>Halluzinationen (vgl. Siebert, 2024), Schlussfolgerungsfehler und fehlender Realitätsbezug</strong> durch statistische Analyse von Texten und Antwortgenerierung können dabei die Ergebnisse prägen. Mit Retrieval-Augmented Generation (RAG) (vgl. Kiesel & Wittmann, 2025) wird versucht, den Antwortraum zu spezifizieren und eine Wissensbasis für das System bereitzustellen. Mit vertieften Trainings der Modelle wird zudem versucht die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Sprachmodelle zu verbessern.</p> <p>Im Vorhaben [Name des Vorhabens] wurde für die Optimierung und das Training der verwendeten Transformer Modelle (Bi- und Cross-Encoder) ein partizipativer Evaluationsansatz (vgl. Döring / Bortz, 2016 S. 1015) gewählt, um die Genauigkeit zu verbessern. Um die Wirksamkeit zu überprüfen wurde die Genauigkeit und Ranking Metrik wie NDCG@k (Normalized Discounted Cumulative Gain at k) des trainierten Modells anhand statistischer Analysen überprüft.</p> <p>Ausgehend von den im Projekt zu bearbeitenden Fragestellungen, wird im geplanten Beitrag der technische Lösungsansatz (vgl. Abbildung 1) vorgestellt bei dem mittels Bi-Encoder und Cross-Encoder Modellen ein semantischer Vergleich von Nutzendeneingaben und standardisierten Kompetenz- und Fähigkeitsbeschreibungen der ESCO-Datenbank (vgl. Europäische Kommission, 2026) vorgenommen wird. </p> <p>[Abbildung 1]</p> <p>Mit Hilfe eines partizipativen Evaluationsansatz (vgl. Döring / Bortz, 2016 S. 1015.) wurde jede einzelne Rückmeldung des Systems individuell (durch die beteiligten Migrantinnen und Migranten) auf einer dreistufigen Skala mit Blick auf die Passfähigkeit (passt, passt teilweise, passt nicht) der eigenen Eingabe zur gefundenen standardisierten Beschreibung beurteilt. Die durch die Encoder induzierten Rückmeldungen der ESCO-Datenbank konnten dabei als teils sehr ungenau eingeordnet werden, was auf die Notwendigkeit eines Trainings für das verwendete Modell hinwies.</p> <p>Nach dem Training des Bi- und Cross-Encoder Modells mittels der cosine similarity loss function (Pezzuti et al., 2025) sowie mean squared error loss (MSE) function und binary cross entropy loss (BCE) function konnten verbesserte statistische Werte für die semantische Zuordnung als auch für das Ranking der Vorschläge des trainierten gegenüber dem Basismodell gemessen werden.</p> <p>Trotz der positiven Auswirkungen der partizipativen Evaluation bestehen an dieser Stelle methodische Optimierungsmöglichkeiten. Insbesondere hat die Befragungssprache – im vorliegenden Fall Deutsch – im Vergleich zur Muttersprache mgl. negative Einflüsse wie El-Menouar (2019) beschreibt.</p> <p>Das genau Vorgehen und die Umsetzung sollen im geplanten Beitrag beschrieben werden.</p> ID: 1159
/ D1-S2-T1: 4
Projektbeitrag (Work In Progress) Themen: Track - Partizipative Forschung, Track - Partizipation in digitalen Bildungsprozessen Stichworte: Forschung im Elementarbereich, Lebenswelten der Kinder, digital-partizipative Beteiligungsformate, Partizipation und Medienbildung Digitale Partizipation und digitale Mündigkeit - Kinderperspektiven als Ausgangspunkt pädagogischer Forschung im Elementarbereich Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Deutschland Vorgestellt wird ein im Elementarbereich anwendbares Forschungsdesign, das die enge Wechselbeziehung von Partizipation und Medienbildung forschungstheoretisch begründet und mit dem Kinderperspektivenansatz verbindet. Konzipiert wurde ein an Kitas erprobtes und digital-partizipativ gestütztes Beteiligungsformat, welches Kinder in ihrer Lebenswelt Kita als Akteure der Forschung wahrnimmt, und forschungsmethodische Möglichkeiten bietet, mit denen das Verhalten der Kinder bei der Interaktion mit Medien systematisch untersucht und dokumentiert werden kann. Es werden Ausschnitte aus der Durchführungsphase des Beteiligungsformates dargelegt, erste inhaltliche Zwischenergebnisse geliefert, sowie eine forschungsethische Reflexion hinsichtlich des partizipativen Leitgedanken durchgeführt. | ||