Veranstaltungsprogramm
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Tagesübersicht |
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Ko-Kreation in digitalen Bildungs- und Wissensräumen (deutsch) Ort: MS1.303 Seminarraum 2, Fr. ZooM-Login | |
| Präsentation 1 | |
ID: 1122
/ D2-S2-T1: 1
Forschungsbeitrag Themen: Track - Partizipation als Ko-Kreation Stichworte: Generative Künstliche Intelligenz, Reflexionsförderung, KI-gestütztes Coaching, Ko-Kreative KI-Assistenzsysteme, Mensch-KI-Interaktion Ko-kreative Assistenz statt Entscheidungsautomatisierung: Generative KI als soziotechnisches Werkzeug im Coaching 1: DHBW Karlsruhe, Deutschland; 2: NextEducation Forschungsgruppe <p>Generative Künstliche Intelligenz wird im Coaching bislang als Instrument zur Skalierung, Kostenreduktion und Automatisierung diskutiert (Passmore et al., 2025; Terblanche, 2024). Weniger untersucht ist, wie sie als soziotechnisch gerahmtes Assistenzsystem kollaborative Wissens- und Entscheidungsprozesse unterstützen kann, ohne die Urteilshoheit des Coachs zu verdrängen. Untersucht wird dies am Beispiel eines KI-gestützten Coaching-Assistenten für die Evidence-Based Leadership Transformation. Im Fokus steht, wie ein solches System partizipatives Arbeiten vorbereitet und begleitet, während Deutungs- und Entscheidungsverantwortung beim Coach verbleiben.</p> <p>Methodisch kombiniert die Studie eine standardisierte Online-Befragung professioneller Coaches in Deutschland (N = 35) mit der prototypischen Entwicklung eines Assistenten in der ChatGPT-Umgebung. Erfasst werden Nutzungsmuster, Erwartungen, Unterstützung und Risiken generativer KI im Coaching. Darauf aufbauend werden Gestaltungsprinzipien, Prompting-Logik, Interaktionsstruktur und Einsatzszenarien abgeleitet.</p> <p>Die Ergebnisse zeigen, dass Coaches generative KI vor allem dann als wertvoll wahrnehmen, wenn sie kollaborative Vor- und Nachbereitungsprozesse unterstützt: 89 % bevorzugen für berufliche Anfragen einen dialogorientierten KI-Assistenten gegenüber der klassischen Internetsuche. Unter den aktiven Nutzern (n = 29) setzen 100,0 % KI zur Vorbereitung, 75,9 % zur Nachbereitung und 31,0 % während der Durchführung ein. Als zentrale Mehrwerte werden strukturierte, weiterverarbeitbare Antworten, anschlussfähige Dialoge sowie eine effizientere Einbindung in Arbeitsprozesse genannt. Zugleich bleibt der Live-Dialog im Coaching weitgehend menschlich geprägt. Für die zukünftige Nutzungsabsicht sind insbesondere die Unterstützung durch KI und hohe eigene KI-Kompetenz relevant; ein multiples Regressionsmodell erklärt 67,6 % der Varianz. Starke Effekte zeigen sich für „KI unterstützt“ (β = 0,554; p < 0,001) und „sehr gute KI-Kenntnisse“ (β = 0,470; p = 0,001), während Bedenken zu KI-Einflüssen keine bedeutsame Rolle spielen.</p> <p>Abbildung 1: Präferenz von N=35 Coaches (Mann, 2025)</p> <p>Die Bedarfsanalyse und die Entwicklung eines KI-gestützten Assistenzsystems legen nahe, dass generative KI im Coaching dort Potenzial besitzt, wo sie professionelle Praxis vorbereitet, strukturiert und reflexiv begleitet, ohne menschliche Entscheidungen zu ersetzen. Der Prototyp wurde auf Basis der erhobenen Anforderungen als promptbasierter Assistent in der ChatGPT-Umgebung konzipiert, jedoch nicht praktisch erprobt. Die Ergebnisse verweisen damit weniger auf einen Ersatz professioneller Urteilsbildung als auf Gestaltungsperspektiven für eine Assistenzinfrastruktur, die partizipatives Arbeiten und reflektierte Entscheidungsunterstützung fördern kann. Sichtbar werden Designprinzipien wie Assistenzorientierung, Reflexionsförderung, Strukturierung, Transparenz, Adaptivität und verantwortungssensible Mensch-KI-Interaktion.</p> | |
