Veranstaltungsprogramm
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Tagesübersicht |
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Digitale Infrastrukturen für Lernen, Offenheit und Beteiligung (deutsch) Ort: MS1.302 Seminarraum 1, Fr. ZooM-Login | |
| Präsentation 2 | |
ID: 1176
/ D2-S1-T2: 2
Forschungsbeitrag Themen: Track - Partizipative Forschung Stichworte: OER, OEP, attitude-behavior gap Quo vadis, OER? Das Open Educational Resources-Paradoxon: Die Kluft zwischen Einstellung und Verhalten bei OER-affinen Personen Universität Passau, Deutschland <p>Die Open Educational Resources-Bewegung (OER) hat sich zu einem Eckpfeiler der gegenwärtigen Bildungspolitik entwickelt, wenngleich der tatsächliche Einsatz von OER in der Lehre und im Unterricht nach wie vor gering ist. Ferner ist die OER-Bewegung von einer anhaltenden Einstellungs-Verhaltens-Lücke geprägt. Dieses als OER-Paradoxon bezeichnete Phänomen beschreibt einen Zustand, in dem Akteur*innen im Bildungsbereich, darunter auch solche, die tief in finanzierte Projekte der OER-Strategie des BMBFSFJ eingebunden sind, zwar ihre ideologische Unterstützung für die (gemeinsame) Erstellung, Nutzung, Bearbeitung, Remixen und das Teilen von Materialien bekunden, jedoch selbst nur eine vernachlässigbare Anzahl von Veröffentlichungen in dem zentralen Index OER Search Index (OERSI) vorweisen können. Das OER-Paradoxon stellt damit eine entscheidende Herausforderung für die nachhaltige Erweiterung digitaler Bildungsressourcen dar.</p> <p>Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit der Analyse dieses Paradoxons und fokussiert dabei folgende Forschungsbereiche: das messbare Ausmaß der Diskrepanz zwischen positiven Einstellungen und tatsächlichen Veröffentlichungsraten innerhalb des OERSI (1), die genauere Identifizierung von Hürden, wie Zeitmangel, Rechtsunsicherheit und technologische Barrieren (2) und die Modellierung von handlungsleitenden Einstellungskomponenten (3). Das Forschungsdesign verfolgt dabei einen dualen methodischen Ansatz. Um den objektiven Umfang der Veröffentlichungslücke zu ermitteln, wird durch eine quantitative Erhebung das Register der Personen, die an finanzierten Projekten der OER-Strategie des BMBFSFJ als Projektleitende und Projektmitarbeitende beteiligt sind, mit deren geteilten Artefakten im OERSI verglichen. Mit bewährten und neu konstruierten Instrumenten werden quantitative und qualitative Daten zu den affektiven, kognitiven und verhaltensbezogenen Komponenten der relevanten Einstellungen dieses Personenkreises erhoben. Der theoretische Rahmen basiert auf dem ABC-Modell der Einstellung sowie der Theorie des geplanten Verhaltens. Eine bereits bei Schullehrkräften durchgeführte Studie konnte zeigen, dass das affektive Engagement für eine Kultur des Teilens unter erfahrenen Pädagog*innen zwar außergewöhnlich hoch ist, die tatsächliche Veröffentlichung von OER jedoch insbesondere durch empfundene mangelnde Rechtssicherheit, wahrgenommene „Zeitknappheit“ und den Wunsch nach Reziprozität des Materialteilens eingeschränkt wird. Im Gegensatz zu bisherigen Studien verknüpft die vorliegende Arbeit, die messbare Anzahl an OER mit der Erhebung einer OER-affine Stichprobe.</p> <p>Durch die Identifizierung der kritischen Schwachstellen am Beispiel der vorliegenden Stichprobe erwarten die Autor*innen Ergebnisse, die Ausgangspunkt sein können, um gezielte Unterstützungsstrukturen weiterzuentwickeln, die notwendig sind, um die Lücke zwischen ideologischer Bereitschaft und tatsächlicher Bildungspraxis zu schließen.</p> | |
