Veranstaltungsprogramm
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Digitale Assistenz und Ko-Kreation: Teilhabe in Bildung, Lernbegleitung und Gesundheit (deutsch) Ort: MS1.302 Seminarraum 1, Do. ZooM-Login | |
| Präsentation 1 | |
ID: 1126
/ D1-S1-T3: 1
Research in Progress Themen: Track - Partizipation als Ko-Kreation Stichworte: Multiple Sklerose, Patient Empowerment, Visualisierung, Patientenzentrierung Visualisierung medizinischer Daten in patientenzentrierten Anwendungen für chronische Krankheiten: Eine Systematische Literaturrecherche und selektive Marktanalyse 1: Technische Universität Dresden, Fakultät Wirtschaftswissenschaften, Forschungsgruppe Digital Health; 2: Technische Universität Dresden, Else Kröner Fresenius Zentrum für Digitale Gesundheit <p>Die fortschreitende Digitalisierung verspricht, Patient:innen stärker in die eigene Versorgung einzubeziehen. Doch gerade bei chronischen Erkrankungen zeigt sich ein zentrales Spannungsfeld: Immer mehr Daten stehen zur Verfügung, aber deren Verständlichkeit und Nutzbarkeit für Betroffene bleibt weiterhin begrenzt. Besonders deutlich wird dies bei neurologischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose (MS), bei denen motorische, kognitive und visuelle Einschränkungen die Interaktion mit komplexen Daten zusätzlich erschweren. Damit wird Visualisierung nicht nur zur Darstellungsfrage, sondern zur entscheidenden Voraussetzung für echte Teilhabe, informierte Mitentscheidung aber auch Patient Empowerment, vor allem bei komplexen Erkrankungsbildern.</p> <p>Vor diesem Hintergrund wird untersucht, wie medizinischen Daten in patientenzentrierten Anwendungen für MS und vergleichbare chronische Erkrankungen visualisiert werden und inwieweit diese Darstellungen tatsächlich zur Unterstützung von Selbstmanagement und Partizipation beitragen. Im Fokus stehen dabei eingesetzte Visualisierungstypen, deren funktionale Einbettung sowie Unterschiede zwischen wissenschaftlichen Konzepten und realer Anwendungspraxis.<br />Methodisch wurde hierbei eine PRISMA-S angelehnte systematische Literaturrecherche in PubMed, Scopus und IEEE Xplore mit einer selektiven Marktanalyse MS-spezifischer Anwendungen kombiniert. Nach dem Screening von 220 Datensätzen wurden 11 Studien in die Auswertung eingeschlossen. Ergänzend wurden für die Marktanalyse 29 Anwendungen identifiziert und überblicksartig strukturiert dargestellt sowie acht Apps einer vertieften visuellen Analyse unterzogen.</p> <p>Die Ergebnisse zeigen, dass Visualisierungen in der Praxis überwiegend auf zeitbasierte Verlaufsdarstellungen wie Linien- und Balkendiagramme setzen, häufig eingebettet in dashboardartige Übersichten mit Farb- und Icon-Kodierungen. Diese Ansätze unterstützen die grundlegende Selbstbeobachtung, entfalten ihr partizipatives Potenzial jedoch erst durch ergänzende Kontextualisierung, gestufte Informationsbereitstellung und visuelle Personalisierung.</p> <p>Genau hier zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zwischen Forschung und Praxis: Während wissenschaftliche Arbeiten differenzierte, nutzeradaptive und barrierearme Visualisierungskonzepte betonen, dominieren in marktverfügbaren Anwendungen funktionale Mindestlösungen. Insbesondere die Berücksichtigung heterogener Nutzerbedarfe sowie die Unterstützung individueller Entscheidungsprozesse bleiben vielfach unzureichend umgesetzt. Die Arbeit leitet hieraus konkrete Gestaltungsempfehlungen ab und überträgt diese auf den MS-Kontext. Sie macht deutlich, dass Visualisierung weit über die Darstellung von Daten hinausgeht. Sie ist ein zentraler Hebel für Patient Empowerment und damit ein entscheidender Baustein für die Zukunft partizipativer, digital unterstützter Versorgung.</p> | |
